Palmorchis
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| Palmorchis | ||||||||||||
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| Datei:Rolfea elata Hookers - Icones Plantarum vol. 30 tab. 2989 (1913) cropped.jpg
Illustration von Palmorchis pubescentis | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Palmorchis | ||||||||||||
| Barb.Rodr. |
Die Gattung Palmorchis aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae) besteht aus 21 Arten. Sie kommen im tropischen Süd- und Mittelamerika vor.
Beschreibung
Die Palmorchis-Arten sind krautige, gelegentlich an der Basis verholzende, bis ein Meter<ref name="Dressler1993" /> hohe Pflanzen. Sie wachsen terrestrisch, Palmorchis imuyanensis auch semiaquatisch<ref name="Rothacker2007" />. Die Wurzeln stehen büschelweise beieinander und sind fleischig, aber nicht verdickt. Der Spross ist dünn, aufrecht, im oberen Bereich beblättert. Die Blätter sind kurz gestielt, oval, spitz bis lang ausgezogen endend. Sie sind entlang der Blattadern gefältelt (plikat).
Die Blüten einer Population erscheinen oft gleichzeitig und sind nur kurzlebig.<ref name="Rothacker2007" /> Die traubigen oder verzweigten Blütenstände können nur endständig, nur in den Blattachseln oder beides kombiniert erscheinen. Die Tragblätter der Blüten sind nur längs der Mittelrippe gefaltet (konduplikat). Die kleinen Blüten sind resupiniert, die Blütenblätter formen eine Röhre, sind aber nicht miteinander verwachsen. Bis auf die Lippe sind die Blütenblätter einander ähnlich geformt, die Petalen sind etwas kürzer und schmaler als die äußeren Blütenblätter. Die Lippe ist an der Basis mit der Säule verwachsen. Sie ist dreilappig, die Seitenlappen stehen aufrecht, parallel zur Säule oder umfassen diese. Der Mittellappen ist viel kleiner, die Spreite ist mit Leisten oder Warzen besetzt. Die Säule ist schlank und gebogen. Das Staubblatt am Ende der Säule ist gegenüber der Säulenachse herabgebogen. Es wird kaum von Gewebe der Säule überdeckt. Es enthält vier birnenförmige Pollinien, der Zusammenhalt des Pollens ist nicht besonders fest, die Konsistenz ist aber auch nicht mehlig. Die Pollinien besitzen weder Stielchen noch Klebdrüse. Die Narbe ist oval geformt und liegt quer zur Säulenachse; sie ist von einem erhabenen Rand umgeben. Das Trenngewebe zwischen Narbe und Staubblatt (Rostellum) ist nur kurz. Die Kapselfrucht ist fleischig, die Säule bleibt bis zur Reife an der Frucht haften. Die Samen besitzen, im Gegensatz zu den meisten anderen Orchideen, eine harte Samenschale.<ref name="Garay1978" /><ref name="Wood2005" />
Verbreitung
Die Arten der Gattung Palmorchis sind im tropischen Südamerika verbreitet. Im Norden reicht das Areal bis nach Mittelamerika und erreicht Costa Rica und Nicaragua.<ref name="WCSP" /> Im Süden reicht das Areal ungefähr bis zum Amazonas. Es werden Wälder bis in Höhenlagen von 1000 Meter besiedelt.<ref name="Wood2005" />
Ökologie
Bei drei Palmorchis-Arten aus Panama konnte beobachtet werden, dass die Blüten von Bienen der Gattungen Osiris und Trigona besucht werden. Eine tatsächliche Bestäubung durch Osiris konnte bei Palmorchis nitida nachgewiesen werden.<ref name="Cingel2001" />
Die fleischigen Früchte und die harte Samenschale könnte auf eine endozoochore Ausbreitung hindeuten.<ref name="Dressler1993" />
Systematik und botanische Geschichte
Die Einordnung der Gattung Palmorchis innerhalb der Unterfamilie Epidendroideae war lange unklar. Als verwandte Gattungen wurden Sobralia und Elleanthus, Diceratostele oder aufgrund vergleichbarer Samen Vanilla vorgeschlagen.<ref name="Rothacker2007" /> Dressler ordnete sie in eine eigene Tribus, die Palmorchideae, ein.<ref name="Dressler1993" /> Nach neueren DNA-Untersuchungen wird sie zur Tribus Neottieae gezählt. Sie ist wahrscheinlich die Schwestergruppe aller übrigen Neottieae; alternativ könnte die Palmorchis-Linie auch schon vor den Neottieae abzweigen:<ref name="Rothacker2007" />
| Palmorchis als Schwestergruppe der Neottieae | Palmorchis als Schwestergruppe der Epidendroideae | |||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Gattung wurde 1877 von João Barbosa Rodrigues beschrieben. Lectotyp ist Palmorchis pubescentis. Der Name Palmorchis bezieht sich auf die Ähnlichkeit der Pflanzen zu Palmen der Gattung Geonoma.
Inzwischen sind 37 gültige Arten bekannt:<ref name="WCSP" />
- Palmorchis antioquiensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Szlach., Baranow & Dudek: Die 2018 erstbeschriebene Art kommt in Kolumbien vor.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis blancae <templatestyles src="Person/styles.css" />Damian: Die 2018 erstbeschriebene Art kommt in Peru vor.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis carlos-parrae <templatestyles src="Person/styles.css" />Szlach. & Baranow: Kolumbien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis caxiuanensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Rocha: Brasilien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis chocoensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Szlach., S.Nowak & Baranow: Kolumbien und Guayana.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis colombiana <templatestyles src="Person/styles.css" />Garay: Kolumbien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis deceptoria <templatestyles src="Person/styles.css" />Veyret & Szlach.: Kolumbien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis dressleriana <templatestyles src="Person/styles.css" />Szlach., Baranow & Dudek: Die 2018 erstbeschriebene Art kommt in Peru vor.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis duckei <templatestyles src="Person/styles.css" />Hoehne: Nördliches Brasilien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis eidae <templatestyles src="Person/styles.css" />Dressler: Costa Rica.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis fractiflexa <templatestyles src="Person/styles.css" />Szlach. & Baranow: Kolumbien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis guianensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schltr.) C.Schweinf. & Correll: Nördliches Südamerika bis nördliches Brasilien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis imuyaensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Dodson & G.A.Romero: Ecuador.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis kuhlmannii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schltr.) L.O.Williams: Guayana, Suriname und nördliches Brasilien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis liberolabellata <templatestyles src="Person/styles.css" />Damian: Die 2018 erstbeschriebene Art kommt in Peru vor.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis lobulata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Mansf.) C.Schweinf. & Correll: Kolumbien bis Peru und Französisch-Guayana.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis loretana <templatestyles src="Person/styles.css" />Damian & L.A.Torres: Die 2018 erstbeschriebene Art kommt in Peru vor.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis maculata <templatestyles src="Person/styles.css" />Szlach. & Baranow: Kolumbien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis maguirrei <templatestyles src="Person/styles.css" />Szlach., S.Nowak & Baranow: Guayana und Französisch-Guayana.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis misas-urretae <templatestyles src="Person/styles.css" />Szlach. & Baranow: Kolumbien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis nitida <templatestyles src="Person/styles.css" />Dressler: Costa Rica bis nordwestliches Kolumbien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis pabstii <templatestyles src="Person/styles.css" />Veyret: Französisch-Guayana.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis paludicola <templatestyles src="Person/styles.css" />Dressler: Costa Rica.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis pandurata <templatestyles src="Person/styles.css" />C.Schweinf. & Correll: Ecuador.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis powellii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ames) C.Schweinf. & Correll: Costa Rica bis Kolumbien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis prospectorum <templatestyles src="Person/styles.css" />Veyret: Guayana, Französisch-Guayana und Suriname bis nördliches Brasilien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis puber <templatestyles src="Person/styles.css" />(Cogn.) Garay: Kolumbien bis Venezuela und nördliches Brasilien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis pubescentis <templatestyles src="Person/styles.css" />Barb.Rodr.: Trinidad bis südöstliches Kolumbien und Brasilien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis rubioi <templatestyles src="Person/styles.css" />Szlach., Baranow & Dudek: Die 2018 erstbeschriebene Art kommt in Ecuador vor.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis schneideri <templatestyles src="Person/styles.css" />Szlach., Baranow & Dudek: Die 2018 erstbeschriebene Art kommt in Kolumbien vor.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis silvicola <templatestyles src="Person/styles.css" />L.O.Williams: Costa Rica bis Ecuador.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis sobralioides <templatestyles src="Person/styles.css" />Barb.Rodr.: Südöstliches Kolumbien bis Ecuador und nördliches Brasilien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis sordida <templatestyles src="Person/styles.css" />Dressler: Costa Rica.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis trilobulata <templatestyles src="Person/styles.css" />L.O.Williams: Nicaragua bis Ecuador, Guayana und Suriname.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis trinotata <templatestyles src="Person/styles.css" />Dressler: Panama bis Nordwestliches Kolumbien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis valdiviesoana <templatestyles src="Person/styles.css" />Szlach. & Baranow: Kolumbien.<ref name="WCSP" />
- Palmorchis yavarensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Damian & Torres: Die 2018 erstbeschriebene Art kommt in Peru vor.<ref name="WCSP" />
Literatur
- Leslie A. Garay: 225 (1). Orchidaceae (Cypripedioideae, Orchidoideae and Neottioideae). In: Gunnar Harling, Benkt Sparre (Hrsg.): Flora of Ecuador. Band 9, 1978, ISSN 0347-8742, S. 141.
- Alec M. Pridgeon, Phillip Cribb, Mark W. Chase (Hrsg.): Genera Orchidacearum. Epidendroideae (Part one). 2. Auflage. Band 4. Oxford University Press, New York und Oxford 2005, ISBN 0-19-850712-7.
- Charles Schweinfurth, Donovan S. Correll: The Genus Palmorchis. In: Botanical Museum Leaflets, Harvard University. Band 8, Nr. 6. Cambridge, Massachusetts 1940, S. 109 (botanicus.org).
Einzelnachweise
<references> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="Dressler1993">Robert L. Dressler: Phylogeny and Classification of the Orchid Family. Cambridge University Press, 1993, ISBN 0-521-45058-6, S. 103–104.</ref> <ref name="Rothacker2007">Erik Paul Rothacker: The primitive Epidendroideae (Orchidaceae): phylogeny, character evolution and the systematics of Psilochilus (Triphoreae). (pdf) Ohio State University, 2007, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 19. Dezember 2009. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> <ref name="Garay1978">Leslie Garay: Palmorchis. In: Orchidaceae (Cypripedioideae, Orchidoideae and Neottioideae). S. 141.</ref> <ref name="Wood2005">Jeffrey Wood: Palmorchis. In: Genera Orchidacearum. Bd. 4, S. 513–515.</ref> <ref name="Cingel2001">Nelis A. Cingel: An atlas of orchid pollination: America, Africa, Asia and Australia. CRC Press, 2001, ISBN 978-90-5410-486-5, S. 78.</ref> </references>