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Flabellifera

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Flabellifera
Datei:Eurydice affinis.jpg

Eurydice affinis

Systematik
Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Krebstiere (Crustacea)
Klasse: Höhere Krebse (Malacostraca)
Ordnung: Asseln (Isopoda)
Unterordnung: Flabellifera
Wissenschaftlicher Name
Flabellifera
Sars, 1882
Datei:Limnoria 4 punctata.jpg
Limnoria quadripunctata, eine holzbohrende Assel aus der Gruppe der Flabellifera, links das Männchen, rechts das größere Weibchen
Datei:Thermosphaeroma thermophilum male.jpg
Männchen von Thermosphaeroma thermophilum aus der Socorro Isopod Propagation Facility

Als Flabellifera wird ein veraltetes Taxon innerhalb der Systematik der Asseln (Isopoda) bezeichnet. Dieses umfasste als zweitgrößte Unterordnung der Asseln mehr als 3000 unterschiedliche Arten<ref name="crustacea"/><ref name="Tree_of_Life"/>. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Gruppe nicht als monophyletisch anzusehen ist. Daher wurden ihre Familien ab 2003<ref name="Brandt"/> auf die neu errichteten Unterordnungen Cymothoida, Limnoriidea, Sphaeromatidea und die beiden kleineren Unterordnungen Phoratopidea und Tainisopidea aufgeteilt. Gleichzeitig wurden die Cymothoida mit anderen früheren Unterordnungen vereinigt.<ref name="WoRMS"/> Die neue Systematik ist aber noch nicht überall etabliert und die Flabellifera spielen daher bis zur Klärung der Verwandtschaftsverhältnisse einiger Untergruppen noch eine Rolle in vielen Veröffentlichungen und Darstellungen der Systematik.<ref name="ITIS"/>

Merkmale

Der Körper ist langgestreckt, ihre Länge variiert von wenigen Millimetern bei den holzbohrenden Limnoriidae bis zu 45 Zentimetern bei den Riesenasseln der Tiefsee. Am Ende des Hinterleibs bilden ein bis fünf freie Segmente das Pleon, zu dem als Abschluss noch das Pleotelson kommt. Dieses ist bei den Flabellifera auffällig lang und breit und bildet zusammen mit den seitlich entspringenden Uropoden einen fächerförmigen Anhang, der Flabellum genannt wird und der Gruppe ihren Namen gab.<ref name="Morris"/>

Die Augen sind meist groß und gut entwickelt, bei höhlenbewohnenden und Tiefsee-Arten sind sie aber zurückgebildet oder fehlen. Die Mundwerkzeuge sind gewöhnlich robust und für das schneiden, raspeln und gelegentlich zum durchbohren geeignet. Die ersten und zweiten Maxillen sind zweiästig. Ein Rostrum ist nicht ausgebildet.

Die Schreitbeine sind in der Regel gleichartig ausgebildet, bei den Serolidae, einigen Cirolanidae und den Sphaeromatidae Arten können die vorderen Paare mit Scheren oder Greifwerkzeugen ausgestattet sein. Die fünf Paare der breiten und flachen Hinterleibsbeine (Pleopoden) sind gut entwickelt, wobei die zweiten Pleopoden bei männlichen Tieren das Gonopodium bilden.<ref name="crustacea"/><ref name="Tree_of_Life"/>

Vorkommen und Lebensweise

Die Flabellifera sind weltweit im Meerwasser, Brackwasser und Süßwasser verbreitet. Einige Familien leben räuberisch oder als Aasfresser,<ref name="crustacea"/> wie z. B. die Cirolanidae, Corallanidae und Serolidae, andere sind temporär parasitisch wie die Arten der Familie Aegidae, wieder andere leben dauerhaft als Parasiten an und in Fischen, bekannt dafür sind die Vertreter der Familie Cymothoidae, darunter die Art Cymothoa exigua.<ref name="Williams"/>

Arten der Familie Limnoriidae bohren in Algen und Holz, dazu gehört auch die Holzbohrassel Limnoria lignorum, die sowohl im als auch vom Holz der Schiffe und Hafenanlagen lebt.<ref name="AWI"/> Die Verdauung von Cellulose und Lignin erfolgt durch die Bildung eigener Enzyme und nicht wie bei vielen anderen Organismen unter Mithilfe symbiontischer Bakterien.<ref name="Bewuchs"/> Die Sphaeromatidae sind ebenfalls Pflanzenfresser bzw. ernähren sich von Kieselalgen und Detritus.

Systematik

Familien

Bis zur Revision der Flabellifera im Jahr 2003 umfasste die Gruppe 18 Familien:<ref name="Martin"/>

Teilung

2003 wurden die Familien der Flabellifera auf die folgenden fünf neuen Unterordnungen der Asseln aufgeteilt:<ref name="Brandt"/>

Die Familie Gnathiidae stammt aus der früheren Unterordnung Gnathiidea. Zur Überfamilie Cymothooidea innerhalb der Cymothoida kommen noch die Überfamilien Bopyroidea und Cryptoniscoidea mit den Familien der früheren Epicaridea. Eine weitere Überfamilie der Cymothoida sind die Anthuroidea, die aus den Familien der früheren Unterordnung Anthuridea bestehen.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Tree_of_Life">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Suborder Flabellifera.] In: Guide to the Coastal Marine Isopods of California. Tree of Life Web Project, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 28. Januar 2009 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> <ref name="crustacea">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Flabellifera.] In: Crustacea: The Higher Taxa. Crustacea.net, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 29. Dezember 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> <ref name="Brandt">Angelika Brandt and Gary C. B. Poore: Higher classification of the flabelliferan and related Isopoda based on a reappraisal of relationships. Invertebrate Systematics, 17, 6, S. 893–923, 2003 doi:10.1071/IS02032</ref> <ref name="Morris">Christopher G. Morris: Academic Press dictionary of science and technology. Academic Press, 1992, S. 839 ISBN 0-12200-400-0</ref> <ref name="WoRMS">Taxon Details for Isopoda bei WoRMS (abgerufen am 25. August 2010)</ref> <ref name="ITIS">Flabellifera Sars, 1882 bei ITIS (abgerufen am 25. August 2010)</ref> <ref name="Martin">Joel W. Martin und George E. Davis: An Updated Classification of the Recent Crustacea. Natural History Museum of Los Angeles, Science Series 39, 2001, S. 124 ISBN 1-891276-27-1 </ref> <ref name="Williams">Ernst H. Williams jr., Lucy Bunkley-Williams: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />New records of fish-parasitic isopods (Cymothoidae) in the eastern pacific (Galapagos and Costa Rica) (Memento vom 6. Mai 2012 im Internet Archive; PDF; 1,14 MB, englisch, S. 21–23). Noticias de Galapagos, 2003</ref> <ref name="AWI">Alfred-Wegener-Institut: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Schrecken der Seefahrer: die Holzbohrassel Limnoria lignorum (Memento vom 12. Mai 2013 im Internet Archive; PDF; 142 KB)</ref> <ref name="Bewuchs">Limnoria lignorum im Organismenlexikon des Bewuchs-Atlas</ref> </references>