Weidorje
Weidorje war eine Progressive Rock/Fusion-Band aus Frankreich, die 1976 von ehemaligen Mitgliedern der Band Magma, dem Bassisten Bernard Paganotti und dem Keyboarder Patrick Gauthier, gegründet wurde. Ihre Musik ist dem von Magma begründeten Zeuhl-Genre zuzurechnen.<ref name="BBS-Zeuhl">Leitfaden Zeuhl: Weidorje. In: Babyblaue Seiten. Abgerufen am 6. Dezember 2024.</ref>
Geschichte
Anfang 1976 gründeten Bassist Bernard Paganotti und Keyboarder Patrick Gauthier die Band als Parallelprojekt in Paris um ihre eigenen Kompositionen spielen zu können. Beide waren damals aktive Mitglieder der Band Magma, wobei Gauthier auch noch bei Heldon spielte.<ref name="Grandfils"></ref> Paganotti rekrutierte Jean-Pol Asseline als zweiten Keyboarder, Gauthier erweiterte die Band um Kirt Rust an Schlagzeug und Perkussions, sowie um den Gitarristen Michel Ettori. Später stießen noch der Saxophonist Alain Guillard und sein Bruder Yvon als Trompeter und Sänger dazu. Der Bandname ging auf einen Vorschlag von Klaus Blasquiz zurück, der damals Sänger von Magma war und sich ebenfalls an dem Bandprojekt beteiligen wollte. „Werdorje“ entstammt der von Christian Vander und Blasquiz entwickelten Kunstsprache Kobaïanisch und steht etwa für „himmlisches Rad“. Der Name ist ebenfalls der Titel eines Songs, den Paganotti für das Magma-Album Üdü Ẁüdü von 1976 geschrieben hatte.<ref>Üdü Ẁüdü. In: Discogs. Abgerufen am 9. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
1977 wurde Asseline von Jean-Philippe Goude an den Keyboards abgelöst. Parallel zu den eigenen Aktivitäten unterstützte ein Teil der Band die Auftritte von Michel Delpech.
Demoaufnahmen für ein erstes Album wurden im Pariser Ramses-Studio aufgenommen, bei denen auf Wunsch der Band alle Musiker, wie bei Liveauftritten üblich, gleichzeitig spielten. Das Coverart des selbstbetitelten Albums wurde von Klaus Blasquiz gezeichnet, welches ebenfalls zum Logo der Band wurde.<ref></ref> Es zeigt eine gelbgrüne fliegende Untertasse vor einem schwarzen Sternenhintergrund. Am oberen Rand ist in weißen Umrisslinien der 3D-Schriftzug des Bandnamens in Aufsicht zu sehen. Das Album mit seinen drei Titeln wurde im Februar 1978 innerhalb einer Woche im Château d’Hérouville von Laurent Thibault aufgenommen und im gleichen Jahr auf Cezame Cobra herausgegeben.<ref name="Grandfils" /> 1992 folgte eine Neuauflage als Compact Disc von Musea, die um die beiden Livetitel Rondeau und Kolinda als Bonus erweitert wurde.<ref name="WeidorjeBonus">Weidorje – Weidorje Musea – FGBG 4058.AR. In: Discogs. Abgerufen am 10. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Juli 1978 traten Weidorje erstmals im Rahmen des von Marc Barriére produzierten „Rock d'Ici“ im Pariser Konzerthaus Olympia auf. Im Februar 1979 spielten sie auf dem Festival des feux de la Saint-Jean in Sierck-les-Bains, unter anderem an der Seite von Steve Hillage auf. Im März darauf spielten sie erneut im Olympia. Eine Tour durch die Bretagne kollidierte mit den gleichzeitig stattfindenden Regionalwahlen, bei der zahlreiche Tourplakate mit Wahlwerbung überklebt wurden und in der Folge Konzertbesucher ausblieben.<ref name="BBS-Zeuhl" /> Obwohl genug Material für ein Nachfolgealbum vorlag, scheiterte dessen Realisierung, da es nicht gelang, dafür einen Produzenten zu gewinnen, obwohl die Band beim französischen Publikum beliebt war.<ref name="ProgArchives">Tauhd Zaïa (Stella Vander): Weidorje biography. In: Prog Archives. Abgerufen am 9. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im letzten Jahr des Bandbestehens spielte François Ovide Gitarre.<ref name="Calyx">François Ovide: Biographie. In: Calyx. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Juni 2008; abgerufen am 10. Dezember 2024.</ref> Nach dem Auftritt auf einem Festival in Spanien, das aufgrund technischer und organisatorischer Mängel missglückte, beschloss Paganotti im September 1979 Weidorje aufzulösen, um sich auf seine Solokarriere zu konzentrieren. Einige Jahre später spielten fast alle ehemaligen Bandmitglieder Paganottis erstes Soloalbum Paga ein, das 1985 erschien. Es enthielt ebenfalls zwei ursprünglich für Weidorje komponierte Titel. In der Folge entstand das gleichnamige Bandprojekt Paga.<ref name="BBS-Zeuhl" />
2023 gab Noizu Recordings das Livealbum Live at Toulon 1978 mit sieben Titeln heraus, welches in einer auf 200 Stück limitierten CD-Auflage erschien.<ref name="DiscogsToulon">Weidorje – Live At Toulon 1978. In: Discogs. Abgerufen am 9. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Musikalischer Stil
Der musikalische Stil Weidorjes ist dem Zeuhl zuzuordnen, mit deutlichen Tendenzen zu Jazzrock, Fusion und Elektronischer Musik. Er ist von einer ähnlich hypnotischen Kraft wie bei Magma geprägt, demgegenüber sind die Titel rockiger, und etwas zugänglicher beim ersten Hören, obwohl viele die Musik als düster oder sogar ungesund/verstörend empfinden. Ihre Wirkung erreichen die Stücke einerseits durch das polyrhythmische Keyboard- und Gitarrenspiel, und andererseits durch den Einsatz beschwörender Wiederholungen, der kraftvoll gespielten Bassgitarre, sehr präsenten Blechbläsern und dem magmaähnlichen Gesang, dessen Texte jedoch nicht auf Kobaïanisch, sondern scatartig vorgetragen werden.<ref name="ProgArchives">Tauhd Zaïa (Stella Vander): Weidorje biography. In: Prog Archives. Abgerufen am 9. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Diskographie
- 1979: Weidorje:
- Elohim's Voyage – 16:31
- Vilna – 12:19
- Booldemug – 7:10
- Bonustritel der CD-Neuauflage 1992<ref name="WeidorjeBonus" />
- 2023: Live At Toulon 1978<ref name="DiscogsToulon" />
- Elohims Voyage – 15:29
- Booldemug – 8:48
- Rondeau – 6:41
- Vilna – 12:23
- Kolinda – 11:07
- Urantia – 14:17
- Weidorje – 1:17
Besetzung
Album
- Bernard Paganotti – Bass, Gesang
- Patrick Gauthier – Keyboards
- Michel Ettori – Gitarre
- Kirt Rust – Schlagzeug
- Alain Guillard – Saxophon
- Yvon Guillard – Trompete, Gesang
- Jean-Philippe Goude – Keyboards
Weitere Mitglieder
- Jean-Pol Asseline – Keyboards
- François Ovide – Gitarre<ref name="ovidebio"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />François Ovide: Biographie ( vom 24. Juni 2008 im Internet Archive) auf Calyx (englisch)</ref>
Einzelnachweise
<references />