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Mittelmeer-Brombeere

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Mittelmeer-Brombeere
Datei:(MHNT) Rubus ulmifolius flower and buds.jpg

Mittelmeer-Brombeere (Rubus ulmifolius)

Systematik
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Gattung: Rubus
Sektion: Brombeeren (Rubus)
Art: Mittelmeer-Brombeere
Wissenschaftlicher Name
Rubus ulmifolius
Schott

Die Mittelmeer-Brombeere (Rubus ulmifolius) oder Ulmenblatt-Brombeere ist eine Pflanzenart aus der Gattung Rubus in der Sektion der Brombeeren (Rubus). Die Frucht der Art ist im Mittelmeerraum eine beliebte Speisefrucht. In vielen Gebieten der Welt, beispielsweise auf dem Galapagos-Archipel ist die Mittelmeer-Brombeere eine gefürchtete invasive Pflanze, die dort einheimische Pflanzenarten verdrängt.

Beschreibung

Datei:Rubus ulmifolius flowers.jpg
Blütenstand
Datei:Zarzamora4.jpg
Sammelsteinfrüchte

Vegetative Merkmale

Die Mittelmeer-Brombeere ist ein leicht wintergrüner Kleinstrauch, der Wuchshöhen von bis zu 2 Metern erreicht. Der Habitus ist übergeneigt. Die Sprossachsen sind scharf kantig, auf den Flächen gefurcht und meist stark bläulich bereift.<ref name="HegiHuber1961" /> Zweige und Blattstiele sind zumeist rötlich. Die Stacheln sind gleichförmig, gerade oder schwach gekrümmt und an den blühenden Ästen mehr sichelig.<ref name="HegiHuber1961" />

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist oberseits flach und hakig bestachelt.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Fiederblätter sind drei- bis fünfzählig. Jedes Blättchen ist breit-eiförmig mit kurzer aufgesetzter Spitze.<ref name="HegiHuber1961" /> Das Endblättchen ist 3 bis 8 Zentimeter lang, die seitlichen Blättchen sind kleiner. Die Blattoberseiten sind kahl oder fast kahl. Die Blattrippen sind fein haarig. Die Blattunterseiten sind dicht filzig weiß behaart.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juli bis August, seltener noch im September.<ref name="Hegi" /> Die Blütenstände sind dicht behaart und mit kräftigen Hakenstacheln bewehrt.<ref name="HegiHuber1961" /> Stieldrüsen fehlen.<ref name="HegiHuber1961" />

Die zwittrigen Blüten sind. Die Kelchblätter sind zugespitzt; sie sind kürzer als die Blütenstiele und außen dicht weißfilzig.<ref name="HegiHuber1961" /> Die rosafarbenen Kronblätter sind gerundet und stark knittrig. Die Staubfäden sind rosafarben, die Staubbeutel sind kahl.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Fruchtblätter sind dicht behaart.

Die Sammelfrucht ist glänzend schwarz. Die Steinfrüchte sind ziemlich klein, aber von kräftigem aromatischen Geschmack.<ref name="HegiHuber1961" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Die Mittelmeer-Brombeere ist ein atlantisch-westmediterranes Florenelement.<ref name="Oberdorfer2001" /> Für Europa gibt es Fundortangaben in Irland, Großbritannien, den südlichen Niederlanden und Belgien ostwärts bis Luxemburg und Nordrhein-Westfalen, Frankreich, Spanien, Portugal, den Balearen, Korsika, Sardinien, in Italien nordwärts bis in die südliche Schweiz, Sizilien, Malta, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro sowie mit wenigen isolierten Fundorten in Nordmazedonien und Griechenland. In Südosteuropa und Vorderasien löst der nahe verwandte Rubus sanctus Rubus ulmifolius ab.<ref name="AFE" />

In Afrika gibt es Vorkommen auf den Kanarischen Inseln und Madeira, Marokko, Algerien und Tunesien.<ref name="Hegi" /><ref name="AFE" />

