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Wilhelm Avieny

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Wilhelm Avieny (* 21. November 1897 in Wiesbaden; † 1983) war ein deutscher Bankkaufmann, Industriemanager, NSDAP-Gauwirtschaftsberater und SS-Obersturmbannführer.

Datei:Wilhelm Avieny.jpg
Wilhelm Avieny in alliierter Internierung (1945–1949)

Leben

Avieny nahm von 1916 bis 1918 am Ersten Weltkrieg teil und wurde 1919 aus der Armee entlassen. Er gehörte nach 1918 mehreren reaktionären Organisationen an, so dem Jungdeutschen Orden und der Marine-Brigade Ehrhardt. Zeitweise war Avieny auch Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP). Zum 1. Dezember 1931 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 761.304).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/920623</ref> Avieny trat zum 29. Juni 1933 der SS bei (SS-Nummer 128.233) und wurde Träger des SS-Ehrendegens. Zum 20. April 1936 wurde er zum SS-Untersturmführer befördert. Zum 9. November 1943 sollte er den Rang eines SS-Obersturmbannführers erreichen.<ref>Bundesarchiv R 9361-III/515001</ref>

Er hatte gute Beziehungen zum Gauleiter und Reichsstatthalter des Volksstaates Hessen Jakob Sprenger und konnte nach 1933 mit dessen Hilfe einer der einflussreichsten Wirtschaftsfunktionäre im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet werden. Schon früh war Avieny an der „Arisierung“ von Betrieben beteiligt und spielte etwa beim „Verfahren“ gegen den Fuld-Konzern eine Rolle. 1935 wurde er Provinzialrat der Provinz Hessen-Nassau. 1936 wurde er Leiter der Gauheimstätte des NSDAP-Gaus Hessen-Nassau, 1938 Vorstandsmitglied der Metallgesellschaft,<ref>Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, 83. Jahrgang, Nr. 545, 25. Oktober 1938, Zweites Morgenblatt, S. 3, Spalte 3.</ref> 1939 erster Leiter des Dulag Luft in Oberursel, und 1943 als Nachfolger von Karl Eckardt Gauwirtschaftsberater des Gaues Hessen-Nassau. Im Übrigen sicherte er Sprenger Einfluss in der Polytechnischen Gesellschaft und der Frankfurter Sparkasse von 1822.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Avieny in Darmstadt interniert und im Spruchkammerverfahren als „belastet“ eingestuft. Zudem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt und ein Großteil seines Vermögens eingezogen, das er während der NS-Zeit angehäuft hatte.

Funktionen

Literatur

  • Erich Stockhorst: 5000 Köpfe. Wer war was im 3. Reich. Arndt, Kiel 2000, ISBN 3-88741-116-1 (Unveränderter Nachdruck der ersten Auflage von 1967).
  • Peter Sander: Verwaltung des Krankenmordes – Der Bezirksverband Nassau im Nationalsozialismus, Psychosozial-Verlag, Gießen 2003, ISBN 978-3-89806-320-3 (pdf; 1,1 MB), S. 725

Weblinks

Commons: Wilhelm Avieny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

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