Zum Inhalt springen

Rosamund Gilmore

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 27. April 2026 um 17:38 Uhr durch imported>GeoEnn (Nach der Schließung des TAT: UA Blaubart erg.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Rosamund Gilmore (* 1. Juni 1955 in Esher) ist eine englische Choreografin und Regisseurin.

Leben

Gilmore studierte zuerst an der Elmhurst School for Dance in Camberley und dann bei John Cranko in Stuttgart. Danach arbeitete sie als Tänzerin in Augsburg, Kassel und Bonn.

Laokoon Dance Group

1979 gründete Rosamund Gilmore mit dem Komponisten Franz Hummel, der Tänzerin Susan Oswell und dem Tänzer Ian Owen die Laokoon Dance Group (Eigenschreibweise), die eine der erfolgreichsten Tanztheater-Gruppen in der BRD der 1980er-Jahre werden sollte.

Während die Group in der Abgeschiedenheit des oberpfälzer Altmühltals die Stücke entwickelte, fand sie im Frankfurter Theater am Turm (kurz: TAT) geeignete Produktions- und Aufführungsmöglichkeiten. Am TAT hatte die britische Tänzerin Vivienne Newport, die zuvor u.a. bis 1981 bei Pina Bausch gearbeitet hatte, mit einigen Tänzerinnen und Tänzern bereits die Company Vivienne Newport gegründet, und ab 1981 startete Bettina Wagner-Bergelt als Tanzdramaturgin des Hauses mit einer zweimaligen BesTANZaufnahme eine Fernerkundung in die europäische und amerikanische Landschaft des zeitgenössischen Tanzes. Dies war damals in Frankfurt auch besonders interessant, als dort bereits die städtischen Bühnen mit ihrer großen Drehbühne regelmäßig große internationale Choreografien einlud und ab 1984 mit Bill Forsythe eine eigene progressive Ballettsparte institutionalisieren konnte.

Am TAT entstanden die Stücke:

  • Locus
  • H-moll-Messe, Musik: J.S. Bach Tanz: Susan Oswell, Ian Owen, Bernd Bender
  • Einmarsch (Heldenplatz) -Titel?
  • Laodike (Orestie) -Titel?
  • Blaubart, Kammeroper von Franz Hummel, Libretto: Susan Oswell, UA 13. Oktober 1984 Frankfurt am Main

Mit der Abwicklung des TAT nach 1986 waren der Gruppe wohl die Arbeitsbedingungen entzogen worden.

1986 war sie Regisseurin des Tanzfilms „Blaubart“.

Rosamund Gilmore begegnet an verschiedenen Orten Mitteleuropas fortan insbesondere an Opernhäusern mit Arbeiten, deren Schwerpunkte nicht mehr auf dem Tanztheater liegen.

Nach der Schließung des TAT

Ab 1990 war Gilmore zunehmend als Opernregisseurin an zahlreichen namhaften Theatern tätig, darunter in Wiesbaden, Frankfurt, Bremen und am Staatstheater am Gärtnerplatz in München.

Seit 1993 verbindet Rosamund Gilmore eine enge Zusammenarbeit mit dem Bühnen- und Kostümbildner Carl Friedrich Oberle, aus der Inszenierungen wie »Englische Trilogie«, »Gespenster«, »Aus Deutschland« am Staatstheater Wiesbaden sowie »Bremer Freiheit«, »West Side Story«, »Molière oder die Henker der Komödianten«, »Der Rosenkavalier«, »Greek Passion«, »Noach«, »Herbst des Patriarchen« und »Keine Stille außer der des Windes« in Bremen hervorgingen. Sie setzten zusammen »Eugen Onegin«, »Wolf Cub Village«, »Die Blinden«, »L’incoronazione di Poppea« und »Un re in ascolto« an der Oper Frankfurt in Szene. In Darmstadt erarbeiteten sie »Orlando« und »Rodelinda«, in Gelsenkirchen »Turandot«, »Parsifal«, »Il trovatore« und »Don Giovanni«. Weiterhin stattet er Rosamund Gilmores »Tannhäuser« und »Die Liebe zu den drei Orangen« in Kassel aus, »Der Spiegel des großen Kaisers« in Gelsenkirchen und Münster sowie »Sugar« in Konstanz. In Nürnberg traten sie mit »Tannhäuser« in Erscheinung, in München folgten »Die Schöne und das Biest« und »Die Zauberflöte« am Staatstheater am Gärtnerplatz sowie »Tri Sestri« am Prinzregententheater<ref>Carl Friedrich Oberle | Staatsoper Berlin. Abgerufen am 8. September 2024.</ref>.Zweimal wurde Gilmore für den Deutscher Theaterpreis DER FAUST (Eigenschreibweise) nominiert:

  • 2007 für die Bremer Uraufführung „Keine Stille außer der des Windes“ von Sidney Corbett<ref>DER FAUST 2007, auf buehnenverein.de, abgerufen am 6. März 2019.</ref> und
  • 2009 für die Uraufführung von Franz Hummels Oper „Der Richter und sein Henker“.<ref>DER FAUST 2009, auf buehnenverein.de, abgerufen am 6. März 2019.</ref>

Im Jahr 2010 inszenierte sie für die Domstufen-Festspiele in Erfurt den Messias, in der Spielzeit 2012/13 an der Oper Leipzig Wagners Ring des Nibelungen.<ref>Rosamund Gilmore, auf oper-leipzig.de, abgerufen am 6. März 2019.</ref>

Literatur

  • Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters: Oper, Operette, Musical, Ballett. Band 2. München: Piper, 1987, S. 373
  • Jochen Schmidt: Tanztheater in Deutschland. Frankfurt a. M.: Propyläen Verlag, 1992, S. 158

Weblink

  • Vita auf der Website des Staatstheater am Gärtnerplatz

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein