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Oryx Quest

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Oryx Quest (im Vorbereitungsstadium zunächst Oryx Cup<ref name="deal"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />admin (15. Oktober 2003). Qatar sails to $63m deal. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 29. April 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sportbusiness.com Sport Business (engl.; abgerufen am 22. Januar 2011)</ref>) war eine Segelregatta, die im Jahr 2005 auf Yachten der G-Class – unbegrenzt großen Mehrrumpfbooten, d. h. Maxi-Katamaranen und -Trimaranen – einmal nonstop um die Welt führte. Sie war die erste Weltumsegelungsregatta, deren Start und Ziel im Nahen Osten – nämlich in Doha, Katar – lag.<ref name="timekeeper">Nick Hayes (19. Januar 2005). Amundsen Oslo Appointed As Official Timekeeper. sailing.org (International Sailing Federation) (engl.; abgerufen am 20. Januar 2011)</ref>

Von den vier teilnehmenden Booten schieden zwei aufgrund von Materialschäden aus; da das eine der beiden verbleibenden Boote deutlich langsamer als die Konkurrenz war, war ab diesem Augenblick – noch genau einen Monat vor Zieleinfahrt des Siegers – der Regattaausgang weitgehend entschieden.

Teilnehmenden Booten wurden nach Angaben des Veranstalters jeweils 1 Million US-Dollar Startgeld gezahlt.<ref name="brief">Tracy Edwards (24. Dezember 2010). Brief. auf Tracy Edwards – Qatar Blog (engl.; abgerufen am 20. Januar 2011)</ref> Das ausgeschriebene Preisgeld in Höhe von insgesamt ebenfalls 1 Million Dollar war das bis dahin höchste in der Geschichte des Segelsports.<ref name="debtinfested">Cahal Milmo & Stuart Alexander (15. Juli 2004). Is Edwards sailing into debt-infested waters? The Independent (engl.; abgerufen am 20. Januar 2011)</ref> Außerdem wurde ein Preisgeld für ein Boot ausgesetzt, das die Rekordzeit der Trophée Jules Verne (einer Weltumsegelung von Frankreich/England aus) unterböte,<ref name="seekrieg"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />keine Autorenangabe (20. Oktober 2003). Hochsee-Piraterie – Seekrieg um den 'Jackpot'. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. Mai 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.seglermagazin.de Seglermagazin (abgerufen am 21. Januar 2011)</ref> auch wenn die Strecke (und damit die vorherrschenden Winde) sich deutlich unterschied und insbesondere mit 21.000 Seemeilen<ref>keine Autorenangabe (20. Dezember 2004). Bullimore sets sail for Qatar. Yachting World (engl.; abgerufen am 22. Januar 2011)</ref> kürzer war als für die Trophée Jules Verne.

Infolge der Regatta kam es zu juristischen Auseinandersetzungen zwischen der britischen Seglerin Tracy Edwards bzw. dem von ihr geleiteten Veranstalter und den Sponsoren aus Katar, die laut englischen Angaben Beträge in Millionenhöhe – einschließlich von Preisgeldern in Höhe von 850.000 US-Dollar – nicht ausgezahlt haben sollen.<ref name="muddle">Dick Durham (4. April 2006). Middle East muddle. Yachting Monthly (engl.; abgerufen am 20. Januar 2011)</ref> Von anderer Seite wurde diese Darstellung bezweifelt. Edwards und der Veranstalter mussten infolge der Regatta Konkurs anmelden.<ref name="muddle" /> Außerdem wurde Edwards von einem der Veranstalter der Weltumsegelungsregatta The Race Ideendiebstahl vorgeworfen.<ref name="debtinfested" />

Ablauf der Regatta

Route, Preisgelder und weitere Regattabedingungen

Start der Regatta war am 5. Februar 2005 in Doha, danach führte die Route durch den persischen Golf über den Indischen Ozean nach Süden, dann wurden Kap Leeuwin und Kap Hoorn gerundet. Nach einem Abstecher um die vor Uruguay gelegene Isla de Lobos (damit die Boote nicht zu sehr in den gefährlicheren südlichen Gewässern segelten und zudem Filmmaterial für die Vermarktung der Regatta leichter an Land übertragen werden konnte)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Brian Hancock (2005). Oryx Quest – Los Lobos Rendezvous. (Memento vom 4. Juli 2008 im Internet Archive) yachtracing.com (engl.; abgerufen am 20. Januar 2011)</ref> ging es um das Kap der Guten Hoffnung und Mauritius herum zurück nach Katar.<ref name="timekeeper" />

