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Ida Raming

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Ida Raming (* 10. August 1932 in Fürstenau) ist eine deutsche Theologin, Pädagogin und Autorin, die entgegen dem Kirchenrecht 2002 an einer simulierten Weihehandlung teilnahm. Sie wurde im selben Jahr von der Katholischen Kirche exkommuniziert.

Leben

Nach ihrer Schulzeit studierte Raming an der Universität Münster und an der Universität Freiburg römisch-katholische Theologie, Germanistik, Philosophie und Pädagogik. Ihre Ausbildung schloss sie mit dem 2. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Anschließend arbeitete sie als wissenschaftlich Assistentin am Fachbereich katholische Theologie in Münster.

Mit ihrer Dissertation, die erstmals das Thema Frauenausschluss von der Weihe aufgriff, wurde sie 1970 von der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Münster promoviert. Die von dem Kirchenrechtler Peter-Josef Keßler betreute rechtshistorisch-dogmatische Dissertation wurde 1973 unter dem Titel Der Ausschluss der Frau vom priesterlichen Amt – gottgewollte Tradition oder Diskriminierung?<ref>Ida Raming: Der Ausschluss der Frau vom priesterlichen Amt – gottgewollte Tradition oder Diskriminierung? Böhlau-Verlag, Köln 1973.</ref> als Buch veröffentlicht. Das Werk ist 2021 in zweiter Auflage erschienen.<ref>Ida Raming: Priesteramt der Frau – Geschenk Gottes für eine erneuerte Kirche. 3. Auflage. Lit-Verlag, Münster 2021, ISBN 978-3-643-14922-0.</ref>

Nach ihrem Studium unterrichtete sie als Deutsch- und Religionslehrerin am Gymnasium Martinum Emsdetten. Sie war in der Erwachsenenbildung tätig und übte mehrfach Lehraufträge an theologischen Hochschulen aus. Als Autorin schrieb sie mehrere Bücher zum Thema „Stellung der Frau in der römisch-katholischen Kirche“, insbesondere zur Frauenordination.<ref>„Wir sind erst auf dem Wege – es ist erst ein Anfang gemacht“, kath.ch, 2. September 2002.</ref> Raming ist unverheiratet und lebt in Stuttgart.<ref name="Zeit02" />

Einsatz für die Frauenordination

Raming berichtet, dass ihre persönliche „Leiderfahrung“ als Frau in der römisch-katholischen Kirche für sie die Triebfeder gewesen sei, sich für einen Wandel in den kirchlichen Strukturen einzusetzen, um Frauen einen Zugang zu Weiheämtern zu ermöglichen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Frauen und katholische Kirche (Memento vom 27. Dezember 2010 im Internet Archive), Wir sind Kirche.</ref> Sie legte dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) eine schriftliche Eingabe für die volle Gleichberechtigung der Frauen in Diakonat und Priesteramt vor<ref name="Phoenix-Tacheles">Zur Priesterin geweiht, dann rausgeworfen -- eine katholische Theologin berichtet bei Tacheles</ref>, die in dem von Gertrud Heinzelmann herausgegebenen Buch „Wir schweigen nicht länger!“ dokumentiert wird<ref>Ida Raming: Wir schweigen nicht länger! Frauen äußern sich zum 2. Vatikanischen Konzil. Hrsg.: Gertrud Heinzelmann. Interfeminas, Zürich 1964.</ref>. 1986 war sie Mitgründerin des Vereins Maria Magdalena – Initiative Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche.<ref>Ida Raming, womenpriests.org</ref>

Das traditionelle Lehramt der Kirche forderte sie immer wieder mit Veröffentlichungen und Eingaben heraus, wie beispielsweise mit einem offenen Brief an Kardinal Kasper von 2019, in dem sie ihre Argumente für die Frauenordination zusammengefasst dargestellt hat.<ref>Ida Raming: Offener Brief an Kardinal Kaspar. 12. Juni 2019, abgerufen am 19. Oktober 2021.</ref> Auch kritisiert sie die kirchliche Sanktion nach einer gesetzeswidrigen Frauenordination, die nach dem neuen Kirchenstrafrecht ab 8. Dezember 2021 gemäß can. 1379 CIC zu einer automatischen Exkommunikation führt.<ref>Ida Raming: Erneuter Affront gegen die Priesterweihe von Frauen. In: Imprimatur, Heft 3/2021. Abgerufen am 19. Oktober 2021.</ref>

Sie gehörte zu den Initiatorinnen der Organisation Roman Catholic Women Priests (RCWP), in der sich weltweit römisch-katholische Priesterinnen zusammengeschlossen haben.<ref>Ida Raming: 55 Years of Struggle for Women's Ordination in the Catholic Church: A Pioneer looks back. LIT Verlag, 2021.</ref>

Laut Regina Heyder hat sie gemeinsam mit Gertrud Heinzelmann und den Theologinnen Iris Müller und Josefa Theresia Münch „entscheidend zu einer Sensibilisierung für die Thematik ,Frauen und Kirche‘“ beigetragen.<ref name="FAZ">FAZ, Alexandra Kemmerer: Solange es noch Zeit ist. 10. November 2019, abgerufen am 3. September 2021.</ref> Unabhängig voneinander setzten sie sich für das Priestertum der Frau ein.<ref>Melanie Kolm: Frauen in der Katholischen Kirche - betroffen und beteiligt, Lit Verlag, Münster 2016, ISBN 978-3-643-12632-0, S. 42</ref><ref>Irmgard Rech: Erschreckender als der Priestermangel ist die Impertinenz, Frauen das Priesterwerden zu verbieten. 2019, abgerufen am 12. Oktober 2022.</ref> Noch im Alter von 90 Jahren engagierte sie sich gegen die Frauendiskriminierung in der katholischen Kirche wie im September 2022 auf einer Veranstaltung der Karl-Rahner-Akademie in Köln.<ref>Priester (m/w/d) gesucht. In: Frauenweihe. Jetzt. 12. September 2022, abgerufen am 27. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Sie versteht sich als „Stachel im Fleisch der Kirche“.<ref name="Phoenix-Tacheles" /><ref>deutschlandfunk.de: Illegal geweihte Priesterin - "Wir sind der Stachel im Fleisch der katholischen Kirche". Abgerufen am 20. Dezember 2022.</ref>

Simulierte Weihehandlungen

Priesterweihe

Am 29. Juni 2002 wurde Raming, nachdem sie am 24. März 2002 die Diakonenweihe simuliert hatte, zusammen mit sechs weiteren Theologinnen – Iris Müller, Christine Mayr-Lumetzberger, Adelinde Theresia Roitinger, Gisela Forster, Pia Brunner und Dagmar Braun Celeste – an einer weiteren Weihehandlung vor. Der Heilige Stuhl bezeichnete den Akt der sieben Frauen, die als Donau Sieben bekannt wurden, als ungültig. Raming bestreitet die Ungültigkeit ihrer Weihe bis heute und zeigte daher bis zum Ablauf einer festgesetzten Bedenkzeit „keine Zeichen der Reue und Umkehr“.<ref>virtuelle dioezese: Brief an Kardinal Ratzinger. Abgerufen am 21. Januar 2022.</ref><ref>Ida Raming: Mutige Frauen stehen auf gegen ein ungerechtes Kirchengesetz - denn: „Ein ungerechtes Gesetz verpflichtet nicht“ – „Lex iniusta non obligat“. Abgerufen am 21. Januar 2022.</ref> Daraufhin wurde sie am 5. August 2002 exkommuniziert.<ref>Dekret zur Feststellung der Exkommunikation. virtuelle-dioezese.de, abgerufen am 1. Februar 2009.</ref><ref name="Zeit02"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zeit.de, Die Zeit, 34/2002.</ref><ref>Catholic women in unofficial ordination, BBC News, 29. Juni 2002.</ref>

Bischofsweihe

Am 5. Juni 2006 folge eine weitere Simulation, die notariell dokumentiert und von Zeugen bestätigt wurde.<ref>virtuelle-dioezese.de: Dr. Ida Raming wird zur rk Bischöfin geweiht. Abgerufen am 15. Januar 2022.</ref> Auch bezüglich ihrer Bischofsweihe hat die römisch-katholische Kirche die Nichtigkeit festgestellt, was von Raming bestritten wird.

Würdigung

Werke

  • 2021: Priesteramt der Frau: Geschenk Gottes für eine erneuerte Kirche. LIT Verlag, Münster/Hamburg/London, ISBN 978-3-643-14922-0, 3. Auflage von „Der Ausschluß der Frau vom Priesterlichen Amt“ (1973) mit ausführlicher Bibliographie (1974–2021)
  • 2018: 55 Jahre Kampf um Frauenordination in der katholischen Kirche. Eine Pionierin hält Rückschau. Person – Dokumente – Ereignisse – Bewegungen, ISBN 978-3-643-14031-9 , LIT Verlag
  • 2013: Römisch-katholische Priesterinnen – Realität in der gegenwärtigen und zukünftigen Kirche, LIT Verlag, Berlin/Münster/Wien/Zürich/London, ISBN 978-3-643-12307-7.
  • 2007: Unser Leben im Einsatz für Menschenrechte der Frauen in der römisch-katholischen Kirche. LIT Verlag, Berlin/Münster, ISBN 978-3-8258-0186-1 (zus. mit Iris Müller).
  • 2006: Gleichrangig in Christus anstatt: Ausschluss von Frauen „im Namen Gottes“. LIT Verlag, Berlin/Münster, ISBN 978-3-8258-9706-2.
  • 1998: Aufbruch aus männlichen „Gottesordnungen“: Reformbestrebungen von Frauen in christlichen Kirchen und im Islam. Deutscher Studien-Verlag, Weinheim, ISBN 3-89271-796-6.
  • 1998: Zur Priesterin berufen. Thaur, Thaur/Wien/München, ISBN 3-85400-070-7 (als Herausgeberin).
  • 1989: Frauenbewegung und Kirche: Bilanz eines 25jährigen Kampfes für Gleichberechtigung und Befreiung der Frau seit dem 2. Vatikanischen Konzil. Studien-Verlag, Weinheim, ISBN 3-89271-148-8.
  • 1973: Der Ausschluss der Frau vom priesterlichen Amt: Gottgewollte Tradition oder Diskriminierung? Eine rechtshistorisch-dogmatische Untersuchung der Grundlagen von Kanon 968, § 1 d. Codex Iuris Canonici. Böhlau, Köln/Wien, ISBN 3-412-83073-9 (Dissertation).

Web-Publikationen

  • Ida Raming: Der unwissende Thomas. in: KIRCHE IN, 05/2025, S. 31f.
  • Ida Raming, Stephan Rohn: Ordinatio Sacerdotalis - ein frauenfeindliches und fehlerhaftes Lehrschreiben von Papst Johannes Paul II., das keine Akzeptanz und Anerkennung verdient. In: Imprimatur. Nr. 4, 2022, S. 228 ff. (imprimatur-trier.de [PDF; abgerufen am 23. Januar 2023]).
  • Ida Raming: Frauenordination - Eine umstrittene, aber notwendige Reform für die katholische Kirche. In: Imprimatur. Nr. 3, 2022<ref>Raming: Frauenordination - Eine umstrittene, aber notwendige Reform für die katholische Kirche. Abgerufen am 29. Januar 2023.</ref>.
  • Ida Raming: Erneuter Affront gegen die Priesterweihe von Frauen. In: Imprimatur. Nr. 3, 2021 (imprimatur-trier.de [PDF; abgerufen am 24. Januar 2023]).
  • Ida Raming: Mutige Frauen stehen auf gegen ein ungerechtes Kirchengesetz - denn: „Ein ungerechtes Gesetz verpflichtet nicht“ – „Lex iniusta non obligat“. In: Imprimatur. Nr. 2, 2017 (imprimatur-trier.de [PDF; abgerufen am 24. Januar 2023]).

Weblinks

Einzelnachweise

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