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Lithiumnitrat

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Lithiumnitrat
Vorlage:Farbe Li+ 0 Vorlage:Farbe N3+ 0 Vorlage:Farbe O2−
Allgemeines
Name Lithiumnitrat
Verhältnisformel LiNO3
Kurzbeschreibung

farbloser, zerfließlicher Feststoff<ref name="roempp">Eintrag zu Lithiumnitrat. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 232-218-9
ECHA-InfoCard 100.029.290
PubChem 10129889
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 68,95 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="roempp" />

Dichte

2,36 g·cm−3<ref name="Merck">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei MerckVorlage:Abrufdatum</ref>

Schmelzpunkt

255 °C<ref name="Merck" />

Siedepunkt

Zersetzung > 600 °C<ref name="Merck" />

Löslichkeit
  • gut in Wasser (522 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="Merck" />
  • löslich in Ethanol<ref name="roempp" />
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 272​‐​302​‐​319
P: 210​‐​220​‐​264​‐​280​‐​301+312​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
Toxikologische Daten

1426 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Lithiumnitrat ist eine chemische Verbindung mit der Summenformel LiNO3, die natürlich in der Form des Trihydrates LiNO3·3 H2O vorkommt. Es handelt sich hierbei um das Lithiumsalz der Salpetersäure.

Gewinnung und Darstellung

Die Herstellung von Lithiumnitrat erfolgt durch Umsetzung von Lithiumcarbonat<ref name="wiberg">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 1154.</ref> oder Lithiumhydroxid<ref>D. L. Perry, S. L. Phillips: Handbook of Inorganic Compounds: An Electronic Database. CRC Press, 1995, ISBN 978-0-8493-8671-8, S. 228.</ref> mit Salpetersäure.

<math>\mathrm{Li_2CO_3 + 2\ HNO_3 \longrightarrow 2 \ LiNO_3 +\ CO_2 + \ H_2O}</math>
<math>\mathrm{LiOH + \ HNO_3 \longrightarrow \ LiNO_3 + \ H_2O}</math>

Eigenschaften

Datei:Lithium nitrate.jpg
Kristallines Lithiumnitrat

Das farblose, hygroskopische Salz besitzt eine Molare Masse von 68,95 g/mol, eine Dichte von 2,36 g·cm−3 und eine Schmelztemperatur von 264 °C. Bei Temperaturen oberhalb von 600 °C erfolgt Zersetzung. Lithiumnitrat ist in Ethanol und Wasser sehr gut löslich. Neben der wasserfreien Kristallform tritt Lithiumnitrat auch als Trihydrat auf, welches bei 28,8 °C<ref>A. N. Campbell: The Systems: LiNO3-NH4NO3 and LiNO3-NH4NO3-H2O. In: Journal of the American Chemical Society. 64, 1942, S. 2680–2684, doi:10.1021/ja01263a043.</ref> sein Kristallwasser abgibt. Unterkühlte Schmelzen des Hydrats sind sehr stabil, können aber durch Zugabe von kristallinem Lithiumnitrat augenblicklich zur Kristallisation gebracht werden.

Verwendung

Entgegen der weit verbreiteten Auffassung<ref name="wiberg" /> wird LiNO3 nicht für rote Leucht- oder Signalsätze verwendet. Bei den für pyrotechnische Leuchtsätze typischen Flammentemperaturen erfolgt immer auch eine starke Anregung der Li-Nebenserienlinien, wodurch ein insgesamt rot-oranger Farbeindruck entsteht, welcher aber einfacher durch die Verwendung von Calciumsalzen erreicht werden kann<ref>E.-C. Koch: Evaluation of Lithium Compounds as Color Agents for Pyrotechnic Flames. In: J. Pyrotech 13, 2001, 1. (Abstract).</ref>. Lithiumnitrat wird als Wärmeträgermedium<ref>Europäisches Patent EP0363678, 1989, Metzler GmbH.</ref> genutzt. Des Weiteren kann es zur Herstellung anderer Lithiumverbindungen dienen. Lithiumnitrat wird auch in einem Gemisch mit Kaliumnitrat als Sabalith verkauft. Dieses niedrigschmelzende Eutektikum wird zur Salzbadvulkanisation von Gummimischungen verwendet.<ref>Winnacker, Küchler: Chemische Technik: Prozesse und Produkte. (PDF; 2,3 MB) 2006, Wiley-VCH Weinheim, ISBN 3-527-31578-0.</ref> Lithiumnitrat-trihydrat wurde auch zur Kühlung des Landers der Venera-Mission verwendet, da es beim Schmelzen (Schmelzpunkt des Trihydrats ca. 30 °C) Wärme aufnimmt und somit bis zum vollständigen Schmelzen eine kontinuierliche Temperatur von 30 °C gewährleistet.<ref>www.Bernd-leitenberger.de.</ref>

Einzelnachweise

<references />