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Bickensohl

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Bickensohl
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(396)&title=Bickensohl 48° 5′ N, 7° 39′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(396) 48° 4′ 39″ N, 7° 38′ 46″ O
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Höhe: 262 m
Fläche: 3,07 km²
Einwohner: 396 (1. Nov. 2022)<ref>Website Vogtsburg: Zahlen, Daten, Fakten</ref>
Bevölkerungsdichte: 129 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 79235
Vorwahl: 07662
Datei:Bickensohl.png
Karte
Lage von Bickensohl in der Gemeinde Vogtsburg im Kaiserstuhl
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Bickensohl ist ein im Kaiserstuhl in Südwestdeutschland gelegenes und zur Stadt Vogtsburg im Kaiserstuhl gehörendes Winzerdorf mit etwa 400 Einwohnern.

Geographie

Datei:Bickensohl-Eichberg (2).jpg
Lösshohlweg Eichgasse
Datei:Bickensohl, evangelische Kirche 2.jpg
Evangelische Kirche Bickensohl

Bickensohl liegt im Seitental des Eschbach im Süden der Gesamtgemeinde Vogtsburg, etwa 1,5 km vom nördlich gelegenen Oberbergen entfernt. Das Dorf ist von Weinbergen umgeben, besitzt jedoch auch Waldgebiete, hauptsächlich zum Hauptgipfel des Kaiserstuhls, dem 557 m hohen Totenkopf hin. In Bickensohl gibt es, für den Kaiserstuhl typische Lösshohlwege, etwa die „Eichgasse“.

Bickensohl liegt am 16 km langen Wanderweg „Bienenfresserpfad“, der den Kaiserstuhl von Ihringen im Süden bis Königschaffhausen im Norden durchquert. Ferner gibt es einen knapp sieben Kilometer langen Lösshohlwegepfad rund um das Dorf.

Geschichte

Der Name Bickensohl wird erstmals in einer Schenkungsurkunde Kaiser Heinrichs III. aus dem Jahr 1048 als villa Piccensole erwähnt. Während sich der erste Teil des Namens auf eine Person bezieht, steht sol, der zweite Teil, für einen feuchten Ort.<ref name="leo">Bickensohl – Altgemeinde~Teilort Auf: leo-bw.de. Abgerufen am 4. März 2013.</ref> Der Ort befand sich damals im Besitz des Basler Domkapitels.<ref name="leo" /> Die Pfarrkirche St. Jakob wurde erstmals 1139 erwähnt.<ref name="leo" /> 1864 wird die Kirche erweitert und 1973 renoviert. 1975 erhält die Kirche die heutige Orgel von Orgelbau Vier.<ref>Vogtsburg im Kaiserstuhl / Bickensohl – Evangelische Kirche (ehem. St. Jakob) – Orgel Verzeichnis – Orgelarchiv Schmidt. Abgerufen am 19. November 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im 14. Jahrhundert besaßen die Üsenberger die Vogtei über diesen Basler Besitz.<ref name="leo" /> Bickensohl war jedoch an die Herren von Falkenstein verpfändet worden.<ref name="oberrhein">Heinrich Maurer: Die Stift-Andlauischen Fronhöfe im Breisgau. In: Grossherzogliches General-Landesarchiv zu Karlsruhe (Hrsg.): Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band 34, Braunsche Hofbuchhandlung, Karlsruhe 1882, S. 143 f., archive.org</ref> Diese setzten sich gegen Übergriffe in ihre Gerichtsbarkeit durch den üsenbergischen Vogt in Achkarren zur Wehr, was zu einer Fehde mit den Üsenbergern Burkhard III. und Gebhard führte<ref name="oberrhein" /> und damit zum Kaiserstühler Krieg von 1320 bis 1322.<ref name="tennenbach">Stefan Schmidt: Thennenbacher Urkundenbuch. (PDF; 2,1 MB) Eigenverlag, Wyhl am Kaiserstuhl 2009, S. 61 und S. 132</ref>

Die Falkensteiner gingen als Sieger aus dem Konflikt hervor und behielten den Besitz, der 1407 an die Schnewlin von Landeck und Jakob von Weisweil überging.<ref name="leo" /> Die Herren von Staufen befanden sich später im Besitz der Ortsherrschaft, verkauften sie jedoch 1461 an den Markgrafen von Baden. Dieser ordnete Bickensohl der Herrschaft Hachberg zu.<ref name="leo" />

Mitte des 16. Jahrhunderts nahmen die Bickensohler den neuen Glauben der Reformation an.<ref>Website Evangelische Gemeinde Bickensohl</ref> Bickensohler Weinlagen werden erstmals 1558 urkundlich erwähnt. 1924 wurde die Winzergenossenschaft Bickensohl von 45 Mitgliedern gegründet.

Im Ersten Weltkrieg waren die Menschen in der Kommune trotz ihrer Möglichkeiten als Selbstversorger mit Mangel und Hunger konfrontiert. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse im Ort wurden zur Versorgung der Stadt Freiburg herangezogen.<ref>Vgl. Daniel Schneider: Umkirch und der Breisgau im Ersten Weltkrieg. Erfahrungen und Alltag zwischen Monarchie und Demokratie, Freiburg im Breisgau/Berlin/Wien 2022, S. 32–49, 82–104.</ref>

Im Jahre 1943 wurde in Bickensohl Deutschlands erste „tönende Dorfchronik“ auf 36 Schallplatten durch das Institut für Rundfunkwissenschaften aufgezeichnet. Unter Mitwirkung des Bürgermeisters, des Ortsbauernführers sowie zahlreicher Einwohner wurden auch Volkssagen und Volkslieder aufgenommen.<ref>Deutschlands erste „tönende Dorfchronik“. In: Kärntner Volkszeitung. Unabhängiges Blatt für alle / Kärntner Heimatblätter. Sonntagsbeilage zur „Kärntner Volkszeitung“ / Kärntner Volkszeitung. Deutsches Grenzlandblatt / Kärntner Volkszeitung, 11. Februar 1943, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/kvh</ref><ref>Tönende Dorfchronik. In: Banater Deutsche Zeitung / Südostdeutsche Tageszeitung. Organ der Deutschen in Rumänien, 14. Februar 1943, S. 5 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/bdz</ref>

Von 1807 bis 1924 gehörte Bickensohl zum Bezirksamt Breisach, bevor es über den Landkreis Freiburg (1938–1972) in den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald eingegliedert wurde.<ref name="leo" />

Am 1. Januar 1975 wurde Bickensohl in die Stadt Oberrotweil eingegliedert, deren Name am 15. April 1977 in Vogtsburg im Kaiserstuhl geändert wurde.<ref></ref>

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Politik

Dem Ortschaftsrat gehören sechs Personen an, davon sind zwei Vertreter der Bürgerliste und vier Vertreter der Bickensohler Liste.

Infrastruktur

Die Evangelische Gemeinde Bickensohl ist Träger des örtlichen Kindergartens.

Weinbau

Inzwischen hat Winzergenossenschaft 150 Mitglieder, die eine Rebfläche von 140 ha bewirtschaften. Hauptsorten sind der Spätburgunder (34 %) und der Grauburgunder (25 %), der nach Angaben der Winzergenossenschaft Bickensohl erstmals 1985 hier gekeltert und ausgebaut wurde.

Weblinks

Commons: Bickensohl (Vogtsburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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