Eberbach (Reichelsheim)
Eberbach Gemeinde Reichelsheim (Odenwald)
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(56)&title=Eberbach 49° 43′ N, 8° 50′ O
{{#coordinates:49,724722222222|8,8261111111111|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Eberbach | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 268 (240–274) m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 1,68 km²<ref name=Gindex /> | |||||
| Einwohner: | 56 (2016)<ref>Ortsteil Eberbach. In: Internetauftritt. Gemeinde Reichelsheim, archiviert vom Vorlage:IconExternal.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 33 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Februar 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 64385 | |||||
| Vorwahl: | 06164 | |||||
Eberbach ist ein Ortsteil von Reichelsheim (Odenwald) im südhessischen Odenwaldkreis.
Geographie
Die Streusiedlung Eberbach mit doppelseitiger Gehängelage liegt am gleichnamigen Bach im Granitgebiet des Odenwaldes, im oberen Ende des Gersprenztals, ca. 14 km nordwestlich von Erbach und 1,8 Kilometer nördlich der Kerngemeinde Reichelsheims.<ref name="lagis" /> Der Ort liegt innerhalb des Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Der Eberbach mündet in der Kerngemeinde in den Mergbach, der in Bockenrod mit der Osterbach die Gersprenz bildet. Der Ortsteil Eberbach wird abgegrenzt durch die 167,9 Hektar umfassenden Gemarkung Eberbach.<ref name=Gindex>Gemarkung Eberbach. In: GEOindex. Abgerufen im Dezember 2024.</ref>
An den Ortsteil Eberbach grenzen, vom Norden beginnend, im Uhrzeigersinn, die Gemeinde Fränkisch-Crumbach, die Kerngemeinde Reichelsheim und deren Ortsteil Laudenau. Der Ort ist über die Kreisstraße 46 von der Kerngemeinde aus erreichbar.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die älteste erhaltene Erwähnung von Eberbach stammt aus dem Jahr 1012. Dort wird Eberbach in der Beschreibung des Lorscher Wildbannbezirkes erwähnt. In Ortsnähe liegt die Burg Rodenstein. In erhaltenen Urkunden wurde Eberbach unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Eberbach (1012), Eberbach (1347), Ebirbach (16. Jahrhundert) und Eberbach (1748).
Eberbach war ein Kondominat zwischen der Grafschaft Erbach und der Herrschaft Fränkisch-Crumbach, die zuletzt der Familie von Gemmingen gehörte. Die Grafschaft Erbach verwaltete ihren Anteil über das Amt Reichelsheim. Beide, Grafschaft und Herrschaft, kamen 1806 zum Großherzogtum Hessen. Ab 1822 gehörte Eberbach zum Landratsbezirk Erbach, ab 1852 zum Kreis Lindenfels, ab 1874 zum Kreis Erbach (ab 1939: „Landkreis Erbach“), der – mit leichten Grenzberichtigungen – seit 1972 Odenwaldkreis heißt. Nach Auflösung des Amtsstruktur 1822 nahm die erstinstanzliche Rechtsprechung für Eberbach das Landgericht Michelstadt wahr, ab 1853 das Landgericht Fürth und ab 1879 das Amtsgericht Fürth.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 1. Februar 1971 wurde die Gemeinde Eberbach im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Reichelsheim i. Odw. eingegliedert.<ref>Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Abs. 19 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,2 MB]).</ref><ref></ref> Für Eberbach wurde kein Ortsbezirk errichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung § 6. (PDF; 281 kB) Gemeinde Reichelsheim, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. Dezember 2022; abgerufen im Oktober 2020.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Eberbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- vor 1718: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Erbach, Amt Reichenberg und Herrschaft Fränkisch-Crumbach
- ab 1718: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Erbach-Erbach, Anteil an der Grafschaft Erbach, Amt Reichenberg und Herrschaft Fränkisch-Crumbach
- ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),<ref group="Anm.">Mediatisierung infolge der Rheinbundakte.</ref> Fürstentum Starkenburg, Amt Reichenberg (Standesherrschaft Erbach)
- ab 1815: Großherzogtum Hessen<ref group="Anm.">Das Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung.</ref> (Souveränitätslande), Provinz Starkenburg, Amt Reichenberg
- ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Erbach<ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz (Landgericht Michelstadt) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Lindenfels
- ab 1867: Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1871: Deutsches Reich,<ref group="Anm.">Infolge des Deutsch-Französischen Krieges.</ref> Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen,<ref group="Anm.">Infolge des Ersten Weltkriegs.</ref> Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Erbach<ref name=RB1937 /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach
- ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach, Gemeinde Reichelsheim<ref group="Anm.">Am 1. Februar 1971 als Ortsteil zur Gemeinde Reichelsheim.</ref>
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Gemeinde Reichelsheim
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
- 1961: 51 evangelische (= 87,93 %), 5 katholische (= 8,62 %) Einwohner<ref name="lagis" />
| Eberbach: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2011 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1829 | 94 | |||
| 1834 | 88 | |||
| 1840 | 89 | |||
| 1846 | 89 | |||
| 1852 | 81 | |||
| 1858 | 83 | |||
| 1864 | 94 | |||
| 1871 | 90 | |||
| 1875 | 92 | |||
| 1885 | 88 | |||
| 1895 | 71 | |||
| 1905 | 64 | |||
| 1910 | 74 | |||
| 1925 | 67 | |||
| 1939 | 62 | |||
| 1946 | 92 | |||
| 1950 | 75 | |||
| 1956 | 57 | |||
| 1961 | 58 | |||
| 1967 | 49 | |||
| 1970 | 61 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 78 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Eberbach 78 Einwohner. Darunter waren 3 (3,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 15 Einwohner unter 18 Jahren, 27 zwischen 18 und 49, 15 zwischen 50 und 64 und 18 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 21 Haushalten. Davon waren 3 Singlehaushalte, 6 Paare ohne Kinder und 9 Paare mit Kindern, sowie keine Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 3 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 9 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Literatur
Weblinks
- Ortsteil Eberbach. In: Webauftritt der Gemeinde Reichelsheim.
- Eberbach, Odenwaldkreis (Gemeinde Reichelsheim). Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Eberbach, Odenwaldkreis (Gemeinde Reichelsheim). Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 38 und 92, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021. </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>
Beerfurth aus den Orten Kirch-Beerfurth und Pfaffen-Beerfurth | Bockenrod | Eberbach | Erzbach | Frohnhofen | Gersprenz mit Weiler Hutzwiese | Gumpen aus den Orten Groß-Gumpen und Ober-Klein-Gumpen | Klein-Gumpen | Laudenau | Ober-Kainsbach mit Weiler Spreng, Vierstöck und Wünschbach | Ober-Ostern | Kerngemeinde Reichelsheim | Rohrbach | Unter-Ostern