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Echte Aloe

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Echte Aloe
Datei:Aloe vera A.jpg

Echte Aloe (Aloe vera)

Systematik
ohne Rang: Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Affodillgewächse (Asphodelaceae)
Unterfamilie: Asphodeloideae
Gattung: Aloen (Aloe)
Art: Echte Aloe
Wissenschaftlicher Name
Aloe vera
(L.) Burm.f.
Datei:Starr 011104-0040 Aloe vera.jpg
Echte Aloe (Aloe vera), Habitus
Datei:AloeVeraBlute1.JPG
Blütenstand einer Aloe vera aufgeblüht
Datei:Aloe vera MHNT.BOT.2011.3.95.jpg
Früchte und Samen von Aloe vera

Die Echte Aloe (Aloe vera) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Aloen (Aloe) in der Unterfamilie der Affodillgewächse (Asphodeloideae). Das Artepitheton vera stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „echt“.<ref>Urs Eggli, Leonard E. Newton: Etymological Dictionary of Succulent Plant Names. Springer, Berlin/Heidelberg 2010, ISBN 978-3-642-05597-3, S. 251.</ref>

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Aloe vera wächst stammlos oder mit kurzen Stämmen, ist sprossend und bildet dichte Gruppen. Der Stamm erreicht einen Umfang von bis zu 30 Zentimetern. Die etwa 16 lanzettlich-verjüngten Laubblätter sind dicht rosettig am Stamm angeordnet. Ihre 40 bis 50 Zentimeter lange und 6 bis 7 Zentimeter breite Blattspreite ist graugrün und manchmal rötlich überhaucht. Die Blattoberfläche ist glatt. An den leicht rosafarbenen Rändern befinden sich im Abstand von 10 bis 20 Millimetern etwa 2 Millimeter lange, feste bleiche Zähne. Der getrocknete Blattsaft ist gelb.

Blütenstände und Blüten

Der einfache oder ein- bis zweimal verzweigte Blütenstand ist 60 bis 90 Zentimeter lang und trägt zylindrisch spitz zulaufende Trauben von 30 bis 40 Zentimeter Länge und 5 bis 6 Zentimeter Breite. Die eiförmig-spitzen, zurückgeschlagenen Tragblätter sind 10 Millimeter lang und 3 bis 5 Millimeter breit. Die gelben Blüten sitzen an etwa 5 Millimeter langen Pedicellussen (Blütenstielen). Die etwa 28 bis 30 Millimeter langen Blüten sind leicht bauchig und an ihrer Basis gerundet. Auf Höhe des Fruchtknotens weisen sie einen Durchmesser von 7 Millimeter auf. Darüber sind sie erweitert und schließlich an der Mündung verengt. Ihre äußeren Perigonblätter sind auf einer Länge von 18 Millimetern nicht miteinander verwachsen. Die Staubblätter und der Griffel ragen 3 bis 5 Millimeter aus der Blüte heraus.

Genetik

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.

Systematik und Verbreitung

Die ursprüngliche Heimat von Aloe vera liegt möglicherweise auf der arabischen Halbinsel.<ref>Urs Eggli (Hrsg.): Sukkulenten-Lexikon. Einkeimblättrige Pflanzen (Monocotyledonen). Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3662-7, S. 189.</ref> Kultiviert wird sie in allen subtropischen und tropischen Regionen der Welt. In zahlreichen Regionen gilt die Art inzwischen als eingebürgert, so auch im Mittelmeergebiet, in Indien, auf den westindischen Inseln, den kanarischen Inseln und in Mexiko.

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung als Aloe perfoliata var. vera wurde 1753 von Carl von Linné vorgenommen.<ref>Species Plantarum. Band 1, 1753, S. 320–321 (online).</ref> Nicolaas Laurens Burman erhob die Varietät 1768 in den Rang einer Art.<ref>Flora Indica. 1768, S. 83 (online).</ref> Philip Miller schlug im selben Jahr den Namen Aloe barbadensis vor und verwies dabei auf den von Caspar Bauhin bereits 1620 verwendeten Namen Aloe vulgaris.<ref>The Gardeners Dictionary. 8. Auflage, 1768 (ohne Seitenzahlen) (online).</ref> Aufgrund der späteren Veröffentlichung Millers hat der Artname Aloe vera Priorität vor dem Namen Aloe barbadensis.

