Jazovka
| Jazovka
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Lage: | Sošice, Kroatien | |||||
| Geographische Lage: |
45° 45′ 23,7″ N, 15° 23′ 23,7″ O
{{#coordinates:45,756581|15,389914|primary
|
dim=200 | globe= | name= | region=HR-01 | type=mountain
}} |
|
| ||||||
| Typ | Schachthöhle | |||||
| Schauhöhle seit | Nein | |||||
Jazovka ist eine vertikale Karsthöhle in der Nähe der Ortschaft Sošice in der Bergregion Žumberak (dt. Sichelgebirge) in Kroatien.
In der Jazovka-Höhle befinden sich mehrere tausend Leichen von Opfern des Zweiten Weltkriegs bzw. aus der Nachkriegszeit. Bei der Mehrzahl handelte es sich um Soldaten des Unabhängigen Staates Kroatien sowie kroatische Zivilisten.<ref>Dunja Rihtman Augustin: A National Ethnology. Its Concepts and its Ethnologists. Ethnologia Europea 26.2 (1996), S. 99.</ref><ref name="Reissm1">Johann Georg Reissmüller (1992): Der Krieg vor unserer Haustür. Hintergründe der kroatischen Tragödie. S. 121.</ref> Nach der Schlacht bei Krašić 1943 diente die Höhle den örtlichen Tito-Partisanen dazu, die Leichen getöteter feindlicher Soldaten verschwinden zu lassen. Nach Kriegsende wurden gefangene Soldaten und Zivilisten – darunter viele im Mai 1945 in Bleiburg Ausgelieferte – zum Höhlenrand gebracht, erschossen und in die Höhle geworfen. Viele der Ermordeten waren als Verwundete aus Krankenhäusern zugeführt worden. Zu den Opfern gehörten auch Ordens- und Krankenschwestern sowie weiteres medizinisches Personal und Kinder.<ref name="Reissm1"/><ref>Josip Jurčević über Jazovka (22. Juni 2008)</ref>
Das Massengrab war bei Anwohnern bekannt, jedoch konnte es erst nach der Unabhängigkeit Kroatiens 1990 untersucht werden.<ref name="Reissm1"/> Seitdem dient der Höhleneingang alljährlich am 22. Juni als Pilgerort. Die Pilgerfahrten werden von der Katholischen Kirche in Kroatien organisiert.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Katolici: Molitva na Jazovki ( vom 26. Juli 2011 im Internet Archive)</ref> Im Juli 2020 wurde durch das kroatische Verteidigungsministerium die Exhumierung von insgesamt 814 Opfern durchgeführt und abgeschlossen.<ref>(abgerufen am 24. Juli 2020)</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />