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Bislich

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Bislich
Stadt Wesel
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2593)&title=Bislich 51° 41′ N, 6° 30′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2593) 51° 40′ 45″ N, 6° 29′ 35″ O
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Fläche: 36,53 km²
Einwohner: 2593 (31. Dez. 2023)<ref name="Einwo2023">Bevölkerungszahlen | Hansestadt Wesel am Rhein. Abgerufen am 23. Juni 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 46487
Vorwahlen: 02859, 0281
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Bislich ist ein Ortsteil der Stadt Wesel, der zusammen mit den Ortsteilen Bergerfurth und Diersfordt den Stadtteil Bislich bildet. Bislich liegt mitsamt den Naturschutzgebieten Rheinaue Bislich-Vahnum und Droste Woy und Westerheide direkt am Rhein (Kilometer 825) gegenüber von Xanten. Der gesamte Stadtteil Bislich hat 2.593 Einwohner (Stand 31. Dezember 2023).<ref name="Einwo2023" />

Geografie

Der Stadtteil Bislich liegt im Nordwesten des Weseler Stadtgebiets. Er ist ländlich geprägt, im Süden und Westen durch das Rheinufer und die Rheinaue, insbesondere in der Umgebung des Dorfes Bislich durch landwirtschaftliche Nutzung und im Osten und Nordosten durch den ausgedehnten Diersfordter Wald. Der rheinnahe Bereich und der Diersfordter Wald sind jeweils in Naturschutzgebiete eingebunden. Zusätzlich befinden sich im Bislicher Gebiet mehrere Baggerseen, darunter der Diersfordter Waldsee. Unter Wesels fünf Stadtteilen ist Bislich der flächengrößte, hat jedoch die geringste Bevölkerungszahl und mit deutlichem Abstand die geringste Bevölkerungsdichte.<ref name="a">Bevölkerungszahlen (wesel.de). Amtliche Bevölkerungszahl mit Haupt- und Nebenwohnsitz.</ref> Zum Stadtteil gehört die ehemals selbstständige Gemeinde Diersfordt, die abgesehen von ihrem kleinen Kernort und dem Diersfordter Waldsee vor allem ein ausgedehntes Waldgebiet umfasst, das sich bis an den Rand des Weseler Stadtteils Flüren erstreckt. Wie Diersfordt ist auch die kleine Siedlung Bergerfurth als eigener Ortsteil innerhalb des Stadtteils ausgewiesen, war jedoch früher Teil der Gemeinde Bislich. Neben den genannten Ortschaften liegt in Bislich eine Reihe von Bauerschaften, also ländlichen Streusiedlungen, darunter: Bergen, Feldwick, Laak, Jöckern, Loh, Mars, Marwick, Schüttwich, Steinberg, Vahnum und Vissel. Formell erfolgt daher auch eine weitere Untergliederung in Bislich-Ortskern und Bislich-Land.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bislich (Memento des Vorlage:IconExternal vom 22. Dezember 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wesel.de (wesel.de)</ref>

Ortsteile im Stadtteil Bislich
Name Fläche in km² Einwohner 2023<ref name="Einwo2023" /> Einw. je km²
Bislich-Land 16,09 430 27
Bergerfurth 2,38 117 49
Bislich-Ortskern 10,67 1.760 165
Diersfordt 7,39 286 39
Gesamt 36,53 2.593 68

Vom Dorf Bislich beträgt die Entfernung zur Weseler Innenstadt über die Straße rund 12 Kilometer und Rees ist rund 15 Kilometer entfernt. Die Entfernung zum linksrheinischen Xanten beträgt in Luftlinie nur rund drei Kilometer, allerdings besteht nur im Sommer eine direkte Fährverbindung, die zudem durch den motorisierten Verkehr nicht genutzt werden kann. Aufgrund der Größe des Stadtteils weichen die Entfernungen zu den nahegelegenen Städten teils deutlich ab. Der Stadtteil Bislich grenzt im Nordwesten an die Stadt Rees mit deren Ortsteilen Haffen und Mehr, im Norden und Nordosten an Hamminkeln mit Mehrhoog und Hamminkeln, im Westen an Wesel-Flüren, im Süden entlang des Rheins an Wesel-Büderich und im Westen entlang des Rheins an Xanten.<ref>Statistik auf geoportal-wesel.de</ref>

Geschichte

Die Besiedlung Bislichs begann im frühen Mittelalter, wovon ein großes Gräberfeld des 6.–9. Jahrhunderts zeugt.<ref>Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1989, S. 278/279.</ref> Aus dem 7. Jahrhundert stammen einige sehr reiche Bestattungen, u. a. das einer Frau mit einem Wagen.<ref>Walter Janssen: Die Sattelbeschläge aus Grab 446 des fränkischen Gräberfeldes von Wesel-Bislich. Archäologisches Korrespondenzblatt 11, 1981, S. 149–169; ders., Das fränkische Gräberfeld von Wesel-Bislich. Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters 18/19, 1990/91, S. 71–116.</ref> Möglicherweise ist die zum Gräberfeld gehörige Siedlung identisch mit dem Ort Lippeham, den Karl der Große zwischen 799 und 810 mehrfach besuchte.<ref>Ingo Runde: Ranges, Rivers and Roads. Zur Funktion und Bedeutung topographischer Aspekte bei Grenzkonflikten im früh- und hochmittelalterlichen Xantener Raum. Mit einem Exkurs zu Bezügen zwischen der Xantener Gereonskapelle ‚in den Sümpfen‘ und der ‚Schlacht bei Birten‘ im Jahre 939 n. Chr. In: Rheinische Vierteljahrsblätter, Jg. 77 (2013), S. 25–58, hier S. 36.</ref> Somit wäre dies auch der Ort, an dem Karls Elefant Abul Abbas verstarb. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich ein Dorf von Bauern, Fischern und Schiffsleuten.

