Thomas Schmauser
Thomas Schmauser (* 30. November 1972 in Burgebrach) ist ein deutscher Schauspieler.
Leben und künstlerische Karriere
Thomas Schmauser wuchs in Oberfranken auf und absolvierte nach dem Realschulabschluss eine Ausbildung bei der Sparkasse. Er arbeitete in der Immobilienabteilung, bis er kündigte und sich für eine Schauspiel-Ausbildung bewarb.<ref>Judith Liere: Ein Wolf im Städtchen. Süddeutsche Zeitung vom 28. Dezember 2011</ref> Er studierte von 1992 bis 1996 an der Otto Falckenberg Schule<ref>Thomas Schmauser bei filmportal.de
, abgerufen am 25. Januar 2022</ref> und war bereits zu dieser Zeit in den Münchner Kammerspielen zu sehen, wo er unter anderem in Katzelmacher von Rainer Werner Fassbinder mitspielte.<ref>Thomas Schmauser im Munzinger-Archiv, abgerufen am 14. Dezember 2024 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref>
Nach dem Schauspielstudium erhielt Schmauser Engagements am Niedersächsischen Staatstheater Hannover (1997–2000) und am Thalia Theater in Hamburg (ab 2000/2001). Seit 2007 ist er festes Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele, mit einem zwischenzeitlichen Wechsel an das Residenztheater (München) (2017–2019).<ref>Christine Dössel: Thomas Schmauser im Porträt – Das Monster Mensch. In: https://www.sueddeutsche.de/. Süddeutsche Zeitung, 22. Februar 2018, abgerufen am 30. August 2025.</ref><ref>Keep on rollin' – Die Münchner Abendzeitung spricht mit dem Schauspieler Thomas Schmauser, der die Münchner Kammerspiele verlässt und ans Residenztheater wechselt. In: https://www.nachtkritik.de/. 9. Dezember 2017, abgerufen am 30. August 2025.</ref><ref>Michael Stadler: Thomas Schmauser über den Wechsel ans Staatsschauspiel. In: https://www.abendzeitung-muenchen.de/. Abendzeitung Digital GmbH, 8. Dezember 2017, abgerufen am 30. August 2025.</ref> An den Münchner Kammerspielen inszenierte Schmauser 2012 auch das Stück DU MEIN TOD – Eine wahre Geschichte, nacherzählt von Thomas Schmauser.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Internetseite der MK ( vom 11. Mai 2014 im Internet Archive)</ref> 2025 wurde Thomas Schmauser vom Fachmagazin Theater heute für seine künstlerische Leistung als Hendrik Höfgen in Mephisto zum Schauspieler des Jahres gekürt.<ref>Jahresbestenliste 2025 von Theater heute. In: https://nachtkritik.de/. 28. August 2025, abgerufen am 29. August 2025.</ref>
Neben seiner Theaterkarriere spielte Schmauser zahlreiche Film- und Fernsehrollen. Sein Filmdebüt gab er 1995 in Hans-Christian Schmids „Nach fünf im Urwald“. Weitere prägende Rollen hatte er u. a. in „Ein todsicheres Geschäft“, „Die Einsamkeit der Krokodile“, „Freiwild. Ein Würzburg-Krimi“, „Der große Rudolph“ und mehrfach im „Tatort“. Seine Vielseitigkeit zeigte sich auch in Fernsehproduktionen wie „Mein Leben im Off“ und „Räuber Kneißl“.