Als eingebürgert also nicht ursprünglich werden die Vorkommen auf den Azoren, im größten Teil Deutschlands, in Dänemark und in der Tschechischen Republik betrachtet.<ref name="AFE" />

In Deutschland sind natürliche Vorkommen auf die Umgebung von Aachen beschränkt; jüngere Ausbreitung geschah vor allem in Nordrhein-Westfalen. Beim Vorkommen auf Helgoland ist die Ursprünglichkeit zweifelhaft.<ref name="Hegi" /> Die Mittelmeer-Brombeere ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbands Pruno-Rubion ulmifolii.<ref name="Oberdorfer2001" /> In Mitteleuropa steigt Rubus ulmifolius im Tessin bis in eine Höhenlage von 1200 Meter, im Kanton Wallis bis 1380 Metern auf.<ref name="HegiHuber1961" />

Neophytische Vorkommen gibt es in Nordamerika, Südafrika, Australien,<ref name="Hegi" /> auf Neuseeland, dem Galapagos-Archipel und in Chile. Dort wird diese Art als invasive Pflanze bekämpft.

Systematik

Taxonomie

Die Erstbeschreibung von Rubus ulmifolius erfolgte 1818 durch Heinrich Wilhelm Schott in Erneuerte Vaterl. Blätt. Oesterr. Kaiserstaat, Band 11, S. 42.

Äußere Systematik

Die Art Rubus ulmifolius gehört zur Serie Discolores (<templatestyles src="Person/styles.css" />P.J.Müller) <templatestyles src="Person/styles.css" />Focke der Untersektion Hiemales <templatestyles src="Person/styles.css" />E.H.L.Krause aus Sektion der Sektion der Brombeeren (Rubus) in der Untergattung Rubus innerhalb der Gattung Rubus

Botanische Geschichte

Je nach Autor gibt es Subtaxa, beispielsweise gab es bei Hegi 1961 oder 1995 vier Varietäten:<ref name="Hegi" />

  • Rubus ulmifolius var. bellidiflorus (<templatestyles src="Person/styles.css" />Koch) <templatestyles src="Person/styles.css" />Focke, eine Varietät mit gefüllten Blüten und schmalen Kronblättern.<ref name="Hegi" />
  • Rubus ulmifolius var. dalmatinus (<templatestyles src="Person/styles.css" />Tratt.) <templatestyles src="Person/styles.css" />Halácsy, eine auf der Balkanhalbinsel auftretende geographische Unterart.<ref name="Hegi" />
  • Rubus ulmifolius var. inermis <templatestyles src="Person/styles.css" />Focke, eine stachellose Varietät.<ref name="Hegi" /> Sie wurde unter den Sortennamen 'Cory Thornless', 'Santa Rosa', 'Sebastopol' in den Vereinigten Staaten in den Handel gebracht.<ref name="HegiHuber1961" />
  • Rubus ulmifolius var. ulmifolius

Literatur

  • Franz H. Meyer, Ulrich Hecker, Hans Rolf Höster, Fred-Günter Schroeder: Gehölzflora. Ein Buch zum Bestimmen der in Mitteleuropa wildwachsenden und angepflanzten Bäume und Sträucher. Begründet von Jost Fitschen. 8. Auflage. Quelle & Meyer, Heidelberg, Wiesbaden 1987, ISBN 3-494-01151-6, S. 58/43.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Hegi"> Heinrich Egon Weber: Rubus. In: </ref> <ref name="AFE"> Arto Kurtto, Heinrich E. Weber, Raino Lampinen, Alexander N. Sennikov (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. 15. Rosaceae (Rubus). Tiedekirja & Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 2010, ISBN 978-951-9108-16-2, S. 65–66.</ref> <ref name="HegiHuber1961">Gustav Hegi, Herbert Huber: Familie Rosaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 2, Seite 320–321. Verlag Carl Hanser, München 1961. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Mittelmeer-Brombeere (Rubus ulmifolius) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien