Litschen
Litschen Złyčin Gemeinde Lohsa
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(275)&title=Litschen%3Cbr+%2F%3EZ%C5%82y%C4%8Din 51° 22′ N, 14° 25′ O
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| Höhe: | 147 m ü. NN | |||||
| Fläche: | 8,85 km² | |||||
| Einwohner: | 275 (31. Dez. 2016)<ref>Meldeamt der Gemeinde Lohsa.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 31 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1994 | |||||
| Postleitzahl: | 02999 | |||||
| Vorwahl: | 035724 | |||||
Litschen, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), ist ein Dorf in der Oberlausitz und Ortsteil der Gemeinde Lohsa im sächsischen Landkreis Bautzen. Es zählt zum offiziellen sorbischen Siedlungsgebiet in Sachsen.
Zusammen mit den Ortsteilen Friedersdorf und Mortka bildet es die Ortschaft Litschen. Diese hat nach der Sächsischen Gemeindeordnung gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 154 kB) § 17. In: Webauftritt. Gemeinde Lohsa, abgerufen im März 2026.</ref>
Geographie
Litschen befindet sich etwa einen Kilometer von Friedersdorf entfernt. Im Osten ist Driewitz der nächstgelegene Ort. Die Driewitz-Milkeler Heiden grenzen an den Ort, mit etwa 20 km² eines der größten unbesiedelten Waldgebiete der Lausitz.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1343 als Litzen. Der Ort ist aber vermutlich wesentlich älter, was durch Ausgrabungsfunde bei Lohsa vermutet wird. Im ausgehenden Mittelalter siedelten sich Holzarbeiter an. Die Existenz des Rittergutes Litschen ist für das Jahr 1509 belegt.
Am Lohsaer Bauernaufstand im Jahr 1794, der durch den Wegfall eines Feiertages ausgelöst wurde, waren auch Litschener beteiligt.
Infolge des Wiener Kongresses musste 1815 ein Teil Sachsens an Preußen abgegeben werden, auch der Teil der Oberlausitz, in dem Litschen lag. Durch Bildung des Landkreises Hoyerswerda kam Litschen 1825 von der Provinz Brandenburg zur Provinz Schlesien.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam Litschen wieder an das Land Sachsen, wurde bei der Verwaltungsreform von 1952 jedoch mit dem verkleinerten Kreis Hoyerswerda dem Bezirk Cottbus zugeschlagen. Bis 1994 blieb Litschen eine eigenständige Gemeinde, seitdem gehört es zu Lohsa.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.</ref>
Ortsname
Urkundlich überlieferte Formen des Ortsnamens sind Litzen (1343), Lytczschin (1516), Litschen (1533), Litzschen (1537), Litzschen (1551) und schließlich Litzschen (1791). Leider lässt sich heute kein genauer Zeitpunkt mehr bestimmen, ab wann der Ort seinen heutigen Namen bekommen hat.
Bevölkerung und Sprache
| Datum | Einwohner |
|---|---|
| 1825 | 262 |
| 1871 | 313 |
| 1885 | 268 |
| 1905 | 247 |
| 1905 | 237 |
| 1925 | 246 |
| 1939 | 271 |
| 1946 | 330 |
| 1950 | 636 |
| 1964 | 631 |
| 1990 | 784 |
| 2007 | 312 |
| 2009 | 294 |
| 2016 | 275 |
Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 276, darunter 268 Sorben (97 %) und nur acht Deutsche.<ref>Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.</ref> Gemäß amtlicher Volkszählung 1910 waren damals 87,5 % der Litschener Bevölkerung Sorben; bis 1925 fiel der Anteil leicht auf 78,9 %.<ref>Michael Richter: Wendische/sorbische Mehrheiten? Umstrittene Volkszählungen zwischen 1925 und 1951. In: Lětopis 1/2018, S. 21–46, hier S. 43.</ref> Ernst Tschernik zählte 1956 in der Gemeinde Litschen einen sorbischsprachigen Anteil von noch 65,5 % der Bevölkerung.<ref>Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 244.</ref> Seitdem ist der Gebrauch des Sorbischen im Ort weiter stark zurückgegangen.
Wirtschaft
In Litschen sind zahlreiche Kleinunternehmer ansässig. Es gibt viele Teiche, die zur Fischzucht genutzt werden, außerdem viel Wald, der forstwirtschaftlich genutzt wird.
Verkehr
Die Bahnstrecke Węgliniec–Roßlau verläuft unmittelbar in der Nähe des Ortes. Der nächste Haltepunkt befindet sich in Lohsa.
Persönlichkeiten
Der sorbische Komponist und zeitweilige Vorsitzende der Domowina Jan Paul Nagel (Jan Pawoł Nagel, 1934–97) lebte lange Zeit in Litschen.
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- Litschen im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum
- Ortsteil Litschen In: Webauftritt der Gemeinde Lohsa.
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