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Bergpalmen

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Bergpalmen
Datei:Chamaedorea costaricana.jpg

Chamaedorea costaricana

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Palmenartige (Arecales)
Familie: Palmengewächse (Arecaceae)
Unterfamilie: Arecoideae
Tribus: Chamaedoreeae
Gattung: Bergpalmen
Wissenschaftlicher Name
Chamaedorea
Willd.

Die Bergpalmen (Chamaedorea) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Palmengewächse (Arecaceae). Die etwa 106 Arten sind in der Neotropis verbreitet. Es sind eher kleine, häufig horstbildende Palmen.

Beschreibung

Datei:Chamaedorea alternans Inflorescence.jpg
Junge Blütenstände von Chamaedorea alternans
Datei:Chamaedorea alternans Fruits.jpg
Fruchtstand von Chamaedorea alternans
Datei:Chamaedorea cataractarum kz1.JPG
Chamaedorea cataractarum
Datei:Chamaedorea elegans (20144031253).jpg
Chamaedorea elegans

Erscheinungsbild

Chamaedorea-Arten sind kleine, selten mittelgroße, aufrechte oder niederliegende, selten kletternde Palmen. Ein Stamm kann ausgebildet sein oder unterirdisch verborgen. Sie sind einzelstämmig oder horstbildend und unbewehrt. Der Stamm ist meist schlank, ganz oder teilweise mit den faserigen Blattbasen oder mit glatten, grünen, auffallend geringelten Blattnarben besetzt.

Blätter

Die Blätter sind zweiteilig (bifid) oder verschiedenartig gefiedert; selten sind sie auch ungeteilt. Die Blattscheide ist geschlossen oder reißt auf, sie ist kurz oder lang und hat manchmal einen vertrocknenden Lappen gegenüber dem Blattstiel. Der Blattstiel ist kurz bis lang, an der Oberseite abgeflacht, an der Unterseite gerundet und hat hier manchmal einen auffallenden hellgrünen oder gelben Streifen. Die Blattspreite ist ungeteilt, zweiteilig und dann fiederig gerippt, oder regelmäßig oder unregelmäßig fiederteilig. Es gibt dann wenige bis zahlreiche Fiederblättchen, die einmal oder mehrmals gefaltet sind. Sie sind schmal bis breit. Ihre Oberfläche ist kahl.

Blütenstände

Chamaedorea-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (Diözie|diözisch). Die Blütenstände stehen zwischen oder unter den Blättern. Pro Blattachsel entstehen ein oder mehrere Blütenstände. Die Blütenstände sind unverzweigt oder ein- bis selten zweifach verzweigt, manchmal gegabelt. Die männlichen Blütenstände sind häufig stärker verzweigt als die weiblichen. Der Blütenstandsschaft ist kurz bis lang. Das Vorblatt ist röhrig mit einer zweiteiligen Spitze. Es gibt zwei bis mehrere Hochblätter am Blütenstandsschaft. Diese sind verlängert, röhrig und hüllen den Blütenstandsstiel scheidig ein. Sie sind ledrig oder häutig, ausdauernd, mit kurzer Spitze. Die blütentragenden Seitenzweige (Rachillae) sind kurz bis lang, schlank oder fleischig, manchmal gefurcht und tragen zur Reife keine Hochblätter. An ihnen stehen eng oder weit voneinander in spiraliger Anordnung entweder männliche oder weibliche Blüten. Die Blüten sind sitzend oder teilweise in einer Grube der fleischigen Rachilla eingesenkt.

Blüten

Die eingeschlechtigen Blüten sind klein bis sehr klein und dreizählig.

Die männlichen Blüten sind symmetrisch. Die drei Kelchblätter sind ganzrandig und können im untersten Bereich miteinander verwachsen sein. Die drei Kronblätter sind frei oder in unterschiedlichem Ausmaß miteinander verwachsen. Die Kronlappen stehen valvat. Die sechs Staubblätter haben kurze Staubfäden und sind breit oder ahlenförmig. Auf dem Staubfaden setzt der Staubbeutel an seiner Rückseite an (dorsifix). Das Stempelrudiment ist zylindrisch oder unten verbreitert, und manchmal dreilappig. Der Pollen ist ellipsoidisch, manchmal leicht dreieckig, bisymmetrisch oder leicht asymmetrisch. Die Keimöffnung ist ein distaler Sulcus. Die längste Achse misst 20 bis 35 Mikrometer.

Bei den weiblichen Blüten gleicht der Kelch dem der männlichen Blüten. Die Kronblätter sind meist verwachsen, die Kronlappen sind valvat oder imbricat (dachziegelartig überlappend). Die Staminodien sind, wenn vorhanden, zahnförmig. Drei Fruchtblättern sind zu einem eiförmigen, synkarpen Fruchtknoten verwachsenen. Die Samenanlagen sind campylotrop und setzen seitlich an. Die Narben sind klein und zurückgebogen.

Früchte

Die Früchte sind klein und kugelig bis länglich mit drei Fruchtfächern. Die Narbenreste stehen basal. Das Exokarp ist glatt, das Mesokarp fleischig und das Endokarp dünn. Der Samen steht aufrecht, ist kugelig oder ellipsoid. Die Narbe (Hilum) ist klein. Das Endosperm ist knorpelig. Die Früchte der meisten Arten enthalten Calciumoxalat-Kristalle.<ref name="Riffle2007" />

Vorkommen

Chamaedorea-Arten sind von Mexiko über Zentralamerika nach Süden bis Brasilien und Bolivien verbreitet. Alle Arten gedeihen im Unterwuchs von feuchten, nassen Wäldern im Tiefland oder – der Großteil der Arten – im Bergland. Einige Arten kommen über Kalkgestein vor.

Datei:Morenia corallina 139-8527.jpg
Illustration von Chamaedorea linearis
Datei:Chamaedorea nana 142-8652.jpg
Illustration von Chamaedorea pumila
Datei:Chamaedorea ernesti augustii 01.jpg
Chamaedorea ernesti-augusti
Datei:Chamaedorea geonomiformis1.jpg
Chamaedorea geonomiformis
Datei:6.metallic.palm (14616832050).jpg
Chamaedorea metallica
Datei:Chamaedorea oreophila - Val Rahmeh - DSC04279.JPG
Chamaedorea oreophila
Datei:Chamaedorea pinnatifrons 0zz.jpg
Fruchtstand von Chamaedorea pinnatifrons
Datei:Starr 070906-8759 Chamaedorea seifrizii.jpg
Chamaedorea seifrizii
Datei:Chamaedorea tepejilote 002.JPG
Blütenstände von Chamaedorea tepejilote
Datei:IMG-5670 -Chamaedorea tepejilote fruits.jpg
Ausschnitt eines Fruchtstands von Chamaedorea tepejilote

Systematik

Die Gattung Chamaedorea wurde 1806 durch Carl Ludwig Willdenow in Species Plantarum, Editio Quarta, Tomus 4, Pars 2, Seite 638, 800 aufgestellt. Der Gattungsname Chamaedorea setzt sich aus den altgriechischen Wörtern Chamai für „am Grund“ und dorea für „Geschenk“ ab und bezieht sich neben der Kleinheit möglicherweise auf die elegante Wuchsform vieler Arten.