Das Rhein-Hochwasser von 1688 richtete schwere Schäden unter anderem an der katholischen Kirche St. Johannes an, deren Entstehung bis zum Jahr 1180 zurückverfolgt werden kann. Sie wurde wiedererrichtet und zu ihrem Schutz der Deich verlegt.<ref>Website der St. Johanneskirche Bislich</ref> 1729 wurde eine evangelische Kirche erbaut; 1784 richtete ein weiteres Hochwasser schwere Schäden an. Daraufhin ordnete Friedrich der Große eine künstliche Rheinverlagerung an, durch die der Bislicher Graben entstand, welcher ungefähr dem Verlauf des Rheins zum Ende des 20. Jahrhunderts entspricht. Durch diesen Eingriff entstand die Bislicher Insel, die zu den bedeutendsten Naturschutzgebieten des unteren Niederrheins zählt.

Datei:BislicherInselFähre.png
Fähre zur Bislicher Insel

1855 kam es zu einem Deichbruch, bei dem Teile Bislich überflutet wurden und letztmals Hochwassertote zu beklagen waren. 1912 erreichte die elektrische Versorgung Bislich, zwei Jahre später nahm die Kleinbahn Rees-Bislich-Wesel den Betrieb auf. 1991 wurde die bereits im 12. Jahrhundert erwähnte Fährverbindung Bislich – Xanten wieder aufgenommen.

Kommunalpolitisch gehörte Bislich von 1816 bis 1927 zur Bürgermeisterei Ringenberg, dann bis 1974 zum gleichnamigen Amt und bildet seit dem 1. Januar 1975 einen Stadtteil von Wesel.<ref></ref>

Im Jahr 1987 wurde Bislich beim Wettbewerb Mein Dorf soll schöner werden Golddorf auf Kreisebene und Silberdorf auf Landesebene. 1991 wurde Bislich erneut Golddorf auf Kreisebene und Bronzedorf auf Landesebene.

Wappen

Wappen der ehemaligen Gemeinde Bislich
Wappen der ehemaligen Gemeinde Bislich

Blasonierung: Im geteilten Schild oben in blau wachsend in silber (weiß) der hl. Johannes, Evangelist, mit einem Buch und einem Kelch mit Schlange; unten in rot ein halbes silbernes (weißes) Schildchen an der Teilungslinie, überlegt mit einer halben goldenen (gelben) Lilienhaspel.

Bedeutung: Das Wappen ist dem alten Schöffensiegel Bislichs entnommen. Die untere Hälfte des Schildes enthält die Lilienhaspel, auch Glevenkreuz oder Lilienkreuz genannt, des Wappens der Herzöge von Kleve, zum Zeichen der Zugehörigkeit der Gemeinde Bislich zum Herzogtum Kleve.<ref>Wappenbeschreibung</ref>

Tourismus

Der befestigte Rheindeich und zahlreiche Fahrradwege werden von Radfahrern und Skatern genutzt. Zwischen Bislich und Xanten-Beek verkehrt die Personenfähre „Keer Tröch II“ vom 1. April bis zum 1. November mittwochs, freitags, samstags, sonntags und feiertags von 10 Uhr bis 19 Uhr, ab 1. Oktober bis 18 Uhr. Im kulturellen Bereich verfügt Bislich über das Museum Bislich, zu welchem das 1983 eingerichtete Heimatmuseum, das im Mai 2000 eröffnete Rhein-Deich-Museum und das 2006 eingeweihte Ziegelmuseum gehören.<ref>Website der drei Bislicher Museen</ref> Als touristische Besonderheit sind die Myriametersteine erwähnenswert (siehe Bild oben). Im Stadtteil Diersfordt ist das Schloss Diersfordt eine wichtige Sehenswürdigkeit und Veranstaltungsort.

Datei:Bislicher Rheinaue.jpg
Blick vom Deich über die Rheinaue nach Xanten

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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Stadtteil Wesel: Altstadt | Feldmark | Blumenkamp | Fusternberg | Schepersfeld | Lippedorf
Stadtteil Flüren: Flüren
Stadtteil Obrighoven-Lackhausen: Lackhausen | Obrighoven | Wittenberg
Stadtteil Bislich: Bislich-Land | Bergerfurth | Bislich-Ortskern | Diersfordt
Stadtteil Büderich: Werrich/Perrich | Ginderich | Büderich

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