Jochen Hick
Jochen Hick (* 2. April 1960 in Darmstadt) ist ein deutscher Filmautor, TV-Journalist, Regisseur und Filmproduzent.
Leben
Jochen Hick studierte u. a. Visuelle Kommunikation (Schwerpunkt Film) an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, u. a. bei Helke Sander, Gerd Roscher und Rüdiger Neumann. Spezialisiert hat er sich u. a. auf sozio-kulturelle und LGBT-Themen. 1994 gründete er die Produktionsfirma Galeria Alaska Productions<ref>Galeria Alaska Productions</ref> mit der er außer Via Appia bis heute alle seine Kinofilme selbst produzierte. Als Autor und Produzent realisierte er zahlreiche Reportagen und Dokumentationen, u. a. für ARD, ZDF/ARTE, 3sat und Spiegel TV. Von 2007 bis 2010 war Jochen Hick zudem stellvertretender Programmdirektor sowie Chefredakteur<ref>Michael Rädel: INTERVIEW mit JOCHEN HICK. 1. Oktober 2007, abgerufen am 10. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und Programmeinkäufer bei TIMM, dem ersten TV-Sender für schwule Männer im deutschsprachigen Raum, der eigene Formate entwickelte. Hick war außerdem Mitinitiator und Gründungsvorstand der Dokumentarfilmplattform docfilm42<ref>docfilm42: docfilm42 - Wer wir sind und wie alles anfing. In: docfilm42. 30. November 2019, abgerufen am 13. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, die erstmals 2019 online ging.
Hick's erster abendfüllender Spielfilm Via Appia<ref>rie: Emanzipation des Fernsehens. In: Die Tageszeitung: taz. 23. August 1990, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 3. Februar 2025]).</ref> (u. a. mit Peter Senner und Guilherme de Padua) entstand in Brasilien und wurde auf dem Max-Ophüls-Festival 1990 uraufgeführt. Sein zweiter langer Spielfilm No One Sleeps<ref>HARALD FRICKE: Aids als Thriller: Jochen Hicks „No One Sleeps“. In: Die Tageszeitung: taz. 6. Oktober 2000, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 3. Februar 2025]).</ref> mit Tom Wlaschiha wurde in San Francisco gedreht und hatte 2000 auf der Berlinale Premiere. Jochen Hick’s Kinofilme – in der Mehrzahl Dokumentarfilme – wurden u.a. auf vielen internationalen Filmfestivals gezeigt und waren seit 1992 insgesamt zwölf Mal<ref>Jochen Hick: Berlinale: Der Berlinalist. In: Der Spiegel. 26. Januar 2009, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 13. Mai 2024]).</ref> im offiziellen Programm der Berlinale vertreten. Sein Dokumentarfilm Ich kenn keinen – Allein unter Heteros<ref>Ich kenn keinen (2003) – sissy. Abgerufen am 10. April 2026.</ref>, der 2003 in der Panorama-Sektion der Berlinale gezeigt wurde,<ref>Ich kenn keinen - Allein unter Heteros (PDF; 0,5 MB), auf berlinale.de</ref><ref>Filmdatenblatt Berlinale 2003: „Ich kenn keinen - Allein unter Heteros“</ref> erhielt den Teddy Award. Nach Out in Ost-Berlin (2013)<ref>„Out in Ost-Berlin“ : Homosexualität im Einheitsstaat, Berliner Zeitung zu „Out in Ost-Berlin“ - abgerufen am 9. Juni 2024</ref> und Mein wunderbares West-Berlin (2017)<ref>Mein wunderbares West-Berlin, auf sissymag.de, abgerufen am 24. Januar 2020</ref><ref>Filmdatenblatt Berlinale 2017 „Mein wunderbares West-Berlin“, auf berlinale.de</ref><ref>Über Jochen Hicks neuen Dokumentarfilm „Mein wunderbares West-Berlin“, auf zeitgeschichte-online.de</ref> erschien 2023 Queer Exile Berlin als dritter Teil der Filmtrilogie über das queere Berlin nach 1945. Jochen Hick wurde wiederholt als "ein Chronist schwuler Geschichte"<ref>deutschlandfunkkultur.de: Filmemacher Jochen Hick - Ein Chronist schwuler Geschichte. 16. Februar 2017, abgerufen am 10. April 2026.</ref> bezeichnet, u.a. von Gerd Brendel in Deutschlandfunk. Der Filmjournalist und Autor Axel Schock sieht Jochen Hick in der Rolle des „wichtigsten Archivars und Chronisten der Community“<ref>Ich kenn keinen (2003) – sissy. Abgerufen am 10. April 2026.</ref>.
Filmografie (als Regisseur)
- 1985: Moon Over Pittsburgh (Kurzfilm)
- 1987: Gerd Hansen, 55 (Kurzfilm)
- 1990: Via Appia (Spielfilm)
- 1992: Welcome to the Dome (Kurzfilm)
- 1995: Menmaniacs – The Legacy of Leather (Dokumentarfilm)
- 1998: Sex/Life in L.A. (Dokumentarfilm)
- 2000: No One Sleeps (Spielfilm)
- 2003: Ich kenn keinen – Allein unter Heteros (Dokumentarfilm)
- 2005: Cycles of Porn – Sex/Life in L.A. Part 2 (Dokumentarfilm)
- 2005: Am Ende des Regenbogens (TV-Dokumentation)
- 2006: Deutschland – Ein Herbstmärchen (Kurzfilm in der Anthologie: Mach doch was du willst!)
- 2006: Rainbow’s End (Dokumentarfilm)
- 2006: Hallelujah! (Kurzfilm)
- 2008: East/West – Sex & Politics (Dokumentarfilm)
- 2009: The Good American (Dokumentarfilm)
- 2011: DDR unterm Regenbogen (TV-Dokumentation)
- 2013: Out in Ost-Berlin – Lesben und Schwule in der DDR (Dokumentarfilm)
- 2016: Der Ost-Komplex (Dokumentarfilm)<ref>Nach der Erinnerung, auf freitag.de</ref><ref>„Der Ost-Komplex“, auf sissymag.de, abgerufen am 24. Januar 2020</ref>
- 2017: Mein wunderbares West-Berlin (Dokumentarfilm)
- 2023: Queer Exile Berlin (Dokumentarfilm)
Preise
- 1987: Förderpreis der AG der Filmjournalisten für Gerd Hansen, 55
- 1992: Lobende Erwähnung des DGB für Willkommen im Dom
- 2003: Teddy Award für Ich kenn keinen – Allein unter Heteros (Berlinale)
- 2023: Don Quichote Preis (Besondere Erwähnung) für Queer Exile Berlin (Queerfimfest Weiterstadt)
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- Jochen Hick bei filmportal.de
- Galeria Alaska Productions Homepage der Produktionsfirma von Jochen Hick
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jochen Hick ( vom 22. April 2021 im Internet Archive), Kulturserver
- Der Spiegel zu Jochen Hick
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hick, Jochen |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Filmregisseur und Filmproduzent |
| GEBURTSDATUM | 2. April 1960 |
| GEBURTSORT | Darmstadt |