Laut Edwards wurde teilnehmenden Booten jeweils eine Million US-Dollar Startgeld gezahlt. Als eins der angemeldeten Boote kurzfristig absagte, wurden Steve Fossett für die Teilnahme seines Maxi-Katamarans Cheyenne sogar 2 Mio. Dollar gezahlt.<ref name="brief" /> An anderer Stelle ließ Edwards allerdings einen Hinweis auf Teilnahmegebühren fallen.<ref>"Ms Edwards (…) issued a statement insisting that (…) the Oryx Cup (…) is still on, with six entries, three of which have "paid up"." – Cahal Milmo & Stuart Alexander (15. Juli 2004). Is Edwards sailing into debt-infested waters? The Independent (engl.; abgerufen am 20. Januar 2011)</ref>

Außerdem winkte eine weitere Million US-Dollar an Preisgeldern,<ref name="declared">@1@2Vorlage:Toter Link/www.cowesonline.comkeine Autorenangabe (6. September 2005). Tracy Edwards declared bankrupt. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot CowesOnline (engl.; abgerufen am 21. Januar 2011)</ref> davon 500.000 US-Dollar für den Erstplatzierten<ref name="muddle" /> (nach einigen früheren Angaben sogar eine Million),<ref> staff (12. April 2005). Doha 2006 claims Oryx Quest title. Gulf News (engl.; abgerufen am 22. Januar 2011)
Barry Pickthall (9. Dezember 2004). Bullimore ready to take on the high seas again. The Daily Sail (engl.; abgerufen am 22. Januar 2011)
<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />keine Autorenangabe (23. April 2005). British entry take second place in Oryx Quest race. (Memento vom 3. April 2011 im Internet Archive) Gulf Times (engl.; abgerufen am 22. Januar 2011) </ref> 300.000 Dollar<ref> staff (12. April 2005). Doha 2006 claims Oryx Quest title. Gulf News (engl.; abgerufen am 22. Januar 2011)
<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />keine Autorenangabe (23. April 2005). British entry take second place in Oryx Quest race. (Memento vom 3. April 2011 im Internet Archive) Gulf Times (engl.; abgerufen am 22. Januar 2011) </ref> (oder 350.000)<ref name="muddle" /> für den Zweitplatzierten und 200.000 Dollar für den Drittplatzierten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kimball Livingston (keine Datumsangabe). The Luckiest Sailor in the World? (Memento vom 6. September 2008 im Internet Archive) sailmagazine.com (engl.; abgerufen am 22. Januar 2011)</ref> Vor dem Hintergrund der finanziellen Probleme der Regatta (siehe unten) wurde bei der Preisverleihung jedoch kein Geld ausgezahlt, und es ist unklar, ob die Gelder zu einem späteren Zeitpunkt ausgezahlt wurden (Stand September 2005).<ref name="declared" />

Nach Veranstalterangaben soll die Regatta Katar in seinen wichtigsten Märkten 46 Mio. Dollar an „PR“ (public relations, d. h. Öffentlichkeitsarbeit) in die Kassen gespült haben;<ref name="brief" /> eine Bestätigung dieser Zahl von Seiten Katars ist nicht bekannt.

Boote und Ergebnisse

Die verwendeten Yachten unterlagen keinen baulichen Beschränkungen, woraufhin die teilnehmenden zu den größten und zeitweilig schnellsten Mehrrumpfbooten weltweit gehörten. Nachdem sich zeitweilig mindestens sechs Boote angemeldet hatten,<ref name="debtinfested" /> traten vier tatsächlich zur Regatta an:

Ergebnisse:

