Pfarrkirche Gaschurn
Die Pfarrkirche Gaschurn steht in der Gemeinde Gaschurn im Montafon in Vorarlberg. Die römisch-katholische Pfarrkirche Erzengel Michael gehört zum Dekanat Montafon der Diözese Feldkirch. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.
Geschichte
Im Jahre 1485 wurde eine Michaelskapelle errichtet und 1587 von St. Gallenkirch getrennt und zur Pfarrkirche erhoben. Erst 1629 erhielt die Pfarre mit Johannes Viel einen Pfarrer. 1634 wurde eine neue Kirche geweiht. Der Abbruch der Kirche, welche inmitten des Friedhofes stand, erfolgte 1867, und in den Jahren 1867 bis 1868 wurde die Kirche gegenüber dem Friedhof nach den Plänen von Johann Meyer aus Schwyz errichtet und 1869 vom Bischof von Linz Franz Joseph Rudigier geweiht.
Mangels Geld musste die Kirchengemeinde vorerst ohne Orgel auskommen, was dem Kirchenchor unter Leitung des ab Herbst 1866 in Gaschurn tätigen musikbegeisterten „Vallülapfarrers“ Franz Joseph Battlogg zu einem hohen Niveau und überregionaler Bekanntheit verhalf. Es wurden Werke von Orlando di Lasso, Antonio Lotti, Giovanni Pierluigi da Palestrina, John Dowland sowie altenglische Madrigale aufgeführt, wozu Kirchenmusikbegeisterte aus Deutschland, der Schweiz und sogar von England anreisten.<ref>Scopoli Gerhard: Priester, Alpinpionier und Musikgenie. In: vol.at. 27. Oktober 2009, abgerufen am 8. Dezember 2023.</ref><ref>Franz Joseph Battlogg. In: gaschurn-partenen.at. Abgerufen am 8. Dezember 2023.</ref>
Erst 1883 bauten die Gebrüder Mayer die noch heute bestehende Orgel ein. Sie hat 15 Register auf zwei Manualen und Pedal und ein romantisches Klangbild.<ref>Leuchtende Bilder, Kirchenführung und Orgelkonzert by Montafoner Museen. In: issuu.com. 16. Juni 2016, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 8. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Architektur
Die Pfarrkirche ist eine neuromanische Kirche mit Querschiff und Chor unter einem Satteldach mit einem nordseitigen Kirchturm und einer südseitigen Sakristei. 1871 malte Franz Bertle zwei Deckengemälde im Langhaus, und 1872 errichteten die Gebrüder Bertle die drei Altäre. 1905 entstanden Fresken von Jakob Bertle. Die Glasmalereien sind von der Tiroler Glasmalereianstalt. Die Kreuzwegstationen als Reliefs schuf August Valentin (um 1900).
Friedhof mit Kapelle
Die Friedhofskapelle mit Lourdesgrotte ist ein tonnengewölbter Raum mit einem Fresko Christus mit toten Soldaten von Konrad Honold aus 1951.
Literatur
- Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Vorarlberg 1983. Gaschurn, Pfarrkirche hl. Erzengel Michael, S. 220–221.
- Religion und Kirche im Montafon. Gaschurn. In: Josef Zurkirchen: Montafoner Heimatbuch. 1974, S. 470.
- Andreas Rudigier, Manfred Tschaikner: St. Michael in Gaschurn. Beiträge zur Kirchen- und Kunstgeschichte (= Bludenzer Geschichtsblätter. Heft 35+36), Bludenz 1997, ISBN 3-901833-01-3.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 46° 59′ 13,9″ N, 10° 1′ 35,3″ O
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