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Nieder-Klingen

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Nieder-Klingen
Gemeinde Otzberg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(788)&title=Nieder-Klingen 49° 49′ N, 8° 53′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(788) 49° 49′ 9″ N, 8° 53′ 28″ O
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Höhe: 188 m ü. NHN
Fläche: 3,9 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 788 (31. Dez. 2019)<ref name="DF">Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Gemeinde Otzberg, abgerufen im Februar 2021.</ref>
Bevölkerungsdichte: 202 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 64853
Vorwahl: 06162
Datei:Karte Otzberg-Nieder-Klingen.jpg
Karte
Lage von Nieder-Klingen in Otzberg

Nieder-Klingen ist ein Ortsteil der Gemeinde Otzberg im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg und hat etwa 800 Einwohner.

Geographie

Nieder-Klingen liegt am Westhang des Otzberges und wird von der Semme durchflossen.

Geschichte

Datei:NiederKlingenLengfelderStrAltesRathaus.JPG
Altes Rathaus
Datei:Nieder-Klingen preĝejo.jpg
Evangelische Kirche

Ortsgeschichte

In historischen Dokumenten ist der Ort unter folgenden Ortsnamen belegt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):<ref name="lagis" /> Clingen (1307); Nydern Clingen, Nyderclingen, Nydernclingen (1357); Nydern Klingen (1444); Niddenclingen (1459) und Niederclingen (1495). Der Ortsname „Klingen“ wird auf die alte Bedeutung „Gießbach“ oder „Talschlucht“ zurückgeführt. Der Name „Klingen“ könnte aber auch ein Hinweis für die verschiedenen ausgebeuteten Erzvorkommen in unmittelbarer Nähe des Otzberges darstellen. Eines der heutigen beiden Klingen wurde bereits 1223 als „Clingen“ erwähnt. Eine Unterscheidung erfolgte 1383 für Ober-Klingen und 1357 für Nieder-Klingen.

Durch Urkunden belegt sind:<ref name="lagis" />
1391 bewilligt Pfalzgraf Ruprecht Dieter Gans von Otzberg ein Wittum für seine Frau auf Nieder-Klingen.
1524 gehört Nieder-Klingen zum Schloss Otzberg.

Ober- und Nieder-Klingen gehörten bis 1521 zur Zent Umstadt und wurden dann infolge des Landshuter Erbfolgekriegs dem kurpfälzischen Oberamt Otzberg zugesprochen. Das Oberamt Otzberg kam 1803 infolge des Reichsdeputationshauptschlusses an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Mit dem Tauschvertrag zwischen der Hessen-Darmstadt und dem Herren von Löwenstein-Wertheim vom 5. Februar 1805<ref name="TVertr">Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Grossherzogthums Hessen. Band 1. Darmstadt 1866, S. 47 §§ 14–15 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> kam es zum Amt Habitzheim, das 1806 durch die Rheinbundakte an das Großherzogtums Hessen fiel. Die Niedere Gerichtsbarkeit blieb bis 1822 bei den Herren Löwenstein-Wertheim.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Nieder-Klingen:

„Niederklingen (L. Bez. Breuberg) reform. Filialdorf; liegt 214 St. von Breuberg und gehört dem Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Der Ort zählt 74 Häuser und 446 Einw., die bis auf 25 Luth., 15 Kath. reformirt sind. – Von Churpfalz kam Niederklingen 1802 an Hessen, welches dasselbe 1805 an Löwenstein vertauschte, bis es 1806 unter Hess. Hoheit kam.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Nieder-Klingen ist schon immer landwirtschaftlich geprägt. Es gibt eine hohe Anzahl von Vereinen, in denen sich ein großer Teil der Bevölkerung engagiert. Die nach dem Krieg erbaute Volksschule ist heute die Kindertagesstätte der Gemeinde.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierte am 31. Dezember 1971 die Gemeinde Nieder-Klingen und fünf weitere bis dahin selbständige Gemeinden freiwillig zur neuen Gemeinde Otzberg.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 14. November 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 46, S. 1828, Punkt 1506; Abs. 9. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,1 MB]).</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref> Für die sechs ehemals eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 334 kB) §; 6. In: Webauftritt. Gemeinde Otzberg, abgerufen im Dezember 2022.</ref> Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Lengfeld.

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Nieder-Klingen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref name="TVertr" />

Gerichte

Die zuständige Gerichtsbarkeit der ersten Instanz war:<ref name="lagis" />

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Nieder-Klingen 798 Einwohner. Darunter waren 27 (3,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 153 Einwohner unter 18 Jahren, 342 waren zwischen 18 und 49, 171 zwischen 50 und 64 und 132 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 306 Haushalten. Davon waren 69 Singlehaushalte, 90 Paare ohne Kinder und 117 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 51 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 207 Haushaltungen leben keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1633: 089 Einwohner
• 1829: 446 Einwohner, 74 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 488 Einwohner, 90 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
NiederKlingen: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2019
Jahr  Einwohner
1829
  
446
1834
  
478
1840
  
492
1846
  
512
1852
  
517
1858
  
484
1864
  
509
1871
  
485
1875
  
488
1885
  
515
1895
  
492
1905
  
465
1910
  
513
1925
  
493
1939
  
483
1946
  
711
1950
  
698
1956
  
656
1961
  
635
1967
  
655
1970
  
646
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
789
2015
  
771
2019
  
794
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />; ab 2012: Gemeinde Otzberg<ref name="EW" />

Religionszugehörigkeit

• 1829: 25 lutheranische (= 5,61 %), 406 reformierte (= 91,03 %) und 15 katholische (= 3,36 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 571 evangelische (= 89,92 %) und 59 katholisch (= 9,29 %) Einwohner<ref name=lagis />

Politik

Für Nieder-Klingen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Nieder-Klingen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Der Ortsbeirat wurde zuletzt bei der Kommunalwahl in Hessen 2021 gewählt. Ortsvorsteher ist seither Jürgen Hamm, sein Stellvertreter Peter Seeger. Weiterhin sind im Ortsbeirat vertreten: Sabine Voltz (CSU) sowie Jürgen Hamm und Udo Fischer (Liste „Miteinander für Otzberg“).<ref>Ortsbeirat Nieder-Klingen. In: Rats- und Bürgerinformationssystem. Gemeinde Otzberg, abgerufen im Mai 2023.</ref>

Schutzgebiete

In der Gemarkung von Nieder-Klingen befinden sich die Löss-HohleVorderer Kuhgraben“ und Teile der Hohl „Verlängerung hinterer Kuhgraben“, die als geologische Naturdenkmale und Vogelschutzgehölze geschützt sind.<ref>Horst Bathon, Georg Wittenberger: Die Naturdenkmale des Landkreises Darmstadt-Dieburg mit Biotop-Touren, 2. erweiterte und vollständig überarbeitete Auflage. Hrsg.: Kreisausschuss des Landkreises Darmstadt-Dieburg – Untere Naturschutzbehörde (= Schriftenreihe Landkreis Darmstadt-Dieburg). Darmstadt 2016, ISBN 978-3-00-050136-4, S. 105–110.</ref>

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Juli: Kerb<ref>Darmstädter Echo, Mittwoch, 4. Juli 2018, S. 22.</ref>

Weblinks

Commons: Nieder-Klingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Nieder-Klingen, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. November 2017). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="EW">Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Gemeinde Otzberg, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im November 2019. </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 16 und 70, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;. </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref>

</references>

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