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Damara

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Datei:Damaratanz.jpg
Damara

Die Damara, selten und vor allem historisch auch Dama, Bergdama oder Klippkaffern, sind eine afrikanische Volksgruppe mit Siedlungsgebieten in Namibia.

Volksbezeichnung

Die Damara nennen sich selber {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)Vorlage:Hinweis Klicklaute, was Schwarze Menschen bedeutet.<ref>Wilfried Haacke, Marina Gockel: Vielseitig und dem Lebensraum angepasst. In: tourismus, Oktober 2014, S. 6.</ref> Auf Nama werden sie {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), auf Herero ozonduka genannt. Die Bezeichnung Dama oder Bergdama (Damara ist eigentlich eine weibliche Dualform) ist nicht mehr geläufig.<ref name="nurse1976">Nurse et al.: Sero-genetic studies on the Dama of South West Africa. Annals of Human Biology, 1976, Vol. 3, No. 1, 33-50</ref>

Herkunft und Sprache

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Datei:Sprachenverteilung Khoekhoegowab Namibia (2011).svg
Muttersprachler des Khoekhoegowab – inkl. Damara – in Namibia
  • <1 %
  • 1–5,99 %
  • 6–10,99 %
  • 11–20,99 %
  • 21–30,99 %
  • 31–49,99 %
  • Die Damara sprechen eine Sprache, die der der Nama ähnelt und als Teil von Khoekhoegowab verstanden wird. Über ihren Ursprung ist viel spekuliert worden, da sie wohl nicht zu den Bantu-Völkern gehören, die sich mutmaßlich im 1. Jahrtausend n. Chr. in den südlichen Teil Afrikas, aber erst seit Mitte des 2. Jahrtausends ins Gebiet des heutigen Namibia ausbreiteten. Von den Khoi Khoi und den San unterscheiden sich die Damara äußerlich. Gleichwohl gelten sie zusammen mit den San als die ältesten Besiedler des südlichen Afrikas. Andererseits besitzen Sprache und Kultur viele Gemeinsamkeiten mit den Khoisan-Völkern (Khoi Khoi), so dass sie häufig dieser Gruppe zugeordnet werden.

    Historisch waren die Damara, soweit sich dies rekonstruieren lässt, nie eine dominante Ethnie, sondern immer den anderen Völkern dieses Raumes untertan, bei den Herero, Nama und Afrikaanern standen sie über lange Zeit sogar im Sklavenstatus.<ref name="nurse1976" /> Bei diesen Völkern genossen die Damara dennoch eine gewisse Wertschätzung, da sie die Kunst des Eisen- und Kupferschmelzens und des Schmiedens beherrschten – Fertigkeiten also, die bei der Speer- und Pfeilherstellung sehr wichtig waren. Die Beherrschung durch andere Volksstämme führte zu einem allmählichen, aber sehr weitgehenden Verlust der kulturellen Identität.

    Siedlungsgebiet

    Datei:Nama-Damara taalkaartje NL.png
    Traditionelles Siedlungsgebiet
    Datei:Damara-huette-brandberg.jpg
    Damara-Hütte am Brandbergmassiv

    In Namibia stellen sie etwa 5,6 % der Bevölkerung (Stand 2023; 170.000).<ref>Namibia 2023 Population and Housing Census, Main Report. Namibia Statistics Agency, Oktober 2025, S. 21.</ref> Im Zusammenhang mit dem Odendaal-Plan richtete das Apartheidsregime in Südafrika das Damaraland 1973 als Homeland für die Damara zwischen dem Kaokoland und der Namib-Randzone ein. Die Damara leben heute in zumeist ärmlichen Verhältnissen von Gartenbau und Viehzucht oder von der Minenarbeit im sogenannten „Kupferdreieck“.

    Religion und Kultur

    Datei:Damaramann.JPG
    Damaramann mit traditionellem Kopfschmuck

    Totenfurcht und Heilerkult kommen eine große Bedeutung zu. Auch die „Speisemeisterei“ (Vorkostertum) und Initiationsfeiern (junge Männer werden auf ihr Leben als Jäger vorbereitet) spielen eine religiös wichtige Rolle.

    Traditionell sind Nachnamen bei den Damara zwischen dem weiblichen und männlichen Geschlecht unterschiedlich. So enden Nachnamen von Männern stets auf b, die von Frauen auf s. Beispiel hierfür ist Hage Geingob, während seine Ehefrau den Namen Geingos trug.

    Berühmte Damara

    Trivia

    Nach den Damara benannt ist das Damarafaltengebirge, das vor 650–500 Millionen Jahren durch die Kollision des Kongo-Kratons und des Kalahari-Kratons entstand. Die an dieser Stelle zuvor existierende Meeresverbindung (Damarameer) wurde dabei geschlossen. Die Meeressedimente, die bei der Kollision an die Erdoberfläche transportiert wurden, sind inzwischen weitgehend abgetragen. Heute stehen deshalb vielerorts vor allem in Namibia entblößte Granitgesteine (Damara-Granite) an, die als unterirdische magmatische Intrusionen bei der Aufwölbung entstanden waren.

    Andere Benennungen nach der Volksgruppe tragen unter anderem die Damaraseeschwalbe (Sterna balaenarum), Damara-Dikdik und das Damaraland (ehemaliges Homeland in Südwestafrika).

    Siehe auch

    Literatur

    • Seth Boois: Reflections on Modern Damara History. Garoeb Royal Foundation, Khorixas 2017, ISBN 978-99945-60-82-0.
    • Andreas Eckl: Briefe und Berichte von Wilhelm Schaar, Missionar in Okombahe, Deutsch-Südwestafrika, 1890–1900. Welwitschia Verlag, Bochum 2021, ISBN 978-3-939886-05-1.
    • Dag Henrichsen: Herrschaft und Alltag im vorkolonialen Zentralnamibia. Das Herero- und Damaraland im 19. Jahrhundert (= Basler Afrika Bibliographien). Basler Afrika Bibliographien und Namibia Wissenschaftliche Gesellschaft, Basel bzw. Windhoek 2011, CH-ISBN 978-3-905758-23-8; NAM-ISBN 978-99916-40-98-3.
    • Adi Inskeep: Heinrich Vedder’s “The Bergdama”. An Annotated Translation of the German Original with Additional Ethnographic Material. Köppe, Köln 2003, ISBN 3896453580.
    • Sian Sullivan, Welhemina Suro Ganuses: Understanding Damara / ‡Nūkhoen and ||Ubun Indigeneity and Marginalisation in Namibia. In: Willem Odendaal, Wolfgang Werner (Hrsg.): Neither Here Nor There – Indigeneity, Marginalisation and Land Rights in Post-Independence Namibia. Legal Assictance Centre, Windhoek 2020, ISBN 978-99945-61-58-2, Kapitel 13 (PDF; englisch).
    • Heinrich Vedder: Die Bergdama. 2 Bände. (= Hamburgische Universität. Abhandlungen aus dem Gebiet der Auslandskunde, Bände 11 & 14); (= Völkerkunde, Kulturgeschichte und Sprachen, Bände 7 & 8). Friederichsen, Hamburg 1923.
    • Dagmar Wagner-Robertz: Ein Heilungsritual der Dama, Südwestafrika/Namibia. [Mit 19 Farbfotos von Rüdiger Wagner]. Köppe, Köln 2000, ISBN 978-3-89645-351-8.

    Weblinks

    Commons: Damara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

    <references /> Vorlage:Hinweis Klicklaute Vorlage:Hinweisbaustein