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17.588 (Stand: 30. Juni 2011)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl PT 171438">www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence, Sex and Age; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística</ref>
51.850 (Stand: 30. Juni 2011)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl PT 1714">www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence, Sex and Age; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística</ref>
Vila Real ist eine Stadt in Portugal und Hauptstadt der Unterregion Douro und des gleichnamigen Distrikts. Sie liegt im Norden des Landes auf einem Bergplateau (ca. 460 m), umgeben von den Gebirgszügen des Marão und des Alvão. Die Altstadt wird begrenzt durch die Flüsse Corgo und Cabril. In Vila Real wird alljährlich das Motorradrennen Circuito de Vila Real veranstaltet.
Geschichte
Vermutlich wurde das Gebiet des heutigen Vila Real bereits in der Altsteinzeit besiedelt. Spuren der römischen Siedler können noch heute besichtigt werden (z. B. im Kloster Rupestre de Panóias). Mit dem Beginn der Völkerwanderung und dem Einfall arabischer Stämme entvölkerte sich jedoch das Gebiet.
Im zwölften Jahrhundert wurde Constantim de Panóias vom Grafen D. Henrique damit beauftragt, die Verwaltung (und damit die erneute Besiedlung) zu übernehmen. Im Jahre 1289 gründete der portugiesische König Dom Dinis die Stadt „Vila Real de Panóias“, das heutige Vila Real. Die bevorzugte Lage der Stadt an den wichtigen Straßen Porto–Bragança und Viseu–Chaves garantierte ein kontinuierliches Wachstum. Ab dem 17. Jahrhundert ließen sich auch viele adlige Familien nieder, die der Altstadt ihr heute typisches Gesicht gaben.
Im Jahre 1922 wurde die Diözese Vila Real aus Teilen der Diözesen Braga, Lamego und Bragança-Miranda gegründet. Erst im Jahre 1925 jedoch wurde Vila Real offiziell zur Stadt erklärt.
Unter anderem durch den Bau eines Theaters sowie eines Musikkonservatoriums gab es in den letzten Jahren große Fortschritte bei der Etablierung einer kulturellen Szene. Auch die Neuerrichtung und Erweiterung der Bezirksbibliothek und des Stadtarchivs können dazu gezählt werden. Daneben wurden auch eine Reihe städtebaulicher Maßnahmen durchgeführt, wie z. B. Begrünung durch Parkanlagen in dem alten Stadtviertel Bairro dos Ferreiros sowie der Promenade entlang des Flusses Corgo.
Die Städtefreundschaft mit Osnabrück wurde 1989 ins Leben gerufen<ref>Im Norden Portugal auf www.osnabrueck.de, abgerufen am 19. Juni 2018.</ref> und im Juli 2005 offiziell zur Städtepartnerschaft ausgebaut. Als Ausdruck der Verbundenheit gibt es in Vila Real eine Avenida de Osnabrück.
Aufgrund der geographischen Lage (die Gebirgszüge des Marão und Alvão wirken als natürliche Barrieren) hat Vila Real extreme Wetterbedingungen: die Winter dauern lange und sind ungewöhnlich kalt, wobei es in den meisten Jahren mindestens einmal schneit. Im Gegensatz dazu ist der Sommer sehr heiß. Gemäßigte Temperaturen werden über das Jahr nur an wenigen Tagen gemessen. Der Volksmund sagt dazu „Nove meses de Inverno, três meses de inferno“ (wörtlich übersetzt „neun Monate Winter, drei Monate Hölle“).
Klimatische Tabelle Vila Real
Temperaturen
Monat
Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Mittel
Höchste gemessene Temperatur °C
19,1
23,7
28,2
31,6
34,4
38,5
41,4
40,4
37,6
32,3
24,4
20,6
Höchstes Mittel °C
10,2
12,3
15,3
18,2
20,7
25,7
29,1
29,3
25,7
20,2
14,2
10,5
19,3
Mittel °C
6,2
7,4
10,2
12,6
14,9
19,0
21,4
21,6
19,1
14,4
9,7
6,6
13,6
Niedrigstes Mittel °C
2,3
2,6
5,2
6,9
9,1
12,2
13,8
13,9
12,5
8,7
5,2
2,7
7,9
Niedrigste gemessene Temperatur °C
−7,2
−6,3
−5,6
−2,0
0,0
4,0
6,5
6,1
2,4
−1,7
−5,2
−6,8
Niederschlag
Monat
Jan
Feb
Mar
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Total
Total mm
156,5
110,4
145,6
77,3
61,2
31,5
10,2
15,5
38,4
83,6
129,8
158,8
1018,8
Daten erhoben zwischen 1931 und 1960.
Trivia
Vila Real war die erste portugiesische Stadt mit elektrischem Licht.
Wanderwege bei Vila Real
Ökotourismus ist als Alternative inzwischen sehr begehrt, um im Norden Portugals die Freizeit zu verbringen. Die Region um Vila Real bildet keine Ausnahme, dort findet man Wanderwege und kann so das wunderbare Landschaftserbe bewundern. Im Jahr 2005 wurde in Vila Real ein Projekt entwickelt, um fünf Wanderwege zu markieren und zu klassifizieren (siehe hierzu auch Wandern in Portugal). Alle markierten Wanderwege sind als „kurz“ klassifiziert, d. h., sie sind weniger als 30 Kilometer lang. Tatsächlich sind diese Wege zwischen drei und zwölf Kilometer lang, sie beginnen immer im Zentrum eines Dorfes.
Dies sind die fünf markierten Wanderwege in der Umgebung Vila Reals:
Standort: Linhares / Águas Santas / Vila Mea / Linhares
Länge: 6 Kilometer – Geschätzte Gehzeit: 2,5 Stunden
Schwierigkeitsgrad: niedrig
Der Wanderweg „Constantim“ –
Standort: Constantim / Santuário de Panóias / Assento / Constantim
Länge: 3 Kilometer – Geschätzte Gehzeit: 1,5 Stunden
Schwierigkeitsgrad: niedrig
Hinweis: Santuário de Panóias ist ein prähistorisches Heiligtum, die Ausgrabungsstätte kann man besichtigen.
Der Rundkurs „Carvalhal“ –
Standort: S.Miguel da Pena / Vilarinho / Capela de Nossa Senhora de Fátima / Gontaes / Vilarinho / S.Miguel da Pena
Länge: 5 Kilometer – Geschätzte Gehzeit: 2 Stunden
Schwierigkeitsgrad: niedrig/mittelschwer
Der Weg des „Bergmanns“ –
Standort: Vila Cova / Mascoselo / Vila Cova
Länge: 12 Kilometer – Geschätzte Gehzeit: 4 Stunden
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer/hoch
Der Weg des „Wolfs“ –
Standort: Samarda / Fojo do Lobo / Samarda
Länge: 6 Kilometer – Geschätzte Gehzeit: 2 Stunden
Schwierigkeitsgrad: niedrig
Hinweis: Fojo do Lobo („Wolfsfalle“) war ein ovaler 3 Meter hoher Zaun, der verwendet wurde, um Wölfe gefangen zu nehmen und die Herde (Ziegen und Schafe) zu schützen.
Die Gastronomie ist bekannt für die reichhaltigen Süßspeisen, wie „Toucinho do Céu“ (Schinken des Himmels), „Pitos de Santa Luzia“ (Küken der Hl. Luzia) und die „Ganchas de S. Brás“ (Bart des Hl. Brás). Die beiden letztgenannten haben eine besondere Tradition: am 13. Dezember überreichen die jungen Frauen der Stadt ihren Auserwählten ein „Küken“, während die jungen Männer sich am 3. Februar mit den „Bärten“ revanchieren.
Traditionelle Gerichte aus Vila Real sind auch die „Tripas aos mohlos“ (pikante Innereien vom Schwein), im Steinofen zubereiteter Lammbraten mit Reis, gebratenes Kalbfleisch und natürlich vielfältig zubereiteter Kabeljau (Stockfisch). Landesweit bekannt und begehrt sind die „Bolas de Carne“ (in Brot eingebackenes Fleisch).