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Volborthit

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Volborthit
Datei:Volborthite-291898.jpg
Rosettenförmiger Volborthit aus der „Monument No. 1 Mine“, Mystery Valley, Navajo Nation Reservation, Arizona, USA (Größe: 7,6 × 5,7 × 3,0 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1968 s.p.<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Vbo<ref name="Warr" />

Andere Namen
  • Usbekit
  • Vanadiumsaures Kupferoxyd
Chemische Formel
  • Cu3V2O7(OH)2·2H2O<ref name="IMA-Liste" />
  • Cu3[(OH)2|V2O7]·2H2O<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate, Vanadate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VII/C.03
VII/D.58-010<ref name="Lapis" />

8.FD.05
40.03.10.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m
Raumgruppe (Nr.) C2/m (Nr. 12)Vorlage:Raumgruppe/12<ref name="StrunzNickel" /> (Nr. 12)
Gitterparameter a = 10,61 Å; b = 5,87 Å; c = 7,21 Å
β = 95,0°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 2<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3,5<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,5 bis 3,8; berechnet: 3,52<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen
Farbe grünlichweiß, gelbgrün bis olivgrün, schwarzbraun
Strichfarbe gelbgrün bis fast gelb
Transparenz durchscheinend
Glanz Glasglanz, Ölglanz, Harz- bis Wachsglanz, Perlglanz auf den Spaltflächen
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,793<ref name="Mindat" />
nβ 1,801<ref name="Mindat" />
nγ 1,816<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,023<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig wechselnd
Achsenwinkel 2V = 63 bis 83°<ref name="Mindat" />
Pleochroismus schwach

Volborthit (auch Usbekit) ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der Zusammensetzung Cu3[(OH)2|V2O7]·2H2O<ref name="StrunzNickel" /> und ist damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Kupfer-Vanadat.

Volborthit entwickelt überwiegend schuppige, faserige oder schwammige Krusten und rosettenförmige Mineral-Aggregate von grünlichweißer, gelbgrüner bis olivgrüner oder schwarzbrauner Farbe.

Etymologie und Geschichte

Datei:Volborthite-65625.jpg
Volborthit aus der Typlokalität Sofronovskii, Oblast Permskaya, Ural, Russland (Größe: 4,3 × 3,2 × 3,1 cm)

Erstmals gefunden wurde Volborthit im „Kupferbergwerk Sofronovskii“ bei Perm in der russischen Uralregion. Die Erstbeschreibung erfolgte 1838 durch Germain Henri Hess, der das Mineral nach Alexander von Volborth (eigentlich Alexander Fjodorowitsch Folbort, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); 1800–1876), einem russischen Arzt, Naturforscher, Mineraloge und Paläontologe benannte, der das Mineral erstmals erwähnte.

Volborthit war bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt. Damit hätte Volborthit theoretisch den Status eines grandfathered Mineral. In der 1968 erfolgten Publikation der IMA: Commission on new minerals and mineral names wurde allerdings das Mineral Usbekit (englisch Uzbekite) als identisch mit Volborthit diskreditiert und der Name als Synonym dem Volborthit zugeordnet.<ref name="IMA-1968" /> Da dies automatisch eine nachträgliche Ankerkennung für den Volborthit bedeutete, wird das Mineral seitdem in der „Liste der Minerale und Mineralnamen“ der IMA unter der Summenanerkennung „IMA 1968 s.p.“ (special procedure) geführt.<ref name="IMA-Liste" />

Klassifikation

Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Volborthit zur Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort zur Abteilung der „Wasserhaltige Phosphate, Arsenate und Vanadate ohne fremde Anionen“, wo er zusammen mit Scholzit die „Scholzit-Volborthit-Gruppe“ mit der System-Nr. VII/C.03 und dem weiteren Mitglied Fervanit bildete.

Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VII/D.58-010. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, mit fremden Anionen“, wo Volborthit zusammen mit Engelhauptit, Karpenkoit und Martyit die „Wasserhaltige Divanadate [V2O7]4− mit fremden Anionen“ mit der System-Nr. VII/D.58 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Volborthit in die neu definierte Abteilung der „Polyphosphate, Polyarsenate, [4]-Polyvanadate“ ein. Diese ist zudem weiter unterteilt nach der möglichen Anwesenheit zusätzlicher Anionen und Kristallwasser sowie der Kristallstruktur, so dass das Mineral entsprechend in der Unterabteilung „Diphosphate usw. mit OH und H2O“ zu finden ist, wo es zusammen mit Martyit die unbenannte Gruppe 8.FD.05 bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Volborthit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Wasserhaltigen Phosphate etc.“ ein. Hier ist er zusammen mit Martyit in der unbenannten Gruppe 40.03.10 innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltigen Phosphate etc., mit (A2+)3(XO4)2 × x(H2O)“ zu finden.

Kristallstruktur

Volborthit kristallisiert monoklin in der Raumgruppe C2/m (Raumgruppen-Nr. 12)Vorlage:Raumgruppe/12 mit den Gitterparametern a = 10,61 Å; b = 5,87 Å; c = 7,21 Å und β = 95,0° sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte

Datei:Volborthite-401676.jpg
Kugeliger Volborthit aus dem „Frische Lutter“ Gang, Bad Lauterberg im Harz, Niedersachsen, Deutschland (Sichtfeld: 5 mm)

Volborthit bildet sich als seltenes Sekundärmineral in der Oxidationszone von Vanadium-Lagerstätten. Als Begleitminerale treten unter anderem Atacamit, Baryt, Brochantit, Chrysokoll, Gips, Malachit und Tangeit auf.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Als eher seltene Mineralbildung kann Volborthit an verschiedenen Fundorten zum Teil zwar reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er aber wenig verbreitet. Weltweit sind bisher rund 160 Fundorte dokumentiert (Stand: 2023).<ref name="MindatAnzahl" />

Neben seiner Typlokalität, dem „Kupferbergwerk Sofronovskii“ trat Volborthit in Russland noch im Kupferbergwerk „Woskressensk“ bei Perm, in der Grube „Alexandrov“ im Stadtbezirk Motowilichinski von Perm und bei Potekhina nahe Sorsk in der Teilrepublik Chakassien auf.

In Deutschland fand sich das Mineral in der Grube Clara bei Oberwolfach in Baden-Württemberg, an mehreren Fundpunkten bei Bad Lauterberg im Harz (Niedersachsen), an vielen Orten in der Eifel wie unter anderem Andernach und Daun in Rheinland-Pfalz sowie bei Ronneburg, Garnsdorf und am Gottlob (Grube Glücksstern) bei Friedrichroda in Thüringen.

In Österreich konnte Volborthit bisher nur im Diabas-Steinbruch bei Nötsch im Gailtal in Kärnten und in einem Schlackenvorkommen bei Kolm-Saigurn im Gebiet von Alteck und Hoher Sonnblick in Salzburg entdeckt werden.

Weitere Fundorte liegen unter anderem in Argentinien, Australien, Chile, der Demokratischen Republik Kongo, Griechenland, Italien, Japan, Kanada, Kasachstan, Kirgisistan, Namibia, Polen, Portugal, Slowakei, Spanien, Tschechien, Ungarn, Usbekistan, im Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten von Amerika.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Volborthit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 15. März 2023. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> Volborthite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org [PDF; 54 kB; abgerufen am 14. März 2023]). </ref> <ref name="IMA-1968"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Volborthite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 14. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Localities for Volborthite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 14. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> </references>