Werner Schnappauf
Werner Schnappauf (* 30. August 1953 in Steinbach am Wald) ist ein deutscher Politiker (CSU) und Lobbyist. Von 1998 bis zum 15. Oktober 2007 war er Bayerischer Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, vom 24. September 2007 bis 31. März 2011 Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).
Leben
Ausbildung und Beruf
Schnappauf besuchte das Kaspar-Zeuß-Gymnasium in Kronach, wo er 1973 das Abitur machte. Nach dem Wehrdienst studierte er ab 1974 Rechts- und Staatswissenschaften sowie Politische Wissenschaften an der Universität Erlangen/Nürnberg und promovierte bei Walter Schmitt Glaeser 1982 mit dem Thema Standortbestimmung bei Kernkraftwerken an der Universität Bayreuth zum Dr. jur.
Politischer Werdegang
Schnappauf war von 1989<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Schweigemarsch am Todesstreifen.] Die Welt, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 13. März 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> bis 1998 Landrat des Landkreises Kronach im Frankenwald. Von 1998 bis 2003 war er Bayerischer Staatsminister für Landesentwicklung und Umweltfragen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Werner Schnappauf berät US-Bank.] Neue Presse, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 13. März 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> 1999 wurde er Vorsitzender des CSU-Bezirksverbandes Oberfranken und unter seiner Führung gelang es der CSU, zahlreiche oberfränkische Kommunen, u. a. Hof, Bayreuth und Kulmbach, von der SPD zu gewinnen, sowie den CSU-Bezirksverband bei Landtags- und Bundestagswahlen zu einem der erfolgreichsten in Bayern zu machen.
Seit dem 21. September 2003 war Schnappauf Mitglied des Bayerischen Landtags. Vorausgegangen war Schnappaufs nach erheblichen Konflikten gescheiterter Versuch, Direktkandidat im Wahlkreis Bamberg zu werden. Vom 14. Oktober 2003 bis zum 15. Oktober 2007 war Schnappauf Bayerischer Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Sein vorheriges Ministerium wurde dazu mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz zusammengelegt. Die Zuständigkeit für die Landesplanung musste er an das Wirtschaftsministerium abgeben.
Tätigkeit für den Bundesverband der Deutschen Industrie
Auf einer außerordentlichen Sitzung von Präsidium und Vorstand des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) am 24. September 2007 wurde Schnappauf zum neuen BDI-Hauptgeschäftsführer berufen. Auf einen Ministerposten im neuen Kabinett unter Ministerpräsident Günther Beckstein hatte Schnappauf verzichtet.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Im neuen Kabinett ist wieder ein Posten frei.] Die Welt, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 13. März 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Sein Mandat als Landtagsabgeordneter legte er am 15. November 2007 nieder. Zu seinem Nachfolger als CSU-Bezirksvorsitzender wurde am 8. Dezember 2007 Karl-Theodor zu Guttenberg gewählt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Zu Guttenberg neuer Vorsitzender.] (PDF) Oberfranken Kurier, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. Januar 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Schnappauf übte Ende 2009 Kritik am SWIFT-Abkommen zum Austausch von Bankdaten mit den USA, dem die EU-Innenminister zuvor mehrheitlich zugestimmt hatten. Aus den Daten ließen sich ebenfalls Erkenntnisse über „Märkte, Vertragspartner und Geschäftsvolumina“ ableiten, so Schnappauf. Er erkannte eine konkrete Gefahr, „dass Unternehmen ausspioniert werden“.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig BDI befürchtet Wirtschaftsspionage durch die USA.] Die Welt, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 18. März 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Im Kontext von chinesischen Exportbeschränkungen für Seltene Erden warnte Schnappauf 2010 vor Versorgungsengpässen für die deutsche Wirtschaft.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Mangel an Seltenen Erden: BDI-Chef fordert weltweites Rohstoff-Konzept.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 18. März 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Er beschrieb die künstliche Verknappung als industriepolitisch motiviert und als Versuch Chinas, „die Wertschöpfung im eigenen Land zu halten“.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Streit mit China um seltene Erden spitzt sich zu.] Frankfurter Allgemeine Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 18. März 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Schnappauf forderte, dass Thema „global auf die Tagesordnung“ zu setzen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Industrie schlägt Alarm wegen "Seltenen Erden".] Die Welt, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 18. März 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Sein Amt als Hauptgeschäftsführer des BDI stellte Schnappauf zum 31. März 2011 zur Verfügung, nachdem das Protokoll einer BDI-Sitzung mit Aussagen Rainer Brüderles zum vorübergehenden Ausstieg aus der Atomkraft, die gegensätzlich zu der öffentlichen Position der schwarz-gelben Regierungskoalition waren, bekannt geworden war.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Atom-Patzer: BDI-Spitzenmann tritt wegen Brüderle-Affäre zurück.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 13. März 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Schnappauf übernahm damit die politische Verantwortung für die Indiskretion, nachdem der BDI zunächst von einem „Protokollfehler“ gesprochen hatte.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Brüderles Patzer lässt FDP vor den Wahlen zittern.] Die Welt, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 25. März 2011.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Weitere Tätigkeiten
Schnappauf ist Partner der Kanzlei Graf von Westphalen<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Dr. Werner Schnappauf.] Graf von Westphalen, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 13. März 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> und Senior Advisor der Bank of America Merrill Lynch,<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Schnappauf berät amerikanische Bank.] Frankfurter Allgemeine Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 13. März 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Mitglied des Aufsichtsrates der Allianz Deutschland AG und Mitglied des Kuratoriums der Allianz Umweltstiftung.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Zwei neue Mitglieder im Kuratorium der Allianz Umweltstiftung.] Allianz Umweltstiftung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. Januar 2017.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Seit 2016 gehört er dem Rat für Nachhaltige Entwicklung an, von 2020 bis 2023 als Vorsitzender des Rates.<ref>Dr. Werner Schnappauf. Rat für Nachhaltige Entwicklung, abgerufen am 26. September 2022.</ref><ref>Hoffmann ist Vorsitzender des Nachhaltigkeitsrats. In: politik-kommunikation.de. 20. Februar 2023, abgerufen am 21. Februar 2023.</ref>
Ehrenamtlich engagiert sich Schnappauf als Botschafter der Stiftung Kindergesundheit.<ref>Dr. Werner Schnappauf. In: Botschafter & Botschafterinnen. Stiftung Kindergesundheit, 2026, abgerufen am 6. April 2026.</ref>
Privates
Schnappauf ist verheiratet und hat drei Kinder.
Positionen
Kühlwasser von Kernkraftwerken
Im Sommer 2003 entschied er angesichts der hohen Temperaturen, den Temperatur-Grenzwert für das abgeleitete Kühlwasser aus den bayerischen Atomkraftwerken per Ausnahmegenehmigung heraufzusetzen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Werner Schnappauf: Minister in der Radarfalle.] Focus Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 26. März 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
In seine Zeit als Umweltminister fällt der Abschuss von JJ1, besser bekannt als Bär Bruno.
Weblinks
- Literatur von und über Werner Schnappauf im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Ein Mann fällt nach oben
- Schnappauf wird Industrielobbyist
- Brüderle gerät wegen Schnappauf-Rücktritt unter Druck. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 25. März 2011.
Einzelnachweise
<references />
Max Streibl (1970–1977) | Alfred Dick (1977–1990) | Peter Gauweiler (1990–1994) | Thomas Goppel (1994–1998) | Werner Schnappauf (1998–2007) | Otmar Bernhard (2007–2008) | Markus Söder (2008–2011) | Marcel Huber (2011–2014) | Ulrike Scharf (2014–2018) | Marcel Huber (2018) | Thorsten Glauber (seit 2018)
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Jakob Degen (1897–1925, Bezirksamtmann) | Gottfried Witzgall (1945, amtierend 1950–1952) | Carl Pfretzschner (1945–1946) | Hans Pabstmann (1946–1948) | Emil Sieg (1948–1949) | Edgar Emmert (1952–1972) | Heinz Köhler (1972–1989) | Werner Schnappauf (1989–1998) | Oswald Marr (1998–2016) | Klaus Löffler (seit 2016)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schnappauf, Werner |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CSU), MdL, bayerischer Staatsminister |
| GEBURTSDATUM | 30. August 1953 |
| GEBURTSORT | Steinbach am Wald |
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- Umweltminister (Bayern)
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- Mann