Zum Inhalt springen

Kriemhild Trattnig

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. April 2026 um 09:30 Uhr durch imported>Thomas Dresler (Anpassung Weblink ohne http://).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Kriemhild Trattnig (* 10. Mai 1937)<ref>Wahlvorschlag der FPÖ im zweiten Kärntner Landeswahlkreis zur Nationalratswahl 2008 (PDF; 52 kB) auf den Seiten des österreichischen Innenministeriums</ref> ist eine ehemalige österreichische Politikerin der FPÖ in Kärnten. Sie war unter anderem Klubobfrau der FPÖ im Kärntner Landtag und zweite Landtagspräsidentin. In beiden Positionen war sie die erste Frau.<ref>Magazin Datum Ausgabe 04/2006: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Maderlpartie ohne Lobby (Memento vom 19. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref>

Trattnig hat den politischen Aufstieg der FPÖ unter Jörg Haider in den 1980er Jahren in verantwortlichen Positionen begleitet. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes sieht in ihr die „einst führende freiheitliche Ideologin“,<ref>Brigitte Bailer-Galanda: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Frauenbild und Frauenrepräsentanz im Rechtsextremismus (Memento vom 21. Januar 2016 im Internet Archive)</ref> die Zeitung Der Standard bezeichnet sie als „politische Ziehmutter Haiders“.<ref>Der Standard, 2. März 2010, Seite 26: „Kopf des Tages“</ref> Sie tritt seit der Abspaltung des BZÖ öfters als Mahnerin für die Wurzeln der Partei in Erscheinung. Von Medien wird sie gerne als freiheitliches „Urgestein“ bezeichnet.<ref>Vgl. etwa <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Skriptfehler: Ein solches Modul „Webarchiv“ ist nicht vorhanden. (Memento vom 19. Oktober 2013 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kleine Zeitung (Memento vom 10. Oktober 2014 im Internet Archive), Der Standard.</ref>

Leben

Trattnig wuchs als eines von insgesamt elf Geschwistern in der Gemeinde Albeck (Kärnten) auf. Ihr Vater Reinhold Huber war Landwirt und 1949 Anführer des VdU, der Vorgänger-Partei der FPÖ. Im Dritten Reich war Huber SA-Truppenführer, Ortsgruppenleiter und schließlich Landesbauernführer. Er geriet 1945 in britische Gefangenschaft und wurde 1947 freigelassen.<ref>Herbert Lackner: Die Bludordens-Haberer, in: Profil vom 16. September 1996, S. 34.</ref>

Sie ist die Schwester des verstorbenen Kärntner FPÖ-Politikers Alois Huber.<ref>diepresse.com am 21. August 2007: Ehemaliger FPÖ-Abgeordneter Alois Huber gestorben</ref> Trattnig ist verheiratet und hat vier Kinder.

Politische Karriere

Trattnig zog im Jahr 1979 erstmals in den Landtag in Kärnten ein. Sie war von 1986 an Klubobfrau des Kärntner FP-Klubs und wurde 1989 als erste Frau zweite Landtagspräsidentin in Kärnten.

Während Norbert Stegers Parteivorsitz taten sich Trattnig und ihr Bruder, der Abgeordnete Alois Huber, als Kritiker von Stegers vergleichsweise liberalem Kurs hervor. Nach der handstreichartigen<ref>ÖSTERREICH: Laus im Pelz - Der Spiegel 49/1986. In: spiegel.de. Abgerufen am 4. September 2018.</ref> Wahl Haiders zum Bundesvorsitzenden 1986 in Innsbruck begann auch für Trattnig ein rascher Aufstieg in der Partei. Sie galt als Vertraute Haiders. Trattnig vertrat stets ein konservatives Familienbild und lehnte die Förderung berufstätiger Frauen ab – vielmehr sollten die Familienväter besser entlohnt werden, damit sich Frauen auf ihre Aufgaben als Mütter konzentrieren könnten. Auch in der Ausländerpolitik vertrat sie einen harten, von vielen als ausländerfeindlich interpretierten Kurs.

Allerdings geriet Trattnig bald in Streit mit der sogenannten „Buberlpartie“ rund um Jörg Haider, die sich mehr und mehr von den deutschnationalen Traditionalisten der FPÖ abzugrenzen versuchten, zu denen Trattnig zählte.<ref>Andy Kaltenbrunner: Die Rotzbuben AG, in Profil vom 9. Mai 1994, S. 24.</ref> Es kam zu mehreren öffentlichen Auseinandersetzungen Trattnigs etwa mit Gernot Rumpold, Mathias Reichhold, Walter Meischberger oder Reinhart Gaugg, die Trattnig zu verstehen gaben, dass sie nicht in das von ihnen vorgegebene Bild einer modernen FPÖ passte.<ref>Der Standard, 6. August 1993, S. 5.</ref> Trattnig selbst schrieb in einem offenen Brief, dass „Rumpold, Reichhold Gaugg & Co“ ab dem Jahr 1989 „immer wieder über Medien ein Kesseltreiben“ gegen sie betrieben hätten.<ref>fpoe.at: @1@2Vorlage:Toter Link/www.fpoe.atBrief Trattnigs an Josef Lobnig (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot (PDF; 87 kB).</ref>

Die Streitigkeiten erreichten am FPÖ-Parteitag in Bad Gastein 1992 ihren Höhepunkt. Gernot Rumpold betrat im Dirndl, als Trattnig verkleidet die Bühne und verhöhnte die Landtags-Vizepräsidentin als „Vertreterin der Goldhauben-Frauen“.<ref>diepresse.com am 21. August 2007: Ehemaliger FPÖ-Abgeordneter Alois Huber gestorben</ref> Viele Beobachter hielten das für eine von Haider gesteuerte Aktion.<ref>Vgl. etwa Königskobra im Kabinett. In: Berliner Zeitung. 5. Februar 2000, abgerufen am 10. September 2024.</ref> Trattnig legte daraufhin alle Parteiämter nieder. Sie war in den darauffolgenden Jahren lediglich in ehrenamtlicher Position für die Partei tätig, unter anderem als Vorsitzende einer internen Wertekommission.

Sie kritisierte die Abspaltung des BZÖ unter Jörg Haider mehrmals scharf und trat etwa im Wahlkampf zur Nationalratswahl 2008 als Unterstützerin der FPÖ auf – sie kandidierte auch für den Nationalrat, allerdings auf aussichtsloser Position.

Im Jahr 2004 verlieh ihr das Land Kärnten den „Kärntner Lorbeer in Silber“ für ihr Engagement bei den Goldhaubenfrauen. Sie nahm die Auszeichnung an, blieb aber der Verleihungszeremonie mit Landeshauptmann Haider fern.<ref>Kleine Zeitung, 12. Oktober 2004, S. 19.</ref>

Auch nach der Wiedereingliederung eines Großteils des Kärntner BZÖ als FPK in die Strukturen der Bundes-FPÖ blieb Trattnig auf Distanz zu dieser Sektion der Freiheitlichen und forderte den Landesparteiobmann Uwe Scheuch auf, „alle Haiderschen Manieren“ abzulegen.<ref>Interview mit der Kleinen Zeitung, 21. Januar 2010: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Entschuldigung wäre fällig (Memento vom 10. Oktober 2014 im Internet Archive)</ref>

Literatur

  • Haider nahm die Maske ab, Interview mit Kriemhild Trattnig, in: Andreas Mölzer (Hrsg.): Was bleibt von der Dritten Kraft? W3-Verlag, Wien 2005, ISBN 3-900052-04-2.
  • Interview mit Kriemhild Trattnig, in: Rolf-Josef Eibicht (Hrsg.): Jörg Haider – Patriot im Zwielicht? DS-Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-9805844-1-0.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Hinweisbaustein