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Paravauxit

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Paravauxit
Datei:Paravauxite-26417.jpg
Paravauxit, Fundort: Bolivien
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Pvx<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel Fe2+Al2[OH|PO4]2·8H2O<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate und Vanadate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VII/D.04
VII/D.10-030

8.DC.30
42.11.14.02
Kristallographische Daten
Kristallsystem triklin
Kristallklasse; Symbol triklin-pinakoidal; 1<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe P1Vorlage:Raumgruppe/2<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 5,23 Å; b = 10,54 Å; c = 6,96 Å
α = 106,9°; β = 110,8°; γ = 72,1°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 1<ref name="StrunzNickel" />
Häufige Kristallflächen {010}, {110}, {100}, {110}, {120}, {011}, {001}, {011} und viele andere<ref name="Handbookofmineralogy" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,36; berechnet: [2,37]<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {010}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität muschlig; spröde
Farbe farblos, grünlichweiß
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Glasglanz, Perlglanz auf Spaltflächen<ref name="Handbookofmineralogy" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,552 bis 1,554<ref name="Mindat" />
nβ 1,558 bis 1,559<ref name="Mindat" />
nγ 1,572 bis 1,573<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,020<ref name="Mindat" />
Achsenwinkel 2V = zweiachsig positiv

Paravauxit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im triklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Fe2+Al2[OH|PO4]2·8H2O<ref name="StrunzNickel" /> und entwickelt dicktafelige bis kurzprismatische Kristalle, aber auch parallel- bis radialstrahlige Mineral-Aggregate, die entweder farblos oder von grünlichweißer Farbe sind.

Etymologie und Geschichte

Benannt wurde das Mineral in Bezug auf seine nahe Verwandtschaft mit Vauxit.

Erstmals entdeckt wurde Paravauxit 1922 in der „Siglo Veinte Mine“ (Llallagua Mine) bei Llallagua in Bolivien und beschrieben durch Samuel George Gordon (1897–1953) der als weitere neue Minerale dieser Fundstätte auch den Vauxit und den Metavauxit beschrieb.<ref name="Gordon-Vauxit" /><ref name="Parrish" />

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Paravauxit zur Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate, Vanadate“ und dort zur Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, Arsenate und Vanadate mit fremden Anionen“, wo er gemeinsam mit Gordonit, Laueit und Sigloit in der „Gordonit-Reihe“ mit der Systemnummer VII/D.04 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/D.10-030. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, mit fremden Anionen“, wo Paravauxit zusammen mit Ferrolaueit, Gordonit, Kummerit, Laueit, Maghrebit, Mangangordonit, Nordgauit, Sigloit und Ushkovit die „Paravauxitgruppe“ mit der Systemnummer VII/D.10 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Paravauxit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; mit H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen; (OH usw.) : RO4 = 1 : 1 und < 2 : 1“ zu finden, wo es zusammen mit Ferrolaueit, Gordonit, Maghrebit, Kastningit, Laueit, Mangangordonit, Pseudolaueit, Sigloit, Stewartit und Ushkovit die „Laueitgruppe“ mit der Systemnummer 8.DC.30 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Paravauxit die System- und Mineralnummer 42.11.14.02. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (AB)4(XO4)3Zq × x(H2O)“ in der „Vauxitgruppe“, in der auch Vauxit, Sigloit, Gordonit, Mangangordonit, Kastningit und Maghrebit eingeordnet sind.

Kristallstruktur

Paravauxit kristallisiert triklin in der Raumgruppe P1 (Raumgruppen-Nr. 2)Vorlage:Raumgruppe/2 mit den Gitterparametern a = 5,23 Å; b = 10,54 Å; c = 6,96 Å; α = 106,9°; β = 110,8° und γ = 72,1° sowie eine Formeleinheit pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Modifikationen und Varietäten

Die Verbindung Fe2+Al2[OH|PO4]2 · 8 H2O ist dimorph, das heißt, sie kristallisiert neben dem triklinen Paravauxit noch als monokliner Metavauxit.

Bildung und Fundorte

Paravauxit bildet sich durch hydrothermale Vorgänge in Zinn-Adern. Dort tritt es in Paragenese mit Vauxit, Metavauxit, Wavellit, Sigloit, Crandallit, Childrenit und Quarz auf.

Außer an seiner Typlokalität, der „Siglo Veinte Mine“ (Llallagua Mine) bei Llallagua in Bolivien, konnte Paravauxit noch bei Waidhaus (Bayern) und Horscha (Sachsen) in Deutschland; Sabugal in Portugal; sowie bei Groton (New Hampshire), Kings Mountain (North Carolina) und Bessemer City (North Carolina) nachgewiesen werden (Stand: 2009).<ref name="Mindat" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Gordon-Vauxit"> </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> Paravauxite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org [PDF; 65 kB]). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Mindat – Paravauxite (englisch) </ref> <ref name="Parrish"> William Parrish: Memorial of Samuel George Gordon. In: American Mineralogist. Band 38, Nr. 3–4, 1953, S. 301–308 (minsocam.org [PDF; 542 kB; abgerufen am 10. Mai 2018]). </ref> <ref name="StrunzNickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 500. </ref> <ref name="Webmineral"> Webmineral – Paravauxite (englisch) </ref> </references>