Theater (Auswahl)
Münchner Kammerspiele
- 2015: Der Spieler (als Aleksej). Nach dem Roman von Fjodor Michailowitsch Dostojewski. Inszenierung: Christopher Rüping<ref>Michael Stadler: Neues aus der Spielekammer. In: https://nachtkritik.de/. 17. Dezember 2015, abgerufen am 5. September 2025.</ref><ref>Wolf Banitzki: Drei lange Stunden. In: https://theaterkritiken.com/. Theaterkritiken München, abgerufen am 5. September 2025.</ref><ref>Sven Ricklefs: Liebe, Glücksspiel und Sucht. In: https://www.deutschlandfunk.de/. Deutschlandradio, 18. Dezember 2015, abgerufen am 5. September 2025.</ref>
- 2015: Der Kaufmann von Venedig (als Kaufmann Antonio/Bassanio). Nach William Shakespeare. Inszenierung: Nicolas Stemann<ref>Anne Fritsch: Postdramatische Rollenspiele. In: https://www.die-deutsche-buehne.de/. Deutscher Bühnenverein, 10. Oktober 2015, abgerufen am 29. August 2025.</ref><ref>Wolf Banitzki: Kammerwerkstatt – mehr Demontage als Montage. In: https://theaterkritiken.com/. Theaterkritiken München, abgerufen am 29. August 2025.</ref>
- 2017: On the Road – Unterwegs. Nach dem Roman von Jack Kerouac. Inszenierung: David Marton<ref>Tim Slagman: Der Soundtrack zur Sehnsucht. In: https://nachtkritik.de/. 28. September 2017, abgerufen am 29. August 2025.</ref><ref>Wolf Banitzki: Keine Erlösung. In: https://theaterkritiken.com/. Theaterkritiken München, abgerufen am 29. August 2025.</ref>
- 2020: Passing – It’s so easy, was schwer zu machen ist (div. Rollen). Von René Pollesch und Ensemble. Inszenierung: René Pollesch<ref>Alexander Altmann: Sensationeller Blödsinn. In: Münchner Merkur. Band 51. München 2. März 2020, S. 17.</ref>
- 2021: Die Politiker. Von Wolfram Lotz. Inszenierung: Felicitas Brucker<ref>Die Politiker. In: https://www.muenchner-kammerspiele.de/. Abgerufen am 1. September 2025.</ref><ref>Sabine Leucht: Dreifacher Schwurbler. In: https://nachtkritik.de/. 4. Juli 2021, abgerufen am 1. September 2025.</ref>
- 2022: Die Freiheit einer Frau (als Vater, Mutter, Sohn). Von Édouard Louis. Inszenierung: Felicitas Brucker<ref>Die Freiheit einer Frau. In: https://www.muenchner-kammerspiele.de/. Münchner Kammerspiele, abgerufen am 2. September 2025.</ref><ref>Anne Fritsch: Frauen in Unfreiheit. In: https://www.die-deutsche-buehne.de/kritiken/frauen-in-unfreiheit/. Deutscher Bühnenverein, 8. Oktober 2022, abgerufen am 2. September 2025.</ref>
- 2022: Nora (als Krogstad). Ein Thriller von Sivan Ben Yishai, Henrik Ibsen, Gerhild Steinbuch und Ivna Žic. Inszenierung: Felicitas Brucker<ref>Nora. In: https://www.muenchner-kammerspiele.de/. Münchner Kammerspiele, abgerufen am 2. September 2025.</ref><ref>Willibald Spatz: Immer der gleiche Terror. In: https://nachtkritik.de/. 8. Oktober 2022, abgerufen am 2. September 2025.</ref><ref>Teresa Grenzmann: Im Inferno weiblicher Wut. In: https://www.faz.net/. Frankfurter Allgemeine, 17. Oktober 2022, abgerufen am 2. September 2025.</ref>
- 2023: Oberland. Von Paula Kläy. Inszenierung: Felicitas Brucker (Leseperformance im Rahmen des „Münchner Förderpreises für neue Dramatik“)<ref>Lange Nacht der neuen Dramatik 2023. In: https://www.muenchner-kammerspiele.de/. Münchner Kammerspiele, 1. Juli 2023, abgerufen am 20. Juni 2025.</ref>
