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Oberhone

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Oberhone
Stadt Eschwege
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(834)&title=Oberhone 51° 11′ N, 10° 0′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(834) 51° 11′ 18″ N, 10° 0′ 28″ O
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Höhe: 169 (163–185) m ü. NHN
Fläche: 4,48 km²<ref name="Gindex" />
Einwohner: 834 (31. Dez. 2025) HW<ref name="DF">Stadtteil Oberhone. In: Webauftritt der Stadt Eschwege. Abgerufen im Juli 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 186 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 37269
Vorwahl: 05651

Oberhone ist ein Stadtteil von Eschwege im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

Geographie

Das Straßendorf Oberhone liegt im Eschweger Becken am rechten Ufer der Wehre, ca. 3,5 km westlich der Stadtverwaltung von Eschwege. In neuerer zeit erfolgte die Siedlungsentwicklung im Norden Richtung Niederhone.<ref name="lagis" /> Das Gebiet des Stadtteils besteht aus der Gemarkung Oberhone etwa mittig des Stadtgebiets mit einer Fläche von 448 Hektar<ref name="Gindex">Gemarkung Oberhone. In: GEOindex. Abgerufen im Juli 2025.</ref>, davon sind ein Hektar Wald.<ref name="lagis" /> In der Gemarkung liegen die folgenden aktuellen bzw. historischen Siedlungsplätze:<ref name="lagis" />

Die Ortslage befindet sich auf 163 bis 185 m ü. NHN und der höchste Punkt der Gemarkung ist der Heiligenstock mit 233, etwa 760 m südöstlich des südlichen Ortsrandes gelegen. An den Stadtteil Oberhone grenzen, von Norden beginnend, im Uhrzeigersinn, der Stadtteil Eschwege-Niederhone, im Osten die Kernstadt Eschwege, im Süden Wehretal-Reichensachsen und im Westen Eschwege-Niddawitzhausen und Eltmannshausen.

Durch den Ort führen die Landesstraße 3403 und die Kreisstraße 34. Im Westen führt die Bundesstraße 27 am Ort vorbei. Daneben liegt die Bahnstrecke Bebra–Göttingen, mit einer im Dezember 2009 wiedereröffneten Stichstrecke zum Stadtbahnhof Eschwege. Diese Bahnstrecke hat ortsnah von Oberhone auch einen Haltepunkt in Niederhone.

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte Erwähnung unter dem Ortsnamen superiori Honede, erfolgte im Jahr 1260 in einer klösterlichen Urkunde. Damit konnte erstmals Oberhome von Nierhohne unterschieden werden. Der Ortsname Honide wurde bereits 876 erwähnt. Generell ist ein Siedlungszusammenhang mit dem nördlich gelegenen Niederhone naheliegend und besitzgeschichtlich nachvollziehbar. Ausgrabungen zeigen, dass eine Besiedlung bereits in der Eisenzeit stattfand.<ref name="lagis" />

Der Ort steht nachweislich seit dem 13. Jahrhundert unter der Herrschaft der Grafen von Bilstein, die Schenkungen und Lehensvergabungen an Kloster Germerode vornehmen. Im Jahr 1301 besaßen die Söhne des Ritters Bruno von Weberstedt bilsteinische Lehen in Oberhone. 1308 bekundet Heinrich von Bilstein, dass er vom Abt von Fulda vier Hufen in Oberhone als Lehen besitzt. Noch 1592 waren fuldische Lehen belegt. Ab dem Jahr 1348 sind dann hessisches Lehen in Oberhone belegt. Ab 1585 ist die landgräfliche Herrschaft unstrittig.<ref name="lagis" />

Bezüglich der Grundherrschaft und Grundbesitz sind die folgenden Ereignisse belegt:<ref name="lagis" />

  • 1260 erhält das Kloster Germerode von Widekind von Bilstein eine Hufe zu Oberhone. In der Folge wurde der Besitz des Klosters ausgebaut.
  • 1421 hat das St. Augustinuskloster in Eschwege Zinseinnahmen aus Oberhone.
  • Das Germeröder Propsteigut erstreckte sich über die Ober- und Niederhoner Flur. Mit der Reformation fiel der Besitz an die Landgrafschaft.

Im Jahr 1787 war ein Schulhaus in Oberhone vorhanden. Das 1870 und 1906 neu errichtet. Im Jahr 1910 gab es eine zweiklassiche Volksschule und 1956 erfolge ein Neubau der Volksschule.<ref name="lagis" />

Schon seit Ende 1971 war die Stadt Eschwege bestrebt, das wirtschaftlich gesunde Oberhone als Stadtteil anzugliedern, doch beharrte das Dorf auf seiner Selbstständigkeit.<ref name="DF" /> Dies führte dazu, dass zum 1. Januar 1974 im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständige Gemeinde kraft Landesgesetz in die Kreisstadt Eschwege eingegliedert wurde.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Eschwege und Witzenhausen (GVBl. II 330-21) vom 28. September 1973. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 353, § 1 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,3 MB]).</ref><ref></ref> Für Oberhone wurde, wie für die anderen eingemeindeten ehemals eigenständigen Gemeinden von Eschwege, ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 238 kB) § 6. In: Webauftritt. Stadt Eschwege, abgerufen im Juni 2025.</ref>

Gerichte

Die Gerichtsbarkeit über Oberhone wurde im Mittelalter durch das Gericht Bilstein auf der Burg Bilstein bei Eschwege ausgeübt. Sie kamen 1301 durch Kauf zur Landgrafschaft Hessen und wurden als landesherrliches Gericht weiter geführt (Amt Eschwege, Gericht Bilstein.) Von 1627 bis 1632 gehörte es zur landgräflichen Nebenlinie von Hessen-Rotenburg.

Die weitere Zuständigkeit entwickelte sich wie folgt:<ref name="lagis" />

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Oberhone angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Oberhone 942 Einwohner. Darunter waren 3 (0,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 165 Einwohner unter 18 Jahren, 348 waren zwischen 18 und 49, 201 zwischen 50 und 64 und 231 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 411 Haushalten. Davon waren 114 Singlehaushalte, 120 Paare ohne Kinder und 135Paare mit Kindern, sowie 36 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 108 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 246 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1585: 60 Haushaltungen
• 1747: 75 Haushaltungen
• 1787: Gewerbetreibende: 13 Zimmermänner, 10 Weibspersonen die taglohnen und spinnen, 8 Leinweber, 4 Schneider, 4 Maurer, 3 Tagelöhner, 2 Wirte, 2 Weißbinder, 2 Schäfer, ein Müller, ein Schmied, ein Schreiner.
• 1835: 83 Wohnhäuser mit 538 evangelischen Einwohnern
Oberhone: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2024
Jahr  Einwohner
1834
  
485
1840
  
516
1846
  
490
1852
  
413
1858
  
402
1864
  
413
1871
  
475
1875
  
455
1885
  
498
1895
  
543
1905
  
638
1910
  
630
1925
  
670
1939
  
693
1946
  
965
1950
  
963
1956
  
868
1961
  
963
1967
  
1.023
1970
  
1.064
1972
  
1.088
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
942
2024
  
834
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS:<ref name="lagis" />; Stadt Eschwege<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1865: 478 evangelische (= 95,89 %), 17 katholische (= 3,41 %), 3 anderes christliche-konfessionelle (= 0,60 %) Einwohner
• 1961: 810 evangelische (= 84,11 %), 148 katholische (= 15,37 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Religion

Kirchengebäude<ref name="lagis" />

Eine Kirche wurde im Jahr 1501 erwähnt. 1721/37 erfolgte der Umbau zu einer Saalkirche-

Bekenntniswechsel<ref name="lagis" />

Die Einführung der Reformation erfolgte vermutlich um 1527.

Politik

Für Oberhone besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Oberhone) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 61,56 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerlist Oberhone“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Oberhone. In: Votemanager. Stadt Eschwege, abgerufen im Juli 2025.</ref> Der Ortsbeirat wählte Ralf Müller zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Stadtteil Oberhone. In: Gremienportal. Stadt Eschwege, abgerufen im Juli 2025.</ref>

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Kirche und Anger
Datei:Oberhone im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis - Anger mit Kirche und Musikantenhäuschen.jpg
Anger mit Kirche und Musikantenhäuschen

Die auf dem Anger im Dorfkern gelegene evangelische Filialkirche der Niederhoner Kirche ist ein Bau aus dem frühen 16. Jahrhundert. Die 1501 erstmals erwähnte Kirche ist 1737, laut den Datierungen über dem zugemauerten Portal an der Südseite und dem zugemauerten Portal zur Empore an der Nordseite, durch umfangreiche Arbeiten zu einer schlichten Saalkirche in barocker Form geändert worden; der zeitnah entstandene Taufstein ist auf 1739 datiert. Das Kirchenschiff trägt ein hohes Walmdach und der Kirchturm an der Südwestecke eine geschwungene Haube. 1917 wurde die Glocke abgegeben, die 1858 von Christian See in Creuzburg gegossen worden war. Der 1981 renovierte Kirchenbau ist ein Kulturdenkmal aufgrund seiner künstlerischen, baulichen und geschichtlichen Bedeutung.<ref>Zitiert aus: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. - Kulturdenkmäler in Hessen. Werra-Meißner-Kreis 2, Stadt Eschwege. Susanne Jacob in Zusammenarbeit mit Thomas Wiegand. Braunschweig, Wiesbaden: Vieweg. 1992. ISBN 3-528-06241-X. S. 317 f.</ref>

Der mit Linden umgebene, halbkreisförmige Anger weist als Besonderheit eines der letzten im Kreisgebiet erhaltenen Musikantenhäuschen auf. Die gepflegte, zur 700-Jahr-Feier 1960 umgestaltete Anlage hat wesentlich mit dazu beigetragen, dass der Ort im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ mit vielen Erfolgen beim Gebietsentscheid aufwarten konnte.<ref>Thomas Wiegand: Bäume aus dem Werraland - Eine Fotodokumentation. Herausgegeben von der Kreissparkasse Eschwege, 1984. S. 120 (Abb.), S. 140 (Abb.) und S. 168.</ref> Die Angerlinde vor dem Musikantenhäuschen wurde 1936 als Naturdenkmal ausgewiesen und auch das gesamte Ensemble ist wegen seiner geschichtlichen Bedeutung als Zeugnis des bäuerlichen Lebens denkmalgeschützt.<ref>Gerichtsplatz in Oberhone. Gerichtsstätten in Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>

Kulturdenkmäler

Für die unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmäler des Ortes siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Oberhone.

Infrastruktur

Im Dorf gibt es eine evangelische Kirche, einen städtischen Kindergarten und eine Sporthalle sowie einen Kinderspielplatz.

Fußnoten

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Oberhone, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 20. Januar 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 52 und 1068, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Oberhone (Eschwege) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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