Synode von Aschheim
Die Synode von Aschheim im Jahr 756 war die erste Kirchensynode im baierischen Stammesherzogtum. Sie fand unter der Patronanz von Tassilo III. in Aschheim statt.<ref>Max Spindler: Handbuch der bayerischen Geschichte, Bd. Das alte Bayern, das Stammesherzogtum bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. C.H. Beck, 1981, ISBN 9783406073229.</ref> Neben allgemeinen Fragen der Seelsorge, etwa den Schutz von Frauen und das Verbot von Inzestehen betreffend, ging es in dieser Synode vor allem um die von den Franken geforderte Ausrichtung der bajuwarischen Christen auf Rom, die in einem Machtstreit zwischen der von Bonifatius eingeleiteten Vorherrschaft bischöflicher Strukturen über davor selbstbestimmte oder dem Stammesherzog ergebene Pfarreien und Klöster mündete.<ref>Warren Brown: Unjust seizure: conflict, interest, and authority in an early medieval society. Cornell University Press, 2001, ISBN 9780801437908</ref> Ein Streitpunkt dabei war, wer das Recht auf die Einhebung des Kirchenzehents beanspruchen kann.<ref>Nathalie Kruppa, Leszek Zygner: Pfarreien im Mittelalter: Deutschland, Polen, Tschechien und Ungarn im Vergleich. Vandenhoeck & Ruprecht, 2008, ISBN 9783525358924.</ref>
Ihr folgten 769/70 eine weitere Synode in Dingolfing und 771 in Neuching sowie zahlreiche Klostergründungen Tassilos, etwa Innichen 769 sowie Mattsee und Kremsmünster 777.
Die Synodalakten von Aschheim überliefert die Freisinger Handschrift München, BSB Clm 6243 aus dem späten achten Jahrhundert,<ref>Christof Rolker, Till Stüber: Clavis Canonum Wiki, Art. München, BSB, Clm 6243. Abgerufen am 28. März 2026.</ref> seit dem 18. Jahrhundert ist der Text erneut rezipiert worden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte von Aschheim und Dornach ( vom 8. November 2012 im Internet Archive). aschheim.de.</ref> Da angenommen wird, dass neben geistlichen auch weltliche Würdenträger an der Synode teilnahmen, wird sie in heimatkundlichen Publikationen auch als „Erster Bayerischer Landtag“ bezeichnet, obwohl bereits unter Herzog Odilo um 740 bis 750 ein ähnliches Treffen (Concilium Baiuwaricum) stattfand, das durch ein auf das Jahr 800 datiertes fränkisches Dokument bekannt ist.
Die Datierung der Synode auf das Jahr 756 oder 757 ist ungewiss. Sie beruht auf der Vermutung, dass sie bereits nach dem Tod des Bonifatius stattfand und vor dem Reichstag von Compiègne im Jahr 757, bei dem Tassilo III. den Treueid bzw. aus fränkischer Sicht Vasalleneid gegenüber Pippin dem Jüngeren und seinen Söhnen leistete.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tassilo III. ( vom 5. April 2008 im Internet Archive). Universität Passau.</ref>
Weblinks
- Anton Winter: Die drey grossen Synoden der Agilolfingischen Periode zu Aschheim, Dingolfing und Neuching. In: Historische Abhandlungen der Königlich-Baierischen Akademie der Wissenschaften, Band 1. Lindauerische Buchhandlung, München 1807, S. 1–146.
- Markus Ch. Müller: Synoden der Agilolfingerzeit. In: Historisches Lexikon Bayerns, 20. März 2025.
Einzelnachweise
<references />