Platzierung Bootsname Typ Nationalität Skipper Zeit Bemerkungen
1 Doha 2006 Katamaran Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg GBR Brian Thompson 62 Tage 21 Std 1 Min 22 Sek<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />keine Autorenangabe (5. April 2005). Multiplast and Doha 2006 win the Oryx Quest. (Memento vom 8. Dezember 2010 im Internet Archive) multiplast.eu (engl.; abgerufen am 20. Januar 2011)</ref>
2 Daedalus Katamaran Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg GBR Tony Bullimore 75 Tage 0 Std 20 Min 48 Sek<ref>keine Autorenangabe (22. April 2005). Qatar. Oryx Quest: Team Bullimore on Daedalus cross the line. bymnews.com (engl.; abgerufen am 20. Januar 2011)</ref>
3 Cheyenne Katamaran Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg USA David Scully DNF aufgegeben wegen Kollision mit Treibgut am 2. März*<ref>Tim Jeffery (10. März 2005). Scully crew safe after dismasting. The Daily Telegraph (engl.; abgerufen am 20. Januar 2011)</ref>
4 Geronimo Trimaran FrankreichDatei:Flag of France.svg FRA Olivier de Kersauson DNF aufgegeben wegen Mastbruchs am 9. März*<ref name="seglermagazin.com">@1@2Vorlage:Toter Link/seglermagazin.comkeine Autorenangabe (21. Februar 2005). Oryx Quest: Havarie auf Geronimo. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Seglermagazin (abgerufen am 20. Januar 2011)</ref>

* Vor ihrem jeweiligen Ausscheiden hatte Geronimo mit Doha 2006 um die Führung gekämpft; Cheyenne hatte auf Platz 3 bzw. nach Aufgabe von Geronimo auf Platz 2 gelegen.<ref name="secondplace"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />keine Autorenangabe (23. April 2005). British entry take second place in Oryx Quest race. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. April 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gulf-times.com Gulf Times (engl.; abgerufen am 22. Januar 2011)</ref>

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Veranstalter: Finanzielle und juristische Probleme

Initiiert wurde Oryx Quest von Tracy Edwards, die als englische Hochseeregattaseglerin unter anderem den Maxi-Katamaran Maiden II (das spätere Siegerboot beim Oryx Quest) skipperte.<ref name="seglermagazin.com" /> Die Organisation übernahm die Gesellschaft Quest International Sports Events (kurz QISE; bis 2004: Maiden Events Ltd<ref name="brief" />), die Edwards leitete und an der ihr ein Drittel gehörte.<ref name="paid">Catriona Davies (14. Oktober 2004). Tracy Edwards 'paid debts with firm’s money'. The Daily Telegraph (engl.; abgerufen am 22. Januar 2011)</ref>

Rechtsstreite begleiteten bzw. folgten Oryx Quest, weil es einerseits zu Problemen mit der Finanzierung kam und andererseits der Urheberin der Regatta von einem anderen Regattaveranstalter Ideendiebstahl vorgeworfen wurde.

Finanzielles Vor- und Nachspiel der Regatta

Finanzierungsprobleme

Problematisch war offenbar die Finanzierung der Regatta. Ein Großsponsor der Regatta war die HSBC-Bank, während die Suche weiterer Sponsoren mindestens bis Juli 2004 (7 Monate vor Regattabeginn) und möglicherweise auch weiterhin erfolglos blieb.<ref name="debtinfested" /> Zwar sollte die Regatta gemäß der Ankündigung des Veranstalters zu einem erheblichen Anteil im Rahmen eines großen Sponsoren-Vertrags mit Katar finanziert werden: Partner in Katar war die Organisation Qatar Sports International (QSI), die vom Kronprinzen Scheich Tamim bin Hamad Al Thani gegründet worden war; QSI soll vertraglich zugesichert haben, über vier Jahre ca. 38 Mio. Pfund (ca. 55 Mio. Euro<ref name="seekrieg" /> oder 66,4 Mio. Dollar) für Segelaktivitäten in Katar zur Verfügung zu stellen, wovon unter anderem die Oryx Quest bezahlt werden sollte.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />admin (15. Oktober 2003). Qatar sails to $63m deal. (Memento vom 29. April 2012 im Internet Archive) Sport Business (engl.; abgerufen am 22. Januar 2011)
<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />keine Autorenangabe (20. Oktober 2003). Hochsee-Piraterie – Seekrieg um den 'Jackpot'. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. Mai 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.seglermagazin.de Seglermagazin (abgerufen am 21. Januar 2011) </ref> Laut Angaben von Edwards und einigen westlichen Medien wurden jedoch einige der vor oder während der Regatta zu zahlenden Gelder nicht oder nicht in der vereinbarten Höhe zur Verfügung gestellt.<ref>Edwards’ Eigendarstellung: Tracy Edwards (24. Dezember 2010). Brief. auf Tracy Edwards – Qatar Blog (engl.; abgerufen am 20. Januar 2011)
andere Medien: Dick Durham (4. April 2006). Middle East muddle. Yachting Monthly (engl.; abgerufen am 20. Januar 2011)
Michael Wulzinger (2. April 2007). Welcher Vertrag? Spiegel Online (abgerufen am 20. Januar 2011)</ref> Zum Teil war von ca. 6 Mio. Pfund (ca. 10,5 Mio. Dollar) die Rede, die nicht wie vereinbart gezahlt worden seien, worauf Edwards bzw. ihre Gesellschaft letztlich auf ca. 2,6 Mio. Pfund (ca. 4,5 Mio. Dollar) Schulden sitzen geblieben seien. Qatar Sports International wurde Ende 2005 aufgelöst.<ref name="muddle" />

