Karritz
Karritz Stadt Kalbe (Milde)
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(95)&title=Karritz 52° 39′ N, 11° 28′ O
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| Höhe: | 32 m | |||||
| Fläche: | 14,75 km² | |||||
| Einwohner: | 95 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 6 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 21. Dezember 1973 | |||||
| Eingemeindet nach: | Neuendorf am Damm | |||||
| Postleitzahl: | 39624 | |||||
| Vorwahl: | 039080 | |||||
Lage von Karritz in Sachsen-Anhalt
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Karritz ist ein Ortsteil der Ortschaft Neuendorf am Damm und der Stadt Kalbe (Milde) in Sachsen-Anhalt.
Geographie
Karritz, ein altmärkische Sackgassendorf mit einer Kirche, liegt fünf Kilometer östlich von Kalbe (Milde). Zwischen Karritz und dem Nachbarort Neuendorf am Damm liegt der 50 Meter hohe Nelkenberg. Im Südwesten fließt der Radegraben, der im Nordwesten in den Secantsgraben strömt, der in die Milde mündet.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> In Karritz gibt es drei stehende Gewässer: den Dorfteich, den Rohrpfuhl und die Kieskuhle am Nelkenberg im Süden.
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Die Feldflur war schon in der mittleren Stein- und Bronzezeit besiedelt. Im Altmärkischen Museum in Stendal befindet sich eine in Karritz gefundene Feuerstein-Lanzenspitze. Neben einer Bronzeschwertspitze fand man im Moor ein bronzenes Hängebecken. Das Dorf soll von Slawen nach dem Jahr 800 gegründet worden sein.
Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Karwitz aufgeführt.<ref name="Landbuch" /> Weitere Nennungen sind 1472 karuetze, 1494 Karffetze, 1519 'Carwytz', 1542 Kerbsen, 1608 Carwitz, 1687 Karwitz<ref name="HOB-12" /> und schließlich 1804 Carritz.<ref name="Bratring" />
Durch Erlass des Oberpräsidenten in Magdeburg vom 28. Juni 1937 wurde die amtliche Schreibweise Karritz endgültig festgelegt.<ref name="AB-RB-Magdeburg 1937" />
Die von Wilhelm Zahn 1928 angeführte erste Erwähnung als Carnitz aus dem Jahre 1238<ref name="Zahn-1928" /> trifft nicht zu. Bereits 1841 hatte Peter Wilhelm Behrens in der Edition der Urkunde von 1238 Carnitz Bollinghen als Klein Bellingen identifiziert.<ref name="Behrens 1841" />
Um 1900 war Carritz durch Rinderzucht und Hopfenbau eine wohlhabende Gemeinde.
Die Freiwillige Feuerwehr Karritz-Neuendorf wurde am 20. August 1911 gegründet. 2004 wurde ein Feuerwehrhaus, das auch als Dorfgemeinschaftshaus dient, gebaut.
Herkunft des Ortsnamens
Die Bezeichnung Karritz (karicz) bedeutet „Kuhdorf“ oder „Rodung“, ein Hinweis auf ausgedehnte Viehzucht. Franz Mertens führt die Übersetzung „Kuhdorf“ ohne weitere Erläuterung auf.<ref name="Mertens-Gardelegen" />
Eingemeindungen
Bis 1807 gehörte das Dorf zum Stendalschen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Danach lag es ab 1807 bis 1813 im Kanton Bismark auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Stendal, dem späteren Landkreis Stendal.<ref name="HOB-12" />
Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde in den Kreis Kalbe (Milde) umgegliedert. Am 21. Dezember 1973 wurde Karritz in die Gemeinde Neuendorf am Damm eingemeindet.<ref name="Metzler-Poeschel" /> Durch den Zusammenschluss von Neuendorf am Damm mit anderen Gemeinden am 1. Januar 2009 zur Einheitsgemeinde Stadt Kalbe (Milde) kam Karritz als Ortsteil zur neuen Ortschaft Neuendorf am Damm und zu Kalbe (Milde).
Einwohnerentwicklung
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Quelle wenn nicht angegeben, bis 2006<ref name="HOB-12" />, 2015 bis 2018<ref name="EW-Kalbe-2015-2018" />
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Karritz gehörte bis 1958<ref name="Pfarrerbuch" /> zur Pfarrei Berkau,<ref name="Almanach1903" /> und danach zu Kremkau. Am 1. Januar 2007 wurden die evangelischen Kirchengemeinden Neuendorf am Damm und Karritz werden zum „Evangelischen Kirchspiel Neuendorf-Karritz“ zusammengeschlossen,<ref name="AB-EKM-F" /> das heute betreut wird Pfarrbereich Garlipp im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Mühle
Um die Jahrhundertwende betrieb die Familie Robert Theek neben ihrer landwirtschaftlichen Tätigkeit auch einen Kolonialwarenladen und eine Bockwindmühle, die sich auf der nahe gelegenen Anhöhe befand und durch einen Sturm zerstört wurde. Um 1905 ließ Müller Theek durch das in Magdeburg ansässige Unternehmen Schlüter Mühlenbau eine neue Mühle errichten, die über eine Dampfmaschine betrieben wurde. Bis in die 1950er Jahre wurde hier Getreide geschrotet und zu Mehl verarbeitet. In den 1970er Jahren wurde der Mühlenbetrieb eingestellt. Zum hundertjährigen Jubiläum der Mühle im September 2005 wurde sie mittels eines Elektromotors wieder in Betrieb genommen. Sie läuft nun über einen leistungsstarken Schleifringmotor von AEG aus den 1920er Jahren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Website der Mühle ( vom 8. August 2018 im Internet Archive)</ref><ref>Dampfmühle von Robert Theek. In: milldatabase.org. Abgerufen am 10. Februar 2024.</ref>
Kirche
Die evangelische Dorfkirche in Karritz ist ein Backsteinbau aus dem Jahre 1905 unter Verwendung der Grundmauern der alten Kirche, einer ursprünglich romanische Kirche aus dem 11./12. Jahrhundert.<ref name="Altmarkkirchen" /> Beim Entfernen der alten Tünche im Innenraum kamen an den Wänden Bibelsprüche und in der Apsis das Vaterunser zum Vorschein. Die Bemalungen sind restauriert worden.
Denkmale
In Karritz steht ein Gedenkstein für Kriegsopfer aus dem 19. und 20. Jahrhundert.<ref name="Denkmalprojekt" />
Längstwellensender Goliath
Auf einem 263 Hektar großen Gelände nordwestlich von Karritz betrieb die Kriegsmarine von 1943 bis 1945 den Längstwellensender Goliath zur Übermittlung von Befehlen an getauchte U-Boote. Die Antenne dieses Senders, der mit einer Sendeleistung von 1000 Kilowatt der damals stärkste Sender der Welt gewesen sein dürfte, bestand aus einer Schirmantenne, die an 15 abgespannten, geerdeten Gittermasten von 170 Metern Höhe und an drei gegen Erde isolierten Rohrmasten von 204 Meter Höhe aufgehängt war. Nach 1945 diente die Anlage anfangs als Kriegsgefangenenlager, bevor sie 1946 demontiert wurde. Das Fundament von Mast Nummer 8 ist noch erhalten. Nach Demontage wurde der Längstwellensender als erster Sender dieser Art in der Sowjetunion in der Nähe von Nischni Nowgorod in der Siedlung Druschny wieder aufgebaut. Er ist bis heute (2010) in Betrieb.
Verkehr
Karritz liegt an der Landesstraße L 21. Der Bahnhof Neuendorf-Karritz an der Nebenstrecke Hohenwulsch–Kalbe–Beetzendorf wurde von der Altmärkischen Eisenbahn AG und ihren Vorgängergesellschaften betrieben. Im Juni 2001 wurde der Personenverkehr eingestellt. Der nächstgelegene Bahnhof ist Hohenwulsch an der Bahnstrecke Stendal–Uelzen.
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks
- Einheitsgemeinde Kalbe (Milde): Ortsteile. In: stadt-kalbe-milde.de.
- Karritz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="AB-EKM-F">Kirchenamt der Föderation Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland (Hrsg.): Amtsblatt der Föderation Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland. 3. Jahrgang, Nr. 2, 2007, ZDB-ID 2637008-6, S. 58.</ref>
<ref name="AB-RB-Magdeburg 1937">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1937, ZDB-ID 3766-7, S. 116, 408.</ref>
<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Behrens 1841">Peter Wilhelm Behrens: Graf Siegfried von Osterburg und Altenhausen resigniert viele Dörfer und Grundstücke in der Altmark 1238. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 4. Jahresbericht, 1841, S. 49 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Bratring">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 258 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Denkmalprojekt">Karritz, Stadt Kalbe (Milde), Altmarkkreis Salzwedel. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. Dezember 2015, abgerufen am 2. Oktober 2022.</ref>
<ref name="EW-Kalbe-2015-2018">Einwohnermeldeamt der Stadt Kalbe (Milde): Einwohnerdaten zum 31.12. der Jahre 2015 bis 2018. 4. März 2019.</ref>
<ref name="EW-2021">Doreen Schulze: Geburten steigen, Sterbefälle sinken. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 12. Januar 2022, DNB 954815971, S. 19.</ref>
<ref name="EW-2023">Conny Kaiser: Kalbe verliert 69 Einwohner. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 16. Januar 2024, DNB 954815971, S. 20.</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Landbuch">Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 318 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />uni-potsdam.de ( vom 12. Februar 2019 im Internet Archive)).</ref>
<ref name="Mertens-Gardelegen">Franz Mertens: Heimatbuch des Kreises Gardelegen und seiner näheren Umgebung. Hrsg.: Rat des Kreises Gardelegen. Gardelegen 1956, DNB 1015184308, S. 215.</ref>
<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Pfarrerbuch">Verein für Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen e. V. (Hrsg.): Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen (= Series Pastorum. Band 10). Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2009, ISBN 978-3-374-02142-0, S. 115, 389.</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Garlipp. In: ekmd.de. Abgerufen am 2. Oktober 2022.</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>
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