Zum Inhalt springen

Hippolyte Delehaye

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 23. April 2026 um 11:12 Uhr durch imported>John Red (Ergänzung: Mitglied der Accademia dei Lincei).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Hippolyte-Delehaye-(1859–1941).jpg
Hippolyte Delehaye

Hippolyte Delehaye (* 19. August 1859 in Antwerpen; † 1. April 1941 in Brüssel) war ein belgischer Jesuit und Kirchenhistoriker.

Leben

Delehaye studierte am Jesuitenkolleg und trat 1876 als Novize in den Jesuitenorden ein. 1891 wurde er Mitglied der „Gesellschaft der Bollandisten“ in Brüssel, 1892 Mitherausgeber der Analecta Bollandiana und 1912 Präsident der Bollandisten. Dieses Amt versah er bis zu seinem Tod. Die Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique wählte ihn 1913 zum korrespondierenden und 1919 zum ordentlichen Mitglied.<ref>Académicien décédé: Joseph Hippolyte Marie Delehaye, bollandiste. Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique, abgerufen am 7. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), mit Link zur Biografie (PDF)).</ref> 1920 wurde er korrespondierendes Mitglied der British Academy.<ref>Deceased Fellows. British Academy, abgerufen am 20. Mai 2020.</ref> 1925 wurde er zum auswärtigen Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres<ref>Mitglieder seit 1663. Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Januar 2022; abgerufen am 6. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und 1928 der Accademia Nazionale dei Lincei<ref>Accademici: Hippolyte Delehaye. Accademia Nazionale dei Lincei, abgerufen am 23. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> gewählt.

In seiner fünfzigjährigen Karriere veröffentlichte Delehaye über 1000 Quelleneditionen, historisch-methodische Abhandlungen, Essays und andere Schriften. In seinem bekanntesten Werk Les Légendes hagiographiques entwickelte Delehaye das methodische Rüstzeug, um Heiligenlegenden mit Hilfe historischer Quellenkritik zu untersuchen. Das Werk wurde von seinem ersten Erscheinen 1905 an jahrzehntelang nicht nur in Historiker-, sondern auch in Kirchenkreisen erbittert diskutiert und war von der kirchlichen Zensur bedroht. Eine Indizierung konnte schließlich mit Mühe und erst nach diplomatischem Eingreifen des belgischen Staates verhindert werden.

Schriften (Auswahl)

  • Les Légendes hagiographiques. Société des Bollandistes, Brüssel 1905 (mehrere Auflagen und Übersetzungen). Die hagiographischen Legenden, Aufl. 1907, übersetzt von E. A. Stückelberg, München/Kempten, Kösel (Digitalisat).
  • Les Origines du culte des martyrs. Société des Bollandistes, Brüssel 1912.
  • Les Passions des martyrs et les genres littéraires (= Subsidia hagiographica. Bd. 13, ISSN 0777-8112). Société des Bollandistes, Brüssel 1921.
  • Sanctus. Essai sur le culte des saints dans l'antiquité (= Subsidia hagiographica. Bd. 17). Société des Bollandistes, Brüssel 1927.

Literatur

  • Thomas J. Heffernan: Hippolyte Delehaye. (1859–1941). In: Helen Damico, Donald Fennema, Karmen Lenz (Hrsg.): Medieval Scholarship. Biographical Studies on the Formation of a Discipline. Band 2: Literature and Philology (= Garland Reference Library of the Humanities. Bd. 2071). Garland, New York u. a. 1998, ISBN 0-8153-2890-7, S. 215–227.
  • Bernard Joassart: Hippolyte Delehaye. Hagiographie critique et modernisme (= Subsidia hagiographica. Bd. 81). 2 Bände. Société des Bollandistes, Brüssel 2000, ISBN 2-87365-009-5.<ref> Rezension von Dieter von der Nahmer in Francia 29/1.</ref>

Weblinks

Commons: Hippolyte Delehaye – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein