Zum Inhalt springen

Ptolemaios Eupator

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. Dezember 2025 um 09:50 Uhr durch imported>Sinuhe20 (archivlinks geprüft).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Ptolemaios Eupator ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); * um 166 v. Chr.; † wahrscheinlich kurz vor dem 31. August 152 v. Chr.) entstammte der Dynastie der Ptolemäer und war 152 v. Chr. für wenige Monate bis zu seinem frühen Tod Mitregent seines Vaters, des ägyptischen Königs Ptolemaios VI. Philometor.

Leben

Ptolemaios Eupator, dessen Kulttitel Eupator „von einem vornehmen Vater abstammend“ bedeutet, war der älteste Sohn Ptolemaios VI.’ von dessen Schwestergemahlin Kleopatra II. Möglicherweise wurde er am 15. Oktober 166 v. Chr. geboren.<ref>J. D. Ray: Observations on the Archive of Hor. In: Journal of Egyptian Archaeology. (JEA) Band 64, 1978, S. 119.</ref> Seine Geschwister waren Ptolemaios VII., Kleopatra Thea und Kleopatra III. Für das Jahr 158/157 v. Chr. ist er als eponymer Alexanderpriester bezeugt.

Aus der Tatsache, dass Ptolemaios Eupator in der Datierungsformel eines vom 3. Februar 152 v. Chr. stammenden Papyrus<ref>B. Kramer u. a. (Hrsg.): Kölner Papyri. Band 3, Westdeutscher Verlag, Opladen 1980, ISBN 978-3-531-09911-8, S. 144.</ref> noch nicht erwähnt wird, sehr wohl aber in jener des zeitlich am nächsten folgenden Papyrus vom 5. April 152 v. Chr.,<ref>C. H. Roberts, E. G. Turner (Hrsg.): Catalogue of the Greek Papyri in the John Rylands Library. Band IV: Documents of the Ptolemaic, Roman and Byzantine Periods. University Press, Manchester 1952, S. 16.</ref> kann geschlossen werden, dass er zwischen diesen beiden Daten von seinem Vater zum Mitregenten erhoben und mit dem Kulttitel Eupator versehen wurde.<ref>W. Huß: Ägypten in hellenistischer Zeit. München 2001, S. 576 mit Anmerkung 307.</ref> Erstaunlicherweise gab Ptolemaios VI. damit seinem ältesten Sohn einen Kulttitel, den bisher nur ein König aus der gegnerischen Dynastie der Seleukiden, nämlich Antiochos V., geführt hatte.<ref>W. Huß: Ägypten in hellenistischer Zeit. München 2001, S. 576, Anmerkung 311.</ref>

Aufgrund von drei aus Zypern stammenden Weihinschriften, die einen „König Ptolemaios Gott Eupator“ erwähnen,<ref>Wilhelm Dittenberger: Orientis Graeci inscriptiones selectae. (OGIS) Band I, Lipsiae, Leipzig 1903–1905, S. 125–127.</ref> sowie einem scheinbar auf Ptolemaios Eupators Tod anspielenden Epigramm<ref>Antipatros von Sidon, Anthologia Palatina 7, 241</ref> stellte Walter Otto die These auf, dass Ptolemaios VI. seinen ältesten Sohn 152 v. Chr. als König nach Zypern schickte. Dafür habe Ptolemaios Eupator seinen Titel eines Mitregenten von Ägypten aufgegeben und sei 150 v. Chr. gestorben.<ref>W. Otto: Zur Geschichte der Zeit des 6. Ptolemäers (= Abhandlungen / Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Neue Folge, Band 11). München 1934, S. 119f.</ref> Diese Theorie ist nicht unwidersprochen geblieben, und Christopher Bennett glaubt überhaupt nicht an eine Regentschaft von Ptolemaios Eupator in Zypern.<ref>Christopher Bennett: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ptolemy Eupator. (Memento vom 10. November 2013 im Internet Archive) Anmerkung 7, Auf: reocities.com, zuletzt abgerufen am 25. August 2014.</ref> Dagegen nimmt der Althistoriker Werner Huß an, dass Ptolemaios Eupator nicht nur Mitregent blieb, sondern auch als ptolemäischer Vizekönig nach Zypern ging, um die Insel enger an Ägypten anzubinden; denn Ptolemaios VIII., der jüngere Bruder Ptolemaios’ VI., hatte mehrmals – wenn auch vergeblich – versucht, Zypern seiner Herrschaft zu unterwerfen. Ein hochrangiger Begleiter Eupators könnte dessen mutmaßlicher Erzieher Andromachos gewesen sein.<ref>W. Huß: Ägypten in hellenistischer Zeit. München 2001, S. 577.</ref>

Aufgrund von Papyrusdatierungen, in denen Ptolemaios Eupator aus den Datierungsformeln verschwindet und stattdessen gemeinsam mit den vergöttlichten Ptolemäern vor seinen Eltern, den theoi Philometores, genannt wird, setzt Werner Huß den Tod des noch jugendlichen Prinzen vor dem 31. August 152 v. Chr. an,<ref>W. Huß: Ägypten in hellenistischer Zeit. München 2001, S. 577f. mit Anmerkung 317–319.</ref> eine Meinung, der sich zum Beispiel Christopher Bennett anschließt.<ref>Christopher Bennett: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ptolemy Eupator. (Memento vom 10. November 2013 im Internet Archive) Anmerkung 8, Auf: reocities.com, zuletzt abgerufen am 25. August 2014.</ref> Die Entdeckung seines Grabes auf Zypern wurde 2017 bekannt gegeben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />New discovery at the Tombs of the Kings (Memento vom 7. April 2017 im Internet Archive) (abgerufen am 6. April 2017)</ref>

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

<references responsive />