Zum Inhalt springen

Schellentracht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 22. März 2026 um 19:35 Uhr durch ~2026-17895-16 (Diskussion) (Literatur.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Wandbehang makffm 6809 04.jpg
Verschiedene Formen der Schellentracht im höfischen Kontext, dargestellt auf einem Wandbehang, Mittelrheingebiet um 1410–1430

Als Schellentracht bezeichnet man eine bei Männern und Frauen übliche Stutzertracht, die bereits seit dem 10. Jahrhundert von vornehmen Leuten getragen wurde und im zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts auch in den Städten aufkam und sich trotz aller Luxusgesetze bis über die Mitte des 15. Jahrhunderts erhielt.

Ursprünglich wurde nur der Gürtel mit runden, ei- oder birnenförmigen Schellen besetzt. Im 15. Jahrhundert trug man einen besonderen Schellengürtel wie ein Bandelier quer über Brust und Rücken (s. Abbild.), und man heftete auch am Halsausschnitt des Gewandes und an den Rändern der Ärmel einzelne Glöckchen an. Später sah man sie nur noch an den Kleidern der Hofnarren, die sich mit der aus der Mode gekommenen Kleidung über sich selbst lustig machten. Besonders an der Narrenkappe erhielt sich noch ein ganzer Schellenkranz.

Literatur

  • Gabriele Praschl-Bichler: Affenhaube, Schellentracht und Wendeschuh. Kleidung und Mode im Mittelalter, München 2011.