Zum Inhalt springen

Orkan Xynthia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 17. April 2026 um 11:09 Uhr durch imported>TaxonBot (Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein

Xynthia
Animation des Orkans Xynthia
Animation des Orkans Xynthia
Animation des Orkans Xynthia
Unwetter Orkan mit Sturmflut
Daten
Beginn 26. Februar 2010
Ende 1. März 2010
Windgeschw. 239 km/h (Pic du Midi de Bigorre, ‎27./28.<ref name="meteofrance 50150" />)
Niedrigster Luftdruck 967 hPa
Folgen
Betroffene Gebiete West- und nördl. Mitteleuropa
Opfer 65 (Stand 7. März 2010)
Schadenssumme in MilliardenhöheVersicherungsschaden (erste Schätzungen)<ref name="proplanta 1140008702">Markus Stowasser, Meteorologe bei der Allianz SE Rückversicherung, zit. n. Versicherer sehen Milliardenschäden durch «Xynthia». Focus online, abgerufen am 4. März 2010: „Schätzungen des auf Risikoanalysen spezialisierten Unternehmens AIR Worldwide, wonach die versicherten Schäden bei 1,5 bis 3 Milliarden Euro liegen könnten, seien «nicht unrealistisch»“</ref>
Karte mit allen verlinkten Seiten Vorlage:SeitenKoordinaten Vorlage:CoordinatesPage

Der Orkan Xynthia war ein sehr kräftiges außertropisches Tiefdruckgebiet, das vom 26. Februar bis 1. März 2010 über die Kanarischen Inseln, die Iberische Halbinsel, Frankreich und Teile Mitteleuropas hinweg zog.

Bei dem Orkan starben über 60 Menschen, die meisten davon in den westlichen Départements Frankreichs.

Meteorologischer Abriss

Das Tief Xynthia entstand abnormal weit im Süden, westlich von Portugal bei 30 Grad Nord,<ref name="ZAMG1">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Orkantief Xynthia – erster meteorologischer Abriss der ZAMG.] Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 1. März 2010.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zamg.ac.atVorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> und zog auf einer seltenen Bahn<ref name="ZAMG1" /> über die Biscaya und den Ärmelkanal bis Südschweden.

Im Laufe des 26. Februar begann die Zyklogenese des Tiefdruckkerns, der sich am Morgen des 27. Februar bis zur portugiesischen Küste verlagert hatte. Dort war der Luftdruck in seinem Zentrum schon weniger als 980 hPa.<ref name="ZAMG1" /> Während das Tief Richtung Nordosten zog, intensivierte es sich weiter. Über der Biskaya war der Kerndruck unter 970 hPa.<ref name="ZAMG1" /> So gelangten Spanien und Portugal in den Einflussbereich von Winden in Orkanstärke.<ref name="ZAMG1" /> Am 26. Februar 2010 wurden über La Palma über 200 km/h Windgeschwindigkeit gemessen.

Im Verlaufe des 27. und besonders 28. Februar gewann der Sturm schnell an Kraft. Die Zunahme der Windgeschwindigkeit in Deutschland von Wind- zu Orkanstärke innerhalb von weniger als sechs Stunden ist ungewöhnlich.<ref name="ZAMG1" /> Die höchsten Windgeschwindigkeiten des Orkans wurden in den Pyrenäen gemessen, 238 km/h am Pic du Midi de Bigorre<ref name="meteofrance 50150"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rafales de vent enregistrées aux cours des samedi 27 et dimanche 28 février (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. März 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/france.meteofrance.com auf METEO France abgerufen am 3. März 2010</ref> und 228 km/h am 27. um 21:00 Uhr in Orduña im Baskenland.<ref>Die Zeit: Extra: Orkan im Baskenland mit Rekordgeschwindigkeit, 28. Februar 2010</ref>

In der Nacht zum 28. Februar erreichte Xynthia die französische Atlantikküste, mit Schwerpunkt an der Nordbiscaya. Es zog dann über Zentralfrankreich in Richtung der Beneluxstaaten, mit gemessenen Böen bis 160 km/h in Saint Clément des Baleines (île de Ré)<ref name="meteofrance 50150" />, 209 km/h im Département Puy-de-Dôme<ref name="meteofrance 50150" />, 155 km/h an der Eiffelturm-Spitze,<ref name="meteofrance 50150" /> 172 km/h am Markstein in den Vogesen<ref name="meteofrance 50150" />, am Weinbiet im Pfälzerwald 166 km/h (28. 17:00)<ref name="DWD o. B.">Meldung DWD</ref>, im Saarland und im Rhein-Main-Gebiet erreichten die Sturmspitzen weit verbreitet 130 km/h,<ref name="ZAMG1" /> 180 km/h maß die Wetterstation am Brocken.<ref name="DWD o. B." />

Jährlichkeit

Nach Angaben des französischen Zivilschutzes war Orkan Xynthia für Frankreich der folgenschwerste Sturm seit Orkan Lothar im Dezember 1999, dem schwersten Sturm Europas des 20. Jahrhunderts. Für Deutschland blieben seine Folgen wohl unter Kyrill 2007 und war auch insgesamt auf ein kleineres Gebiet beschränkt.

Auswirkungen

Die am stärksten von Xynthia betroffenen Gebiete waren der Norden Portugals, Galicien und das Baskenland, die französische Atlantikküste und die Mitte Frankreichs sowie weite Teile Deutschlands.

Die meisten Personenschäden verursachte der Sturm im Westen Frankreichs, mit Schwerpunkt im Département Vendée an der Atlantikküste. Hier ertranken in den Gemeinden La Faute-sur-Mer, L’Aiguillon-sur-Mer und La Tranche-sur-Mer 29 Menschen.<ref name="Libération">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, 28. Februar 2010 (français).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Die anderen Toten wurden zumeist Opfer von Verkehrsunfällen durch Sturmeinwirkung (z. B. durch umstürzende Bäume). Aus Frankreich insgesamt wurden insgesamt 53 Todesopfer gemeldet<ref name="Express28">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, 28. Februar 2010 (français).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>@1@2Vorlage:Toter Link/tempsreel.nouvelobs.comLa tempête Xynthia a fait au moins 52 morts en France (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, abgerufen am 2. März 2010.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Le bilan de la tempête Xynthia porté à 53 morts en France (Memento des Vorlage:IconExternal vom 7. März 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/fr.reuters.com, abgerufen am 3. März 2010.</ref>, 7 aus Deutschland<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Das große Aufräumen nach "Xynthia". (Memento vom 4. März 2010 im Internet Archive) In: tagesschau.de vom 1. März 2010.</ref>, 3 aus Spanien<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />La tempête Xynthia fait trois morts en Espagne (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. Mai 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lepoint.fr, abgerufen am 1. März 2010.</ref>, 1 aus Portugal<ref name="El_Pais">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Alerta en toda España por la borrasca explosiva que atravesará hoy la Península.] El País, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. Februar 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>, 1 aus Belgien<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, Die Welt, 1. März 2010. Abgerufen am 3. März 2010Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>.

Die Schäden wurden mit 4,5 Milliarden Euro beziffert; etwa 2,3 Milliarden Euro davon waren versichert.<ref>10 costliest winter storms with storm surges ordered by overall losses (pdf), Münchener Rück.</ref>

Am 28. Februar 2010 waren etwa eine Million Haushalte in Frankreich ohne Strom.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />"Nationale Katastrophe" in Frankreich. (Memento vom 2. März 2010 im Internet Archive) In: tagesschau.de vom 1. März 2010.</ref> An der französischen Atlantikküste erreichten die Wellen eine Höhe bis zu acht Metern. Zahlreiche Deiche brachen, wodurch in den Departements Vendée und Charente-Maritime mehrere Ortschaften überflutet wurden. Gegen Mittag traf Xynthia dann auf Deutschland, wo er Richtung Nordost zog. In Frankfurt am Main wurden vorsorglich der Haupt- und der Flughafen Fernbahnhof gesperrt. Weil Baustellenteile des Fernbahnhofes auf die Autobahn zu stürzen drohten, wurde die Bundesautobahn 3 am Frankfurter Flughafen gesperrt.<ref name="hr34938">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Sturmtief „Xynthia“ – Verkehr lahmgelegt – erstes Todesopfer.] Hessischer Rundfunk, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 28. Februar 2010.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hr-online.deVorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Datei:Spurkenbach, Schäden Orkan Xynthia.jpg
Sturmschäden des Orkans Xynthia auf der B 256 bei Spurkenbach

Der Sturm riss auch Strom- und Telegrafenleitungen herunter und beschädigte Oberleitungen von Straßenbahnen und Eisenbahnen. Im Saarland, in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz kam der Eisenbahnverkehr praktisch zum Stillstand. Auf der Bahnstrecke Frankfurt–Göttingen kollidierte ein Intercity-Express mit einem Baum.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Orkan rast durch Hessen. (Memento vom 6. März 2010 im Internet Archive) Abgerufen am 1. März 2010.</ref> Umgestürzte Bäume blockierten Straßen und erschlugen Menschen.

In Rheinland-Pfalz brachte der Orkan „Xynthia“ rund 2,1 Millionen Festmeter Holz zu Boden, vor allem im Nordteil des Landes, in der Eifel, im Hunsrück (ca. 600.000 fm), im Westerwald (ca. 460.000 fm) und im Raum Trier (ca. 390.000 fm). Die Pfalz blieb weitgehend verschont (ca. 60.000 fm).

Ca. 95 Prozent des Sturmholzes war Nadelholz (Fichten-, Douglasien-, Kiefer- oder Lärchenholz); über 70 Prozent davon in Gemeindewald, 20 Prozent in Staatswald und 10 Prozent in Privatwald. 95 Prozent des Sturmholzes waren zum Verkauf verwertbar; etwa fünf Prozent (ca. 100.000 fm) blieb als Totholz im Wald. Die außerplanmäßigen Holzmengen wurden im Wesentlichen im laufenden Jahr vom Markt aufgenommen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.wald-rlp.de (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wald-rlp.de</ref>

In Hessen gab es rund 1,2 Millionen Festmeter Sturmholz.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.wiesbadener-kurier.dewww.wiesbadener-kurier.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>

Siehe auch

Medien

  • Xynthia, Chronik einer angekündigten Katastrophe. ARTE Sondersendung (Themenabend), Erstausstr. 9. März 2010 (Programm, Dossier)

Fußnoten

<references />

Weblinks

Commons: Orkan Xynthia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien