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Bergwerk Peiting

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Bergwerk Peiting
Allgemeine Informationen zum Bergwerk
Datei:Bergwerk Peiting Schachtanlage 1960 Foto auf Informationstafel am Geotop Kohleflöz am Bühlach.jpg
Schachtanlage 1960 (Detail einer Informationstafel am Geotop „Kohleflöz am Bühlach“)
Informationen zum Bergwerksunternehmen
Betreibende Gesellschaft Bayerische Berg-, Hütten- und Salzwerke AG
Beschäftigte 929 (Höchststand: 1957)
Betriebsende 28. Juli 1968
Geförderte Rohstoffe
Abbau von Pechkohle
Geographische Lage
Koordinaten 47° 47′ 15,7″ N, 10° 57′ 15,3″ OKoordinaten: 47° 47′ 15,7″ N, 10° 57′ 15,3″ O
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Lage Bergwerk Peiting
Gemeinde Peiting
Landkreis (NUTS3) Weilheim-Schongau
Land Freistaat Bayern
Staat Deutschland

Das Bergwerk Peiting war eines der Bergwerke der südbayerischen Pechkohlenvorkommen, betrieben bis 1968. Es war neben dem Bergwerk Peißenberg ein weiterer Abbaubetrieb in der Lagerstätte, die Peißenberger Mulde genannt wird. Dort im Westfeld der Peißenberger Mulde werden die Flöze deutlich schwächer, deswegen war die Peitinger Schachtanlage ein kleinerer Betrieb als in Peißenberg.<ref>Hundert Jahre Kohlenbergwerk Peißenberg 1837 bis 1937, Herausgeber: Bayerische Berg-, Hütten- und Salzwerke, Seite 59</ref> Mithilfe der Schachtanlage Peiting förderten die dortigen Grubenarbeiter zwischen 1921 und 1968 etwa 7,6 Millionen Tonnen Kohle.<ref>Josef Heinlein, Ludwig Stippel: Vom Tiefstollen zum Cölestinschacht (Wanderführer), Herausgeber: Verein der Bergbaumuseumsfreunde Peißenberg e. V., 2. Auflage von 2000, Seite 13</ref> Der Kohlenvorrat der Schachtanlage Peiting betrug bei Stilllegung 6,4 Millionen Tonnen.<ref>Peter Geissler: Zur Geologie im Ostfeld des Kohlenbergwerkes Peißenberg, In: Geologica Bavarica Nr. 73, Herausgeber: Bayerisches Geologisches Landesamt, München 1975, Seite 57</ref>

Geschichte

Datei:Pechkohle Peiting.jpg
Peitinger Pechkohle

Erste Abbautätigkeiten auf Peitinger Gebiet gab es bereits Ende des 16. Jahrhunderts.<ref>Mathias von Flurl: Beschreibung der Gebirge von Baiern und der oberen Pfalz, München 1792, Nachdruck: ISBN 978-1143349157, Seite 27–29, Ansicht in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> Große wirtschaftliche Bedeutung erlangte der Peitinger Bergbau erst durch die Schachtanlage Peiting, die ab August 1920 abgeteuft worden war, nachdem bereits 1912 abbauwürdige Kohlevorkommen durch Tiefbohrungen gefunden wurden. Von 1914 bis 1918 gab es bereits einen Versuchsstollen mit provisorischer Förderung am Bühlach.<ref name="BillerStippelS29">Max Biller, Ludwig Stippel: Bergbau und Bergbau-Museum am Hohen Peißenberg, 3. erweiterte Auflage 2006, Seite 29</ref> Grund für den zusätzlichen Schacht in Peiting war der Verlust der Kohlengruben in Lothringen, im Saargebiet und in Oberschlesien, als Folge des Ersten Weltkriegs.<ref>A. Braun, W. Kalbitzer, K. Sesar: Das Peitinger Kohlenbergwerk, Seite 17</ref> Der Bau von Tagesanlagen verlief gleichzeitig mit dem Schachtabteufen. Da es nach dem Ersten Weltkrieg durch die Besetzung und Abriegelung des Ruhrgebietes durch Frankreich es zu einer Verknappung an Stahl kam, bauten sie stattdessen den Förderturm aus Stahlbeton.<ref name="ZerleS35">Paul Zerle: 135 Jahre Kohlenbergwerk Peissenberg 1837–1972, Seite 35</ref>

Am 31. März 1922 erreichte der Schacht bei 235 Metern Teufe die zweite Sohle.<ref name="BillerStippelS29"/> Durch ein Abhauen vom Bühlach aus in Flöz 10/11 stellte man im Jahr 1922 durch einen Durchschlag eine Bewetterung für den neuen Schacht her.<ref>Paul Zerle: 135 Jahre Kohlenbergwerk Peissenberg 1837–1972, Seite 34</ref> Ebenfalls 1922 nahm die Bahnstrecke Kaufbeuren–Schongau den Betrieb auf, damit vereinfachte sich der Kohlenabsatz nach Bayerisch-Schwaben und ins Allgäu.<ref>Hundert Jahre Kohlenbergwerk Peißenberg 1837 bis 1937, Herausgeber: Bayerische Berg-, Hütten- und Salzwerke, Seite 59</ref> Im Jahr 1923 wurde die Errichtung einer Kohlenwäsche beauftragt.<ref name="ZerleS35"/> 1925 überstieg die Fördermenge erstmals 100.000 Tonnen Kohle pro Jahr.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chronologie: Bergwerk Peiting (Memento vom 9. Mai 2009 im Internet Archive), Websitebetreiber: Knappenverein Peißenberg, abgerufen am 5. Januar 2010</ref> Im Jahre 1927 fand die Gründung der BHS statt, die den Betrieb der Grube übernahm. Von 1934 bis 1936 wurde der Schacht auf 513 Meter zur fünften Sohle weiter abgeteuft.<ref name="BillerStippelS29"/> 1951 stellten die Bergleute erstmals einen Durchschlag zur Peißenberger Grube her.<ref name="ZerleS35"/> Ab 21. März 1952 wurde der Schacht bis 813 Meter Teufe weiter vertieft.<ref name="BillerStippelS29"/> Ab 19. April 1956 wurde der Wetterschacht in Kurzenried abgeteuft, hierbei erreichten sie die zweite Sohle am 17. November 1956.<ref name="BillerStippelS29"/> Im Jahre 1957 hatte das Kohlenbergwerk Peiting mit 882 Bergleuten und 47 Angestellten seinen höchsten Belegschaftsstand.<ref name="ZerleS36">Paul Zerle: 135 Jahre Kohlenbergwerk Peissenberg 1837 - 1972, Seite 36</ref> Ab 1. April 1959 begann die Förderung von der sechste Sohle.<ref name="BillerStippelS29"/> 1961 hatte die Schachtanlage die größte Jahresförderung von 300.000 Tonnen verwertbarer Kohle.<ref name="ZerleS36"/> Am 28. Juli 1968<ref>A. Braun, W. Kalbitzer, K. Sesar: Das Peitinger Kohlenbergwerk, Seite 94</ref><ref name="BillerStippelS29"/> stellte die BHS die Kohlenförderung wegen mangelnder Rentabilität ein.

Geotop

Im Abbaugebiet wurde das Kohleflöz am Bühlach als Demonstrationsbauwerk errichtet und vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) als geowissenschaftlich besonders wertvolles Geotop (Geotop-Nummer: 190A012) ausgewiesen.<ref name="Geotop" /> Es wurde auch vom LfU mit dem offiziellen Gütesiegel Bayerns schönste Geotope ausgezeichnet.<ref name="100BY" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Varia

  • Heute gibt es einen 12 Kilometer langen Bergbauweg, der in 13 Stationen durch die Geschichte des Peitinger Bergbaus führt.
  • In Peiting im ehemaligen Bergwerksgelände gibt es inzwischen eine Diskothek mit dem Namen „Bergwerk Peiting“.

Literatur

  • A. Braun, W. Kalbitzer, K. Sesar: Das Peitinger Kohlenbergwerk, Herausgeber: Trägerverein Peitinger Kultur- und Naturmuseum Klösterle e. V., September 2009, 120 Seiten
  • Karl Fliegauf: Das Peitinger Bergwerk 1919–1969, Peitinger Heimatfreund Nr. 15, Schongau 1971, 49 Seiten
  • Das Peitinger Bergwerk. Eine Erinnerung. In: Karl Fliegauf: Chronik der Gemeinde Peiting, Band 3, Peiting 1987, Seite 684 bis 944

Einzelnachweise

<references> <ref name="100BY"> Bayerns schönste Geotope, Peitinger Pechkohle (abgerufen am 9. Dezember 2017)</ref> <ref name="Geotop">Bayerisches Landesamt für Umwelt, Geotop Kohleflöz am Bühlach (abgerufen am 21. Oktober 2017).</ref> </references>

Weblinks

Commons: Bergwerk Peiting – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien