Frau-Nauses
Frau-Nauses Stadt Groß-Umstadt
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(64)&title=Frau-Nauses 49° 49′ N, 8° 58′ O
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dim=10000 | globe= | name=Frau-Nauses | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 243 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 2,05 km²<ref name=Gindex /> | |||||
| Einwohner: | 64 (1970)[Ohne Beleg] | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1961 | |||||
| Eingemeindet nach: | Wiebelsbach | |||||
| Postleitzahl: | 64823 | |||||
| Vorwahl: | 06078 | |||||
Lage von Frau-Nauses in Groß-Umstadt
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Die ehemalige Gemeinde Frau-Nauses wurde 1961 in die Nachbargemeinde Wiebelsbach eingegliedert und ist mit dieser zusammen seit 1971 ein Stadtteil von Groß-Umstadt im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg. Der Ort besteht aus etwa zehn bebauten Grundstücken, darunter fünf Bauernhöfen. Mit zuletzt 64 gezählten Einwohnern ist Frau-Nauses der bei weitem kleinste Teil von Groß-Umstadt, wird jedoch nach wie vor als eigenständige Gemarkung geführt.
Geographische Lage
Frau-Nauses liegt 243 Meter hoch im Odenwald im Quellgebiet des Wiebelsbachs, hier auch Pferdsbach genannt, in einer engen Tallage. Der Ortsteil Frau-Nauses umfasst die Gemarkung Frau Nauses.<ref name=Gindex>Gemarkung Fau Nauses. In: GEOindex. Abgerufen im Dezember 2024.</ref>
Geschichte
Ortsgeschichte
Steinbeilfunde unter anderem in einem Steinbruch bei Frau-Nauses und "Am Eichkopf" (Frau-Nauses) belegen eine Besiedlung in der Steinzeit vor etwa 7000 Jahren.
Eine erste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung als Nydern-Nauwesse datiert von 1359.<ref name="lagis" /> 1376 in einer Urkunde des Abt von Fulda als Nusseste bezeichnet.<ref name="lagis" /> Zu dieser Zeit waren hier die Gans von Otzberg begütert. Als Frauwennusaß wird der Name des Ortes 1454 dokumentiert. Der Namenszusatz „Frauwen-“ leitet sich von der Zugehörigkeit zum Frauenkloster Höchst ab.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Frau Nauses. Die älteste Frau des Odenwalds? ( vom 7. Februar 2015 im Internet Archive) In: wiebelsbach.info. Abgerufen am 28. Juli 2017.</ref> Im Mittelalter unterstand es in der Rechtsprechung der Zent Höchst. Den großen und kleinen Zehnten erhielt das Kloster Höchst.<ref name="lagis" /> 1524 gehört der Ort mit der Veste Otzberg zur Kurpfalz. Das Oberamt Otzberg kam 1803 infolge des Reichsdeputationshauptschlusses an Hessen-Darmstadt. Mit dem Tauschvertrag zwischen der Hessen-Darmstadt und dem Herren von Löwenstein-Wertheim vom 5. Februar 1805<ref name="TVertr">Vorlage:BibOCLC</ref> kam es zum Amt Habitzheim, das 1806 durch die Rheinbundakte an das Großherzogtums Hessen fiel. Die Niedere Gerichtsbarkeit blieb bis 1822 bei den Herren Löwenstein-Wertheim.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Frauennauses:
„Frauennauses (L. Bez. Breuberg) kathol. und reform. Filialdorf; liegt 1 1⁄2 St. von Breuberg. und gehört dem Fürsten von Löwenstein–Wertheim–Rosenberg. Das Dorf zählt 9 Häuser und 62 Einw., unter diesen sind 56 Kath. 4 Reform. und 2 Lutheraner. Frauennauses gehörte zu dem ehemaligen Nonnenkloster Höchst. Im Jahr 1802 kam es von Pfalz an Hessen und 1805 durch Tausch an Löwenstein und 1806 unter Hess. Hoheit.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Frau-Nauses angehört(e):<ref name="lagis" /><ref name="TVertr" />
- vor 1390: Heiliges Römisches Reich, Kloster Fulda Zent Umstadt (Kondominat)
- ab 1390: Heiliges Römisches Reich, Kurpfalz (durch Kauf; bis 1427 an Herrschaft Hanau verpfändet), Zent Umstadt
- ab 1524: Heiliges Römisches Reich, Kurpfalz, Oberamt Otzberg(, Zent Höchst)
- ab 1777: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Pfalzbayern, Pfalzgrafschaft bei Rhein, Oberamt Otzberg
- ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt,<ref group="Anm.">Durch den Reichsdeputationshauptschluss.</ref> Oberamt Otzberg
- ab 1805: Heiliges Römisches Reich, Herren von Löwenstein-Wertheim (durch Tausch), Amt Habitzheim
- ab 1806: Großherzogtum Hessen,<ref group="Anm.">Mediatisierung infolge der Rheinbundakte.</ref> Fürstentum Starkenburg, Fürstentum Starkenburg, Amt Habitzheim (Niedere Gerichtsbarkeit weiter bei Löwenstein-Wertheim)