Nach Angaben der britischen Zeitung The Daily Telegraph hingegen verlangte Edwards von QSI die Zahlung von 1,7 Mio. Pfund, obwohl mit QSI nie ein schriftlicher Vertrag ausgefertigt worden sei.<ref name="lost">Catriona Davies (5. September 2005). 'I have lost everything'. The Daily Telegraph (engl.; abgerufen am 21. Januar 2011)</ref> Unklar ist allerdings auch das finanzielle Management von Quest, insofern der Finanzmanager (und Eigentümer eines weiteren Drittels) der Gesellschaft kurz nach seiner Entlassung ein unabhängiges Audit forderte.<ref name="newcourt" />

Edwards war von den Finanzierungsproblemen auch persönlich betroffen, da sie für die Regatta auch auf ihren eigenen Namen Kredite in Höhe von 14,5 Mio. Dollar aufgenommen hatte;<ref name="muddle" /> nach anderen Angaben hatte sie in Höhe von 5,4 Mio. Euro gebürgt.<ref name="vertrag">Michael Wulzinger (2. April 2007). Welcher Vertrag? Spiegel Online (abgerufen am 20. Januar 2011)</ref> Dazu kamen anscheinend bereits vorher bestehende persönliche Schulden: Die Britin soll schon vor der Regatta – insbesondere durch den Kauf des Maxi-Katamarans Maiden II für mindestens 1,1 Mio. Pfund<ref name="ordered">Jonathan Brown (7. September 2004). Sailing: Edwards ordered to pay £500,000 debt. The Independent (engl.; abgerufen am 21. Januar 2011)</ref> (über 1,9 Mio. Dollar) oder sogar 2,2 Mio. Dollar<ref name="debtinfested" /> – hochverschuldet gewesen sein und der Besatzung ihres Katamarans bis zu zwei Jahre lang kein Gehalt gezahlt haben.<ref name="lost" /> Nach anderen Zeitungen hatte Edwards schon vor Regattabeginn 6,3 Mio. Pfund (ca. 11 Mio. Dollar) Schulden aus Bootskauf, Besatzungsgehältern und Marketing-Kampagnen gehabt und war wiederholt wegen Teilschulden in bis zu sechsstelliger Höhe verklagt worden<ref>keine Autorenangabe (4. Februar 2005). Edwards describes 'debt misery'. BBC (engl.; abgerufen am 21. Januar 2011)
Joanne Harris (11. Juli 2005). Spring Law sinks Tracy Edwards’ defence. The Lawyer (engl.; abgerufen am 21. Januar 2011)
Jonathan Brown (7. September 2004). Sailing: Edwards ordered to pay £500,000 debt. The Independent (engl.; abgerufen am 21. Januar 2011)</ref> Edwards konnte zwar gegen Ende September 2004 ihren Maxi-Katamaran, dessen Regattateilnahme eigentlich in Edwards’ Eigentum geplant war,<ref name="ordered" /> an einen anderen Interessenten verkaufen,<ref name="newcourt">Tim Jeffery (11. Oktober 2004). New court action for Edwards faces new court. The Daily Telegraph (engl.; abgerufen am 21. Januar 2011)</ref> für den das Boot schließlich als Doha 2006 das Oryx Quest segeln und gewinnen würde. Einen wenige Wochen vor Regattabeginn aufgenommenen Kredit über 6,5 Mio. US-Dollar habe sie zur Hälfte zur Rückzahlung ihrer bereits vorbestehenden Schulden gegenüber 72 unterschiedlichen Gläubigern eingesetzt.<ref name="lost" /> (Edwards verwehrte sich später nach entsprechenden Vorwürfen<ref name="paid" /> dagegen, Gelder für die Zwecke zweckentfremdet zu haben.<ref name="brief" />)