- 2023: Der Sturm / Das Dämmern der Welt (als Prospero/Onoda). Ein Gipfeltreffen von William Shakespeare.und Werner Herzog. Inszenierung: Jan-Christoph Gockel<ref>Der Sturm / Das Dämmern der Welt. In: https://www.muenchner-kammerspiele.de/. Münchner Kammerspiele, abgerufen am 5. September 2025.</ref><ref>Sabine Leucht: Krieg, der sich selbst träumt. In: https://nachtkritik.de/. 16. Dezember 2023, abgerufen am 5. September 2025.</ref><ref>Christiane Lutz: Hoffnung über Bord. In: https://www.sueddeutsche.de/. Süddeutsche Zeitung, 17. Dezember 2023, abgerufen am 5. September 2025.</ref><ref>Der Sturm / Das Dämmern der Welt. In: https://www.youtube.com/. Münchner Kammerspiele, 18. Januar 2024, abgerufen am 5. September 2025.</ref>
- 2023: Die Vaterlosen [Platonow] (als Pferdedieb Ossip). Von Anton Pawlowitsch Tschechow. Inszenierung: Jette Steckel<ref>Die Vaterlosen. In: https://www.muenchner-kammerspiele.de/. Abgerufen am 2. September 2025.</ref><ref>Martin Jost: Sinnkrise in Stäbewald. In: https://nachtkritik.de/. 4. Juni 2023, abgerufen am 2. September 2025.</ref><ref>Anne Fritsch: Lost Generation. In: https://www.muenchner-feuilleton.de/. Münchner Feuilleton, 7. Juli 2023, abgerufen am 2. September 2025.</ref>
- 2024: Asche. Von Elfriede Jelinek. Inszenierung: Falk Richter<ref>Asche. In: https://www.muenchner-kammerspiele.de/. Münchner Kammerspiele, abgerufen am 3. September 2025.</ref><ref>Martin Jost: Wanderer nah am Weltuntergang. In: https://nachtkritik.de/. 27. April 2024, abgerufen am 3. September 2025.</ref><ref>Anne Fritsch: Die Erde ohne uns. In: https://www.die-deutsche-buehne.de/. Deutscher Bühnenverein, 27. April 2024, abgerufen am 3. September 2025.</ref>
- 2024: Baumeister Solness (als Baumeister Solness). Nach Henrik Ibsen mit Texten von Gerhild Steinbuch und Ensemble. Inszenierung: Felicitas Brucker<ref>Baumeister Solness. In: https://www.muenchner-kammerspiele.de/. Münchner Kammerspiele, abgerufen am 31. August 2025.</ref><ref>Thomas Rothschild: In die phallische Vertikale. In: https://nachtkritik.de/. 23. November 2024, abgerufen am 31. August 2025.</ref><ref>Christiane Lutz: Wer hat hier wen so ruiniert? In: https://www.sueddeutsche.de/. Süddeutsche Zeitung, 24. November 2024, abgerufen am 31. August 2025.</ref>
- 2025: Mephisto (als Hendrik Höfgen). Nach dem Roman von Klaus Mann. Inszenierung: Jette Steckel<ref>Martin Jost: Bis die Masken fallen. In: https://www.nachtkritik.de/. 1. März 2025, abgerufen am 29. August 2025.</ref><ref>Ein Künstler zwischen Anpassung und Aufbegehren. In: https://www.muenchner-kammerspiele.de/. Münchner Kammerspiele, abgerufen am 29. August 2025.</ref><ref>Antoinette Schmelter-Kaiser: Ohne Rücksicht auf Verluste. In: https://crescendo.de/. Port Media GmbH, 5. März 2025, abgerufen am 29. August 2025.</ref>
Residenztheater München
- 2018: Ein Volksfeind (als Doktor Tomas Stockmann, Badearzt). Von Henrik Ibsen. Inszenierung: Mateja Koležnik<ref>"Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen – Residenztheater München. In: https://theaterkompass.de/. 17. Februar 2018, abgerufen am 30. August 2025.</ref><ref>Wolf Banitzki: Theater als Labor. In: https://theaterkritiken.com/. Theaterkritiken München, abgerufen am 30. August 2025.</ref><ref>Willibald Spatz: Die Wahrheit im Aquarium. In: https://www.nachtkritik.de/. 24. Februar 2018, abgerufen am 30. August 2025.</ref>
Filmografie (Auswahl)
