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Insulinom

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Klassifikation nach ICD-10
D13.7 Gutartige Neubildung: Endokriner Drüsenanteil des Pankreas
C25.4 Bösartige Neubildung: Endokriner Drüsenanteil des Pankreas
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Das Insulinom ist ein seltener, meist gutartiger neuroendokriner Tumor aus endokrinen Zellen (Langerhans-Inseln) des Pankreas, in dem vermehrt Insulin produziert wird und der sich durch wiederkehrende Unterzuckerungen bemerkbar macht. Meist handelt es sich um ein Adenom (Inselzelladenom). Ca. 50 % der Insulinome produzieren zusätzlich zum Insulin noch andere gastrointestinale Hormone.

Vorkommen

Die ersten Tumoren des Inselorgans wurden im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts beschrieben.<ref>K. Zimmermann: Bauchspeicheldrüse. In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung. Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 89–106, hier: S. 99.</ref> Das Insulinom ist der häufigste hormonaktive Tumor der Bauchspeicheldrüse mit einer Überproduktion von Insulin bzw. Proinsulin.

Der in 90 % gutartige Tumor tritt bei Frauen etwa doppelt so häufig auf wie bei Männern. Die Inzidenz liegt bei 2–4:1.000.000 pro Jahr.<ref>Insulinom (Lehrtext der Uni Heidelberg)</ref> Das Altersmaximum liegt bei etwa 50 Jahren. Es kann aber jedes Lebensalter betroffen sein.

Veterinärmedizin

Insulinome sind die häufigsten Tumoren beim Frettchen. Dort treten sie in einer Häufigkeit von 10 bis 20 % auf.

Pathologie

Datei:Pancreatic insulinoma (2).JPG
Feingeweblicher Schnitt

Histologisch handelt es sich um eine Insulin produzierende neuroendokrine Neoplasie der B-Zellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse in Form des Inselzelladenoms.<ref>Vgl. A. G. Nicholls: Simple adenoma of the pancreas, arising from an island of Langerhans. In: Journal of Medical Research. Band 3, 1902, S. 385 ff.</ref> In circa 10 % der Fälle liegt ein Adenokarzinom vor, und es lassen sich dann meist Lebermetastasen nachweisen.

Symptome

Es kommt wiederholt zur Unterzuckerung, die sich durch Heißhungerattacken, Bewusstseinsstörungen, Schwindelanfälle, Krampfanfälle, Schweißausbrüche und Gewichtszunahme (durch die Heißhungerattacken) bemerkbar macht. Unbehandelt können die rezidivierenden Hypoglykämien zu ZNS-Schäden führen.

Typisch ist die 1938 von Allen O. Whipple<ref>A. O. Whipple: Surgical therapy of hyperinsulinism. In: J. int. de chir. Band 3, 1938, S. 237 ff.</ref> formulierte Whipple-Trias:

  • Nachweis einer Hypoglykämie (Blutzucker < 45 mg/dl; < 2,5 mmol/l)
  • Gleichzeitiges Bestehen von Unterzuckerungszeichen
  • Rasche Beseitigung der Symptome nach Kohlenhydrataufnahme

Diagnostik

Differentialdiagnose

Therapie

Behandlung der Wahl ist eine operative Entfernung des Tumors,<ref>Vgl. auch Ferdinand Sauerbruch: Die chirurgische Behandlung der durch Inseladenome bedingten hypoglykämischen Zustände. In: Schweiz. Medizinische Wochenschrift. Band 70, 1940, S. 25 ff.</ref> vorher kann mit Diazoxid oder Lanreotid/Octreotid eine medikamentöse Hemmung der Insulinsekretion versucht werden. Auch eine zytostatische Behandlung mit Streptozotocin kommt in Frage.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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