Folgen

Sowohl Quest wie auch Edwards mussten im Verlauf des Jahres 2005 – d. h. nach Ende der Regatta – Insolvenz anmelden.<ref name="muddle" /> Ein Vermieter von Büroräumen in Katar erwirkte gegen Edwards aufgrund ausstehender Schulden eine gerichtliche Verfügung, der zufolge die Britin nach einem geplanten Kurzbesuch im Juli das Land nicht mehr verlassen durfte; erst nach vier Wochen wurde ihr ein Ausreisevisum erteilt.<ref name="lost" />

In der sich anschließenden gerichtlichen Auseinandersetzung sprach ein Zivilgericht in Katar Edwards Anfang April 2006 von (persönlicher) finanzieller Verantwortung frei.<ref name="muddle" /> Damit stand es der Britin frei, die Regierung von Katar vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag für Schadenersatz von Edwards erlittenem immateriellen Schaden zu verklagen.<ref>Sean O'Brian (3. April 2006). Judgement goes for Edwards. The Daily Sail (engl.; abgerufen am 20. Januar 2011)</ref> Spiegel Online benutzte Edwards später gar als Beispiel für „ruppige Geschäftsmethoden“ in Katar und westliche Geschäftsleute, deren Verträge im Emirat nicht eingehalten würden.<ref name="vertrag" />

Eine weitere, für 2006 geplante Regatta, die laut Edwards Gesellschaft ebenfalls im Rahmen des 38-Mio.-Pfund-Abkommens mit Katar ausgerichtet werden sollte, wurde nicht mehr durchgeführt. Die Regatta, die als Qatar Sports Global Challenge wie auch als Quest Qatar angekündigt worden war, hatte Mehr- und Einrumpfboote von über 100 bzw. 110 Fuß (ca. 30,5 bzw. 33,5 Meter) um die Welt führen sollen, mit Etappen in England, in amerikanischen und in asiatischen Häfen.<ref name="seekrieg" /> Die teilnehmenden Boote hätten im Rahmen einer „Sues-Parade“ von Großbritannien nach Katar segeln sollen. Ursprünglich hatte das Abkommen auch noch eine Sponsorenschaft enthalten, mit dem Edwards’ auf ihrem Maxi-Katamaran Maiden II im Winter 2003/2004 den Rekord der Trophée Jules Verne hätte angreifen sollen.<ref name="deal" />

Vorwurf des „Ideendiebstahls“

Abgesehen von den finanziellen Angelegenheiten machte die Regatta auch Schlagzeilen, weil Bruno Peyron, der Vater der Maxi-Nonstop-Weltumsegelungs-Regatta The Race, Edwards vorwarf, Ideen für die Regatta „gestohlen“ zu haben.<ref name="debtinfested" /> Nach Peyrons Angaben hatte die Engländerin zwei Jahre lang bei den Vorbereitungstreffen für The Race 2004 mitgetagt. Die Regatta musste schließlich, nach unterschiedlichen Angaben aufgrund von Absagen angemeldeter Teilnehmer (laut Peyron: einschließlich Edwards)<ref name="debtinfested" /> oder von Problemen bei der Sponsorensuche, abgesagt werden. Wenige Tage nachdem Peyron das Aus für The Race öffentlich gemacht hatte, trat Edwards überraschend mit der Mitteilung an die Medien, dass sie zwei Weltumsegelungs-Regatten für Maxi-Yachten – die nonstop-Regatta Oryx Quest (damals noch als „Oryx Cup“ angekündigt) und die Etappen-Regatta Qatar Sports Global Challenge – organisieren werde, für deren Finanzierung sie Verträge mit Katar abgeschlossen habe.<ref name="seekrieg" />

Peyron warf Edwards vor, die beiden Regatten seien Kopien von The Race und (der bisher nie durchgeführten Regatta) The Race Tour, und sprach in harten Worten von „Diebstahl“ und „Piraterie“.<ref name="seekrieg" /> Er verklagte daraufhin Edwards in Frankreich,<ref name="debtinfested" /> die ihrerseits mit einer Gegenklage reagierte.<ref name="newcourt" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references />