Synonyme für Chamaedorea <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd. nom. cons. sind: Anothea <templatestyles src="Person/styles.css" />O.F.Cook, Cladandra <templatestyles src="Person/styles.css" />O.F.Cook, Collinia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Liebm.) Oerst., Dasystachys <templatestyles src="Person/styles.css" />Oerst., Docanthe <templatestyles src="Person/styles.css" />O.F.Cook, Edanthe <templatestyles src="Person/styles.css" />O.F.Cook & Doyle, Eleutheropetalum <templatestyles src="Person/styles.css" />(H.Wendl.) H.Wendl. ex Oerst., Kinetostigma <templatestyles src="Person/styles.css" />Dammer, Kunthia <templatestyles src="Person/styles.css" />Bonpl., Legnea <templatestyles src="Person/styles.css" />O.F.Cook, Lobia <templatestyles src="Person/styles.css" />O.F.Cook, Lophothele<templatestyles src="Person/styles.css" />O.F.Cook, Mauranthe <templatestyles src="Person/styles.css" />O.F.Cook, Meiota <templatestyles src="Person/styles.css" />O.F.Cook, Migandra <templatestyles src="Person/styles.css" />O.F.Cook, Morenia <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruiz & Pav., Neanthe <templatestyles src="Person/styles.css" />O.F.Cook, Nunnezharia <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruiz & Pav., Nunnezia <templatestyles src="Person/styles.css" />Willd., Omanthe <templatestyles src="Person/styles.css" />O.F.Cook, Paranthe <templatestyles src="Person/styles.css" />O.F.Cook, Platythea <templatestyles src="Person/styles.css" />O.F.Cook, Spathoscaphe <templatestyles src="Person/styles.css" />Oerst., Stachyophorbe <templatestyles src="Person/styles.css" />(Liebm.) Liebm. ex Klotzsch, Stephanostachys <templatestyles src="Person/styles.css" />Klotzsch ex Oerst., Tuerckheimia <templatestyles src="Person/styles.css" />Dammer nom. nud., Vadia <templatestyles src="Person/styles.css" />O.F.Cook.<ref name="POWO" />

Die Gattung Chamaedorea gehört zur Tribus Chamaedoreeae in der Unterfamilie Arecoideae innerhalb der Familie Arecaceae. Sie ist die Schwestergruppe von Gaussia.

Die Gattung Chamaedorea ist monophyletisch. Die Gattung Chamaedorea wurde von Donald Robert Hodel 1992 in acht Untergattungen unterteilt. Die beiden artenreichsten Untergattungen sind allerdings polyphyletisch, auch die restlichen sind nicht alle monophyletisch.<ref name="Cuenca2007" />

Die Gattung umfasst etwa 106 Arten (Stand März 2025):<ref name="POWO" />

Nutzung

Die Blütenstände einiger Arten wie etwa Chamaedorea tepejilote werden als Gemüse genutzt. Die Blätter werden zum Dachdecken verwendet. Die medizinischen Wirkungen wurden untersucht. Es erfolgt eine Verwendung im Schnittblumenhandel und dazu werden Blätter in Naturbeständen entnommen.

Einige Arten werden als Topfpflanzen in großen Mengen produziert. Chamaedorea elegans ist wahrscheinlich die am häufigsten verwendete Zimmerpalme.<ref name="Riffle2007" />

Literatur

  • John Dransfield, Natalie W. Uhl, Conny B. Asmussen, William J. Baker, Madeline M. Harley, Carl E. Lewis: Genera Palmarum. The Evolution and Classification of Palms. Zweite Auflage. Royal Botanic Gardens, Kew 2008, ISBN 978-1-84246-182-2, S. 377–381.
  • Donald Robert Hodel: Chamaedorea palms: the species and their cultivation. International Palm Society, Kansas 1992.

Einzelnachweise

<references> <ref name="POWO"> Chamaedorea. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Riffle2007"> Robert Lee Riffle, Paul Craft: An Encyclopedia of Cultivated Palms. 4. Auflage. Timber Press, Portland 2007, ISBN 978-0-88192-558-6, S. 294–294. </ref> <ref name="Cuenca2007"> Argelia Cuenca, Conny B. Asmussen-Lange: Phylogeny of the Palm Tribe Chamaedoreeae (Arecaceae) Based on Plastid DNA Sequences. In: Systematic Botany. Band 32, 2007, OCLC 842589638, S. 250–263. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Bergpalmen (Chamaedorea) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien