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Sven Marquardt

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Datei:Sven Marquardt.JPG
Sven Marquardt auf der Leipziger Buchmesse 2015

Sven Marquardt (* 3. Februar 1962<ref>Fernanda Viana Dias: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Mysterious Sven Marquardt (Memento vom 2. Februar 2014 im Internet Archive) WOW Art – wowrevista.com; abgerufen am 14. März 2015</ref> in Ost-Berlin) ist ein deutscher Fotograf und Türsteher des Technoclubs Berghain.

Leben

Datei:Wandmalerei Potsdamer Str 151 (Schön) Sven Marquardt&Alexandre Farto&2010.jpg
Wandrelief am Haus Potsdamer Straße 151, in Berlin-Schöneberg

Sven Marquardt wuchs in Ost-Berlin auf. Sein Vater war Autobahnbauer, seine Mutter medizinisch-technische Assistentin. 1982 begann er seine Ausbildung als Fotograf und Kameramann bei der DEFA. Nach ersten Veröffentlichungen in den Zeitungen Sonntag und Das Magazin war er von 1985 bis 1986 Assistent von Rudolf Schäfer. Als Modefotograf arbeitete er bis Ende der 1980er Jahre für die Zeitschrift Sibylle um Roger Melis und Arno Fischer.<ref>Sven Marquardt: Meine Fotos waren immer inszeniert. In: Dorothea Melis (Hrsg.): Sibylle – Modefotografie aus drei Jahrzehnten DDR. Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf 1998, S. 284–297.</ref> In der Dokumentation „Ein Traum in Erdbeerfolie“<ref>Jan Kedves: Dokumentation über DDR-Mode: Widerstand aus Duschvorhängen. In: Die Tageszeitung: taz. 23. April 2009, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 3. Mai 2023]).</ref><ref>ADK. Abgerufen am 3. Mai 2023.</ref> über die Modewelt der DDR tritt er als Zeitzeuge auf.

1987/1988 nahm er an der X. Kunstausstellung der DDR teil<ref>Verband Bildender Künstler der DDR u. a. (Hrsg.): X. Kunstausstellung der DDR. Berlin (Ost) 1987, S. 535.</ref> und wurde 1988 Mitglied im Verband Bildender Künstler.<ref>adk.de</ref> Marquardt, dessen Bilder „das Innen und Außen seiner Existenz in der Großstadt beschrieben“ und „exaltierte Träume von Lust und Angst“ inszenierten,<ref>Eckhart Gillen, Rainer Haarmann (Hrsg.): Kunst in der DDR. Köln 1990, S. 208.</ref> war fotografischer Dokumentarist der DDR-Subkultur.<ref name="Zeit 6.8.09">Er ist der Härteste. In: Die Zeit, Nr. 33/2009.</ref><ref>Daniela Dahn: Kunst und Kohle. Die „Szene“ am Prenzlauer Berg. Frankfurt am Main 1987, S. 237.</ref>

Nach der Wende zog sich Marquardt zunächst aus der Fotografie zurück: „Ich hatte das Gefühl, nichts mehr sagen zu können“, sagte er dazu später in einem Interview mit der Zeit.<ref name="Zeit 6.8.09" />

In den 1990er Jahren begann Marquardt für seinen Bruder Oliver Marquardt (DJ Jauche) bei Partys in der Diskothek Ostgut als Türsteher zu arbeiten. Als das Ostgut 2003 schloss, begann er wieder als Fotograf zu arbeiten.<ref>Fotograf Sven Marquardt: „Wir waren überheblich und rotzig“. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 31. Juli 2023]).</ref> Mit dem Umzug ins Berghain und dessen Aufstieg zu einer bekannten Adresse wurde Sven Marquardt zu einer Symbolfigur des Berliner Nachtlebens, indem er nach wie vor fast jedes Wochenende an der Eingangstür des Clubs über den Einlass der Gäste wacht, meist jedoch unterstützt von anderen Türstehern.

Rosa von Praunheim porträtierte Marquardt 2012 im Rahmen der Filmreihe Rosas Welt.<ref>Rosas Welt – 70 neue Filme von Rosa von Praunheim. Internet Movie Database, abgerufen am 26. März 2022.</ref>

Seine 2014 erschienene Autobiografie verfasste er zusammen mit Judka Strittmatter, einer Enkelin des DDR-Schriftstellers Erwin Strittmatter.<ref>Sven Marquardt las aus seiner Autobiografie: Friedhofsspaziergänge mit dem Türsteher. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 31. Juli 2023]).</ref>

2023 trat Sven Marquardt im vierten Teil der John-Wick-Saga auf. In seiner Rolle Klaus führt er John Wick zu einem fiktiven Berliner Club.<ref>Johannes Kistinger: Keanu Reeves trifft in „John Wick 4“ auf Sven Marquardt. Rolling Stone Magazine Online, 29. März 2023; abgerufen am 28. März 2024.</ref>

Ausstellungen

Veröffentlichungen

  • Zukünftig vergangen: Fotografien 1984–2009. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2010, ISBN 978-3-89812-723-3.
  • Heiland. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2011, ISBN 978-3-89812-768-4.
  • mit Judka Strittmatter: Die Nacht ist Leben: Autobiographie. Ullstein Extra, Berlin 2014, ISBN 978-3-86493-025-6.
  • Wild verschlossen. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2015, ISBN 978-3-95462-457-7.
  • mit Esther Perbandt und Nicholas Mockridge: Fleischmann. Distanz Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-95476-447-1.

Filme

Literatur

  • Ullrich Wallenburg, Ulrike Stöhring (Hrsg.): Die Faszination des Gesichts: Aspekte der Porträtfotografie. Brandenburgische Kulturstiftung, Cottbus 1988, ISBN 3-928696-14-9, S. ?.
  • Dorothea Melis (Hrsg.): Sibylle. Modefotografie aus drei Jahrzehnten DDR. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1998, ISBN 3-89602-164-8, S.?.
  • In Grenzen Frei – Mode Fotografie Underground. Kerber, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-86678-316-4, S.?.
  • Tobias Rapp: Das Gesicht der Wahrheit. In: Der Spiegel. Nr. 31, 2014, S. 116–117 (online).
  • Nicky Heise: Marquardt, Sven. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 87, De Gruyter, Berlin 2015, ISBN 978-3-11-023253-0, S. 283.
  • Er ist der Härteste. In: Die Zeit, Nr. 33/2009.
  • Marquard, Sven. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 573

Weblinks

Commons: Sven Marquardt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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