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Augusto Berns

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Augusto Berns, eigentlich Rudolph August Berns (* 8. Juni 1842 in Uerdingen; † nach 1888), war ein deutscher Ingenieur und Unternehmer, der 1867 in den peruanischen Anden die verlassene Inkastadt Machu Picchu wiederentdeckte,<ref>Deutscher entdeckte Machu Picchu. In: Tagesspiegel. 4. Juni 2008 (Online).</ref> welche heute als UNESCO-Weltkulturerbe zu den neuen sieben Weltwundern zählt.

Leben

Rudolph August Berns war der älteste Sohn des Weinhändlers Johann Berns und seiner Ehefrau Amalie Caroline Albertine Berns, geborene Dültgen.<ref>Sabrina Janesch: Die goldene Stadt. Rowohlt, Berlin 2017, S. 4–5.</ref> Die Familie lebte später in Friedrichswerder bei Berlin, wo der Vater als Weinhändler tätig war. Als junger Mann wanderte Berns nach Peru aus, nannte sich fortan Augusto Berns und arbeitete 1866 als Kanonenwart bei der Verteidigung der Hafenstadt Callao gegen die Spanier,<ref>Rudolf von Bitter: Peru: Die Suche nach der geheimen Inka-Hauptstadt und -Gold. 26. April 2023, abgerufen am 7. November 2023.</ref> danach als Landvermesser für eine Eisenbahngesellschaft.<ref>Andreas Fasel: Inkastadt Machu Picchu: Wie der Entdecker zum Hochstapler wurde. In: Die Welt. 29. August 2017 (welt.de [abgerufen am 15. September 2020]).</ref>

Machu Picchu

Lange Zeit galt Hiram Bingham als Entdecker Machu Picchus. Erst seit Neuem ist die Wissenschaft überzeugt, dass Berns noch vor Bingham die Stadt entdeckte. Der Nachweis ist ein Buch des Kartographen Hermann Göhring, der ab 1880 der Bevollmächtigte des Leipziger Museums für Völkerkunde in Guayaquil war.<ref>Dreizehnter Bericht des Museums für Völkerkunde in Leipzig. 1885. Leipzig 1886, S. 8.</ref> 1873 hatte er mit dem Präfekten von Cusco, Baltazar La Torre, die peruanische Provinz Paucartambo bereist, beschrieben und kartographiert. In seinem 1877 veröffentlichten Expeditionsbericht erwähnt Hermann Göhring die „Festung“ Picchu.<ref>Herman Göhring: Informe al Supremo Gobierno del Perú sobre la expedición a los valles de Paucartambo en 1873 al mando del Coronel D. Baltazar La-Torre. Lima 1877, S. 106.</ref> Dem Buch ist eine 1874 gezeichnete Karte beigegeben, die Machu Picchu zeigt. Dokumenten in der Biblioteca Nacional del Perú in Lima zufolge hatte Berns die Stadt wiederentdeckt.<ref name="Paolo Greer">Paolo Greer: Machu Picchu Before Bingham. In: South American Explorer Magazine, Nr. 87, June 2008.</ref>

Der US-amerikanische Historiker Paolo Greer, der die Augusto Berns betreffenden Dokumente in der peruanischen Nationalbibliothek gefunden hatte, vermutete zunächst, Berns habe die Inkastadt ausgeplündert.<ref name="Paolo Greer" /> Von dieser Vermutung rückte er später ab.<ref>Die verlorene Stadt der Inka. Interview mit Sabrina Janesch, abgerufen am 11. September 2017.</ref> Womöglich war Berns nicht der einzige, der vor Bingham die Stadt entdeckte, doch die Forschung dazu ist noch nicht abgeschlossen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />sueddeutsche.de (Memento vom 29. September 2009 im Internet Archive)</ref>

Zum weiteren Schicksal von Augusto Berns, insbesondere zu seinen geschäftlichen Unternehmungen, findet sich eine Lebensbeschreibung in der peruanischen Nationalbibliothek, die bis ins Jahr 1887 reicht.<ref>Sabrina Janesch: Die goldene Stadt. Rowohlt, Berlin 2017, S. 8.</ref> Danach verliert sich seine Spur.<ref>Sabrina Janesch: Die goldene Stadt. Rowohlt, Berlin 2017, S. 4.</ref>

So habe Berns sich nach der Entdeckung von Macchu Picchu die Aktiengesellschaft Huaca del Inca zur Bergung der Gold- und Silberschätze der alten Kultur ausgedacht; er sammelte das Geld der Aktionäre und verschwand damit.

Nachleben

Die Schriftstellerin Sabrina Janesch erzählt die Lebensgeschichte Augusto Berns’ in ihrem 2017 erschienenen Roman Die goldene Stadt, der auf eigenen Recherchen und denen von Historikern beruht.

Literatur

Einzelnachweise

<references />