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Herbert Dittmann

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Herbert Dittmann (* 3. Januar 1904 in Langenberg; † 6. September 1965 in München) war ein deutscher Diplomat in der Zeit des Nationalsozialismus und Botschafter der Bundesrepublik Deutschland.

Leben

Herbert Dittmann studierte Rechtswissenschaften in Freiburg, wo er 1921 Mitglied des Corps Rhenania wurde<ref>KCL 1930, 35, 950.</ref>, und wurde zum Dr. jur. promoviert. Von 1927 bis 1928 war er bei einem Gericht Assessor; 1929 trat er in den Auswärtigen Dienst ein. Von 1933 bis 1936 war er als Legationssekretär an der Botschaft des Deutschen Reichs in Moskau. Am 5. Mai 1934 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. Dezember 1937 aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.789.472).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/6440990</ref><ref>Auswärtiges Amt / NS-Diplomaten: Jemand im Hause. In: Der Spiegel. Nr. 14, 1971 (online).</ref> Von 1936 bis zum 13. Februar 1939 war Dittmann stellvertretender Konsul des Deutschen Reichs in Jerusalem im britischen Mandatsgebiet in Palästina.

Ab 1939 war Dittmann in der Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin beschäftigt, danach noch im Russlandgremium der Politischen Abteilung und in der Personal- und Verwaltungsabteilung. Von 1940 bis 1941 war er als Gesandtschaftsrat in Teheran akkreditiert. Ab 1941 wurde er in der Personalabteilung des Auswärtigen Amts verwendet. 1942 wurde er zum Legationsrat I. Klasse befördert und wurde Verbindungsmann des AA zum Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete in der Arbeitsgruppe von Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg. Im selben Jahr stand er im Verteiler des von Unterstaatssekretär Martin Luther weiterverteilten Tätigkeits- und Lageberichts Nr. 10 der Einsatzgruppen, dem zu entnehmen war, „daß im ‚Ostland die Judenfrage fast als gelöst und bereinigt angesehen werden kann‘“.<ref>Zitat und Verteilerliste bei: Hans-Jürgen Döscher: Das Auswärtige Amt im Dritten Reich. Diplomatie im Schatten der Endlösung. Berlin 1987, S. 249, Anm. 117</ref> Von 1943 bis August 1944 war Dittmann Generalkonsul des Deutschen Reichs in Izmir und wurde dort 1944 interniert. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er bis zum 3. Juli 1946 interniert. Durch Bescheid des Entnazifizierungsausschusses Wiedenbrück wurde er 1947 in Gruppe V („Entlastete“) eingereiht.<ref>Sitzungsprotokoll der 234. Sitzung des 1. Deutschen Bundestags am 22. Oktober 1952, S. 10756ff (PDF-Datei) auf dserver.bundestag.de</ref>

Von 1946 bis 1948 war Dittmann Richter beim Landgericht Dortmund und von 1948 bis 1949 Richter am Oberlandesgericht Hamm. Unter Konrad Adenauer war Dittmann von 1949 bis 1951 stellvertretender Leiter der Verbindungsstelle des Bundeskanzleramtes mit der Alliierten Hohen Kommission.<ref>bundesarchiv.de</ref>

Von 1951 bis 1952 leitete Dittmann die Personalabteilung des Außenministeriums von Adenauer. In dieser Schlüsselposition trug Dittmann dazu bei, dass viele Parteigenossen der NSDAP wieder Aufnahme in den Auswärtigen Dienst der Bundesrepublik Deutschland fanden. Ein Schreiben des 47. Untersuchungsausschusses des Bundestages vom 14. Mai 1952 an Konrad Adenauer in seiner Funktion als Bundesaußenminister empfahl nachdrücklich, Herbert Dittmann nicht weiter im Auswärtigen Dienst zu verwenden. Im August 1953 entsandte Adenauer Dittmann als Generalkonsul nach Hongkong.<ref name="ds19530812">Herbert Dittmann. In: Der Spiegel. Nr. 33, 1953 (online).</ref> 1958 nach Bonn zurückgekehrt avancierte er unter dem Außenminister Heinrich von Brentano zum Ministerialdirektor und ständigen Vertreter des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt. Als Botschafter zunächst in Rio de Janeiro, schließlich in Tokio, ging Dittmann 1965 in den Ruhestand.<ref>Hans-Jürgen Döscher: Seilschaften. Die verdrängte Vergangenheit des Auswärtigen Amts. Berlin 2005, S. 291.</ref>

Dittmann war katholisch, verheiratet und blieb kinderlos.

BDF

Der „Fonds für bedürftige Deutsche (BDF) - German Welfare Fund - ドイツ人支援基金“ in Japan war bis 2011 nach Herbert Dittmann benannt („Botschafter-Dittmann-Fonds“).<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Zahlen und Fakten.] Fonds für bedürftige Deutsche (BDF), , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 25. Januar 2014 (deutsch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Literatur

  • Hans-Jürgen Döscher: Seilschaften. Die verdrängte Vergangenheit des Auswärtigen Amts. Propyläen Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-549-07267-8
  • Maria Keipert (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 1: Johannes Hürter: A–F. Schöningh, Paderborn u. a. 2000, ISBN 3-506-71840-1
  • Johannes Hürter (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. 5. T–Z, Nachträge. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 5: Bernd Isphording, Gerhard Keiper, Martin Kröger: Schöningh, Paderborn u. a. 2014, ISBN 978-3-506-71844-0, S. 481 [Ergänzung 1942].
  • Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes, Moshe Zimmermann: Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik. Karl Blessing Verlag, München 2010, ISBN 978-3-89667-430-2.

Weblink

Einzelnachweise

<references />

VorgängerAmtNachfolger
Gebhardt von WaltherBotschafter der Bundesrepublik Deutschland in Rio de Janeiro
1959–1962
Gebhard Seelos

Vorlage:Navigationsleiste Deutsche Botschafter in Japan

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