<templatestyles src="column-multiple/styles.css" />
- 1995: Nach Fünf im Urwald
- 1999: Ein todsicheres Geschäft
- 2000: Die Einsamkeit der Krokodile (Kinofilm)
- 2001: Undertaker’s Paradise
- 2002: Ein Dorf sucht seinen Mörder
- 2003: Tatort: Die Liebe und ihr Preis (Fernsehreihe)
- 2003: Tatort: Der Prügelknabe
- 2003: Der Mörder ist unter uns
- 2005: Merry Christmas
- 2005: Schnauze voll
- 2006: Leo
- 2007: Räuber Kneißl
- 2008: Freiwild. Ein Würzburg-Krimi
- 2009: Bella Block: Das Schweigen der Kommissarin
- 2010: Mein Leben im Off<ref name="Thomas Schmauser">Thomas Schmauser bei der Agentur Heppeler</ref>
- 2011: Tom Sawyer
- 2012: Heimatkrimi: Bamberger Reiter. Ein Frankenkrimi
- 2012: Lena Fauch und die Tochter des Amokläufers
- 2015: Schwarzach 23 und die Hand des Todes
- 2016: Polizeiruf 110: Sumpfgebiete
- 2017: You Are Wanted – Staffel 1
- 2017: Friesland: Irrfeuer
- 2018: Der große Rudolph
- 2019: Tatort: Angriff auf Wache 08
- 2020: Schwartz & Schwartz – Wo der Tod wohnt
- 2021: Die Bestatterin – Die unbekannte Tote
- 2021: Beckenrand Sheriff
- 2022: Tatort: Murot und das Gesetz des Karma
- 2024: Gier nach Gold. Ein Krimi aus Passau (Fernsehreihe)
- 2024: Erzgebirgskrimi – Mord auf dem Jakobsweg
- 2024: München Mord: Die indische Methode (Fernsehreihe)
Regiearbeiten
- 2012: Du mein Tod. Eine wahre Geschichte, Münchner Kammerspiele
- 2014: Blut am Hals der Katze, Bayerische Theaterakademie
Hörspiele / Features
- 2021: Saal 101, 12-stündiges Dokumentarhörspiel zum NSU-Prozess – Regie: Ulrich Lampen. Bayerischer Rundfunk für die ARD und DLF 2015/2021.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Saal 101 – Das Dokumentarhörspiel zum NSU-Prozess ( vom 13. Februar 2021 im Internet Archive). In: br.de'.</ref>
Auszeichnungen
- 1998: O.E.-Hasse-Förderpreis der Akademie der Künste Berlin<ref>Biografie bei der Agentur Heppeler (PDF-Datei; 398 kB)</ref>
- 2010: „Publikumsbiber“ bei den Biberacher Filmfestspielen<ref name="Thomas Schmauser">Thomas Schmauser bei der Agentur Heppeler</ref>
- 2018: Hessischer Fernsehpreis – Auszeichnung in der Kategorie Bester Schauspieler für Der große Rudolph<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Preisträger Hessischer Fernsehpreis 2018 ( vom 13. Oktober 2018 im Internet Archive). Abgerufen am 13. Oktober 2018.</ref>
- 2019: Deutscher Fernsehpreis – Nominierung in der Kategorie Beste Schauspieler für Der große Rudolph
- 2025: Schauspieler des Jahres<ref>Jahresbestenliste 2025 von Theater heute, Nachtkritik, 28. August 2025.</ref>
- 2025: Deutscher Theaterpreis Der Faust in der Kategorie Beste darstellerische Leistung im Schauspiel für Mephisto als Hendrik Höfgen an den Münchner Kammerspielen<ref>Die Preisträger:innen 2025. In: derfaust-theaterpreis.de. Abgerufen am 16. November 2025.</ref>
- 2025: Gertrud-Eysoldt-Ring<ref>Die Verleihung des Gertrud-Eysoldt-Ringes – Stadtkultur Bensheim. Abgerufen am 1. Dezember 2025.</ref>
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- Thomas Schmauser bei filmportal.de
- Thomas Schmauser bei castforward.de
- Thomas Schmauser auf den Seiten seiner Agentur
- Porträt auf den Seiten des Bayerischen Rundfunks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schmauser, Thomas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 30. November 1972 |
| GEBURTSORT | Burgebrach |