- ab 1815: Großherzogtum Hessen<ref group="Anm.">Das Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung.</ref>, Provinz Starkenburg, Amt Habitzheim (zur Standesherrschaft Löwenstein-Wertheim gehörig)
- ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Breuberg<ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz (Landgericht Höchst) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Neustadt
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Neustadt
- ab 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Dieburg
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Dieburg
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Dieburg<ref name=RB1937 /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Dieburg
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Dieburg
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Dieburg
- ab 1961: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Dieburg, Gemeinde Wiebelsbach<ref group="Anm.">Am 31. Dezember 1961 zur Gemeinde Wiebelsbach.</ref>
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Dieburg, Stadt Groß-Umstadt<ref group="Anm.">Am 31. Dezember 1971 mit Wiebelsbach als Ortsbezirk zur Stadt Groß-Umstadt.</ref>
- ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Darmstadt-Dieburg, Stadt Groß-Umstadt
Da Frau-Nauses nicht mehr als einhundert Einwohner zählte, lag nach der Hessischen Gemeindeordnung vom 25. Februar 1952 die Verwaltung bei der Gemeindeversammlung und dem Bürgermeister. Die Gemeindeversammlung bestand aus den wahlberechtigten Bürgern und trat als wesentliches Element der Direkten Demokratie an die Stelle der Gemeindevertretung.
Einwohnerentwicklung
| • 1633: | 10 Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1829: | 62 Einwohner, 9 Häuser<ref name="GW" /> |
| Frau-Nauses: Einwohnerzahlen von 1829 bis 1970 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1829 | 62 | |||
| 1834 | 64 | |||
| 1840 | 55 | |||
| 1846 | 46 | |||
| 1852 | 55 | |||
| 1858 | 61 | |||
| 1864 | 48 | |||
| 1871 | 84 | |||
| 1875 | 44 | |||
| 1885 | 49 | |||
| 1895 | 53 | |||
| 1905 | 59 | |||
| 1910 | 50 | |||
| 1925 | 45 | |||
| 1939 | 37 | |||
| 1946 | 62 | |||
| 1950 | 61 | |||
| 1956 | 65 | |||
| 1970 | 64 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: <ref name="lagis" /> | ||||
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Natur und Schutzgebiete In der Gemarkung von Frau-Nauses liegt das Naturschutzgebiet Sandsteinbrüche am Burzelberg bei Frau-Nauses.<ref> Verordnung über das Naturschutzgebiet „Sandsteinbrüche am Burzelberg bei Frau-Nauses“ vom 14. Dezember 1994. (PDF) Staatsanzeiger für das Land Hessen, Ausgabe Nr. 1/1995, S. 39, Nr. 23, abgerufen am 26. Juli 2020.</ref> In dem stillgelegten Steinbruchgelände brüten unter anderem Wanderfalke und Uhu. Das Schutzgebiet ist gleichzeitig eine Teilfläche des größeren Natura2000-Gebiets „Felswände des nördlichen Odenwaldes“ (EU-Vogelschutzgebiet 6119-402).<ref> 6119-402 „Felswände des nördlichen Odenwaldes“. Natura2000-Verordnung. Regierungspräsidium Darmstadt, abgerufen am 26. Juli 2020.</ref>
Verkehr
Bei Frau-Nauses bündelt sich der gesamte Schienen- und Straßenverkehr vom hinteren Odenwald in das Rhein-Main-Gebiet. Die Bundesstraße 45 umgeht die Ortslage nördlich in Hanglage, weil sie hier mit einer langgezogenen Steigung zum Rondell den 290 Meter hohen Sattel des Höhenzuges überwinden muss, der das Odenwald-Vorland vom Mümlingtal trennt. Hier verschwindet auch die Odenwaldbahn mit einer in die Talsohle eingeschnittenen Rampe im Nordportal des nach diesem Ort benannten Frau-Nauses-Tunnel.
Weblinks
- Frau-Nauses. Private Website zu Wiebelsbach, archiviert vom Vorlage:IconExternal.
- Frau-Nauses, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- FAZ.net vom 16. Dezember 2007: Frau Nauses’ Linsengericht mit Hering Wenn Kommunen lustige Namen haben
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name=lagis>Frau-Nauses, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 1. September 2012. </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>
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- Ort im Landkreis Darmstadt-Dieburg
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- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Darmstadt-Dieburg)
- Ersterwähnung 1359
- Gemeindeauflösung 1961