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Paul Juckoff

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Datei:PaulJuckoffSelbstportrait.JPG
Paul Juckoff (Selbstporträt)

Paul Juckoff (* 2. August 1874 in Merseburg; † 20. April 1936 in Schkopau) war ein deutscher Bildhauer und Kunsthistoriker.

Leben und Wirken

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Renatabrunnen in Hildesheim

Paul Juckoff war der Sohn eines Zimmermeisters. Nach seiner Schulzeit machte er zunächst eine Holzbildhauerlehre, lernte auf Wanderschaft durch Süddeutschland, Belgien und Frankreich Steinbildhauerei sowie Bronzeguss und studierte dann von 1895 bis 1900 an der Königlichen Kunstakademie und Kunstgewerbeschule Leipzig. Im letzten Jahre seines Studiums errang er den 1. Preis in der Konkurrenz um das Carl-Ferdinand-Adam-Denkmal in Leisnig. Im Jahr 1901 zog er mit seiner Frau nach Schkopau, wo er ab 1902 als freischaffender Bildhauer wirkte. Juckoff war 1904, 1907 und 1910 auf der Großen Berliner Kunstausstellung vertreten. Im Jahr 1911 gründete er die Gartenstadt Scopau GmbH, die 1912 begann, nördlich des Ortes Schkopau eine Siedlung zu errichten. Er blieb deren Vorsitzender bis zu seinem Tod.<ref name="SAUR" />

Von 1914 bis 1916 nahm er als Soldat aktiv am Ersten Weltkrieg teil, von 1916 bis 1918 war er als Kunst-Sachverständiger bei der deutschen Verwaltung in Warschau eingesetzt, wo er sich intensiv mit den Kunstdenkmalen Polens (speziell des Generalgouvernements) beschäftigte, woraus der Architektonische Atlas resultierte.

Im Gegensatz zu den am Beginn des Jahrhunderts zum Teil sehr prunkhaft überladenen Kunstwerken schuf Juckoff einfache aber wirkungsvolle Plastiken und Reliefs, vor allem Denkmäler für Soldaten und Politiker, aber auch Grabdenkmäler und Brunnen. In seinen letzten Lebensjahren wurde er nicht nur von den Nationalsozialisten unterstützt und schuf für diese Werke (Innenausstattung der Gauführerschule in Wettin, überlebensgroße Adolf-Hitler-Büste), sondern attackierte in Artikeln (z. B. in der Mitteldeutschen National-Zeitung und Der Kampf) andere Künstler, zum Beispiel Paul Horn. Dabei nahm er irrtümlich an, dass die angefeindeten Künstler der „Burg“ in Halle (Saale) hinter der Beseitigung des von ihm geschaffenen Bismarck-Denkmals auf dem Bergschenkenfelsen in Halle-Kröllwitz steckten.<ref>Herrich: Leben und Wirken von Paul Juckoff-Scopau. S. 46–47.</ref> Er schuf zwar auch eine Plastik namens Deutscher Gruß für die Berliner Funkausstellung 1935, war aber wohl dennoch eher ein Mitläufer der Nationalsozialisten. So weisen seine Ausführungen zu den Synagogen Polens im Architektonischen Atlas keinerlei antisemitische Anwürfe auf, sondern zeugen von einer Bewunderung für die Baukunst der Juden Polens, die er vor Vorurteilen in Schutz nimmt. Auch bedauerte er dort die Zerstörung von Synagogen durch Russen und Deutsche im Ersten Weltkrieg.

Paul Juckoff starb am 20. April 1936 in Schkopau.<ref>Visitenkarte: Gedenkstätte für die Opfer des Ersten Weltkrieges Burgstall</ref>

Werke (Auswahl)

Seine wichtigsten Werke sind die Marktbrunnen in mitteldeutschen Städten wie Schönebeck (Elbe), Mansfeld und Zeitz sowie die Statue des Königs Heinrich I., des Stadtgründers von Merseburg, anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums. Die Kombination von Brunnen und Denkmal für Friedrich Hermann Haacke in Stendal gilt als erster bemalter Steinbrunnen in Deutschland.

Der christlich-konservative bis patriotische Stil seiner Werke brachte es mit sich, dass sie in der Weimarer Republik und in der sozialistischen Zeit beseitigt wurden. So verschwanden zum Beispiel die Kriegerdenkmale in Merseburg, Artern und Freyburg (Unstrut) und das Bismarck-Denkmal in Halle (Saale).

Werke (alphabetisch nach Aufstellungsort)

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Weitere Werke

  • Grabdenkmale auf verschiedenen Friedhöfen in Halle (Saale), Stendal und Suhl<ref>Arterner Ansichten (10): Kunstwerke, kyffhaeuser-nachrichten.de, abgerufen am 14. November 2018.</ref>
  • über 15 Kriegerdenkmale und Gedenktafeln in mitteldeutschen Städten und Dörfern, vor allem im Umkreis von Merseburg
  • verschiedene Bauplastik, etwa am Landgericht in Halle (Saale)<ref>Landgericht, Halle im Bild, abgerufen am 14. November 2018.</ref> oder Amtsgericht in Weißenfels<ref>Amtsgericht, Burgenlandkreis im Bild, abgerufen am 19. Oktober 2023.</ref>
  • Figuren für Kirchen
  • Taufstein (1905), Kruzifix und Altaraufsatz für die St.-Petri-Pauli-Kirche in Eisleben<ref>Burkhard Zemlin: Luther: Taufstein sorgt für Irritationen. In: mz.de. Mitteldeutsche Zeitung, 24. November 2013, abgerufen am 14. November 2018.</ref>
  • Umrahmung für den Lutherbrief an Karl V. in der Lutherhalle in Wittenberg<ref name="SAUR" />

Schriften

  • Paul Juckoff-Skopau: Architektonischer Atlas von Polen (Kongreß-Polen). Berlin 1921.

Ausstellungen

  • 1924 in Halle

Literatur

Weblinks

Commons: Paul Juckoff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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