Weitere Synonyme sind Aloe perfoliata var. barbadensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Mill.) Aiton (1789), Aloe vulgaris <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam. (1783), Aloe elongata <templatestyles src="Person/styles.css" />Murray (1789), Aloe flava <templatestyles src="Person/styles.css" />Pers. (1805), Aloe barbadensis var. chinensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Haw. (1819), Aloe chinensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Haw.) Baker (1877), Aloe vera var. chinensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Haw.) A.Berger (1908) Aloe indica <templatestyles src="Person/styles.css" />Royle (1839), Aloe vera var. littoralis <templatestyles src="Person/styles.css" />J.König ex Baker (1880), Aloe lanzae <templatestyles src="Person/styles.css" />Tod. (1891), Aloe vera var. lanzae <templatestyles src="Person/styles.css" />(Tod.) Baker (1908) und Aloe vera var. wratislaviensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Kostecka-Madalska (1953).

Verwendung

Aloe-vera-Gel

Aloe-vera-Gel wird aus dem Wasserspeichergewebe der Blätter der Echten Aloe gewonnen.<ref name=koop /> Durch den Gehalt an hauptsächlich aus D-Glucose und D-Mannose aufgebauten Polysacchariden weist es eine schleimartige Konsistenz auf. Das Gel kann ferner Einfachzucker wie Glucose, Mannose, Galactose und Xylose sowie wasserlösliche Vitamine, Aminosäuren, Amylase, alkalische Phosphatase, Lipase und Salicylsäure enthalten,<ref name=pz2004 /> außerdem Glykoproteine und Aloenine.<ref name=teusch /> Aloe-vera-Gel ist bei entsprechend sorgfältiger Gewinnung frei von dem abführend wirkenden Aloin, das außerhalb des Wasserspeichergewebes in dem gelben Saft unter der Blattrinde vorkommt.

Aloe-vera-Gel wird unter anderem kosmetisch eingesetzt. Aufgrund der Studienlage kann es nicht zur medizinischen Anwendung empfohlen werden.<ref name=pz2004 />

Nachweise

Literatur

  • Susan Carter Holmes, John J. Lavranos, Leonard E. Newton, Colin C. Walker: Aloes. The definitive guide. Kew Publishing, Royal Botanic Gardens, Kew 2011, ISBN 978-1-84246-439-7, S. 425.
  • Leonard Eric Newton: Aloe vera. In: Urs Eggli (Hrsg.): Sukkulenten-Lexikon. Einkeimblättrige Pflanzen (Monocotyledonen). Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3662-7, S. 189.
  • Walter C. Holmes, Heather L. White: Aloe vera. In: Flora of North America. Band 26, S. 411 (online).

Einzelnachweise

<references> <ref name="pz2004">W. Brodschelm: Aloe vera auf dem Prüfstand, Pharmazeutische Zeitung, 4. Ausgabe 2004</ref> <ref name="koop">Aloe. Kooperation Phytopharmaka GbR, abgerufen am 29. April 2023.</ref> <ref name="teusch">E. Teuscher: Biogene Arzneimittel. 5. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 1997, ISBN 3-8047-1482-X, S. 218 f. </ref> </references>

Weiterführende Literatur

  • Nuria Chinchilla, Ceferino Carrera, Alexandra G. Durán, Mariola Macías, Ascensión Torres, Francisco A. Macías: Aloe barbadensis: how a miraculous plant becomes reality. In: Phytochemistry Reviews. Band 12, S. 581–602, 2013 (doi:10.1007/s11101-013-9323-3).

Weblinks

Commons: Aloe vera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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