Darnewitz
Darnewitz Gemeinde Bismark (Altmark)
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(46)&title=Darnewitz 52° 39′ N, 11° 43′ O
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| Höhe: | 48 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 46 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Eingemeindung: | 30. September 1928 | |||||
| Eingemeindet nach: | Kläden | |||||
| Postleitzahl: | 39628 | |||||
| Vorwahl: | 039320 | |||||
Lage von Darnewitz in Sachsen-Anhalt
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Darnewitz ist ein Ortsteil der Stadt Bismark (Altmark) im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt und gehört zur Ortschaft Kläden der Stadt Bismark.<ref name="Hauptsatzung" />
Geographie
<mapframe latitude="52.6453" longitude="11.710" zoom="15" width="250" height="200" align="right" /> Darnewitz, ein kleines Dorf mit Kirche, liegt etwa drei Kilometer nordöstlich von Kläden und 11 Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Stendal.
Geschichte
Mittelalter bis heute
Im Jahre 1253 wurde ein Engelberto de Dernewitz sacerdos als Zeuge erwähnt.<ref name="Riedel-5, S. 37" />
1370 belehnte Markgraf Otto den Erbküchenmeister Bernhard von der Schulenburg mit Einnahmen in dem dorffe zu dernewitz.<ref name="Riedel-5, S. 346" /> Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Dernewitz aufgeführt. Es umfasste 20 Hufen, von denen eine dem Pfarrer gehörte und eine wüst war.<ref name="Landbuch" /> 1410 wurde der Stendaler Bürger Hans Hasselmann mit dorp tho Derneuitze belehnt.<ref name="Riedel-5, S. 377" /> Dernewicz wurde erstmals in der Lehnsregistatur für 1412 bis 1424 als wüst bezeichnet.<ref name="Zahn-Wüstungen" />
Auf der Wüstung errichtete der Besitzer des Rittergutes Kläden, Hans Wilhelm von Lattorf, 1752 das Vorwerk Darnewitz.<ref name="Zahn-Wüstungen" />
Östlich des Dorfes am Weg nach Schernikau stand bis ins 20. Jahrhundert eine Windmühle.<ref name="MTB-3336" />
Bei der Bodenreform 1945 wurde das Gut enteignet und auf 27 Neubauern aufgeteilt. 9 Neubauern bauten sich im Ort ein neues Haus.<ref name="Pieper 2019" /> Im Jahre 1952 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die LPG Typ I „Neues Deutschland“.<ref name="HOB-12, Kläden" />
Bis 1951 gab es nördlich des Dorfes einen Haltepunkt (Bahnhof) an der Bahnstrecke Peulingen–Bismark.<ref name="MTB-3336" />
Im Jahre 2003 fand das Jubiläumsfest „750 Jahre Darnewitz“ statt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Glanzlichter vor 2006 auf darnewitz.de ( vom 4. Dezember 2015 im Internet Archive)</ref>
Herkunft des Ortsnamens
Heinrich Sültmann deutet die Ortsnamen 1253 dernewitz, 1472 dermenisse als „Dorndorf“, abgeleitet vom slawischen „tarn“ für „Dorn“.<ref name="Sültmann-1932" /><ref name="Kunstdenkmale-Stendal" />
Eingemeindungen
Ursprünglich gehörte das Vorwerk zum Stendalischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag der Ort im Kanton Stendal-Land im Distrikt Stendal auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte das Vorwerk zum Landkreis Stendal.<ref name="HOB-12" />
Das Vorwerk, später ein Wohnplatz, gehörte zum Rittergut Kläden.
Nur im Gemeindelexikon von 1873 ist Darnewitz als Gutsbezirk aufgeführt.<ref name="Gemeidelex-1873" />
Am 30. September 1928 wurde Darnewitz vom Gutsbezirk Kläden in die Landgemeinde Kläden umgegliedert, da der Gutsbezirk mit der gleichnamigen Landgemeinde vereinigt wurde.<ref name="AB-RB-Magdeburg 1928" />
Einwohnerentwicklung
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Quelle bis 1905, wenn nicht angegeben:<ref name="HOB-12" />
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Darnewitz gehörte zur Pfarrei Kläden<ref name="Almanach1903" /> und wird heute versorgt vom Pfarrbereich Kläden im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Kläden stammen aus dem Jahre 1642.<ref name="Machholz" />
Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Die evangelische Dorfkirche Darnewitz, ein neugotischer rechteckiger Feldsteinbau mit Backsteingliederung, stammt der Inschrift am Südportal nach aus dem Jahre 1832. Sie steht etwa 300 Meter außerhalb des Dorfes und wurde als Gutskirche errichtet auf den Fundamenten eines romanischen Vorgängerbaus auf Veranlassung von Carl Theodorius von Levetzow.<ref name="Altmarkkirchen" />
- Die Kirche steht auf dem Ortsfriedhof, der mit einer niedriger Findlingsmauer umhegt ist.<ref name="Kunstdenkmale-Stendal" />
- Auf dem Freigelände des „Darnewitzer Findlingsparks“ in einer Streuobstwiese werden 60 Findlinge aus der Region auf Schautafeln erläutert, darunter ist ein über 9 Tonnen schwerer Finding aus Migmatit. Das alte Backhaus wurde zu einem Dorfgemeinschaftshaus und Museum umgebaut.<ref name ="Geotopkataster" /><ref name="Findlingspark" />
- Eine Scheune und der Meilenstein am südlichen Ortsende stehen unter Denkmalschutz.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Veranstaltungen
Im Dorf finden gelegentlich Veranstaltungen in Rahmen der Reihen „Darnewitzer Musikstunde“, „Altmärkisches Musikfest“ oder „Tag des Geotops“ statt.
Vereine
Der im Jahr 2000 gegründete Heimatverein „Wir für Darnewitz e. V.“ kümmert sich um die Förderung von Initiativen und Veranstaltungen im Dorf. Er betreut auch den Findlingspark.<ref name="Pieper 2019" />
Sage und Spukgeschichte
Einer im Dorf erzählten Sage nach hatte der frühere Gutsherr Ärger mit dem Klädener Pastor und er hatte daher seine eigene Kirche errichten lassen.<ref name="Pieper 2019" />
Auf dem Kirchsteig zwischen Grassau und Darnewitz soll des Nachts zur Geisterstunde ein Hund sitzen und greulich winseln und bellen.<ref name="Sagenschatz" />
Verkehr
Von der Landesstraße 15 Richtung Schinne abbiegend erreicht man nach zwei Kilometern auf der linken Seite die Abzweigung nach Darnewitz. Von hier sind es zwei weitere Kilometer bis zu dem Dorf.
Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus.<ref>Fahrplan der Linie 930. In: stendalbus.de. Abgerufen am 21. September 2022.</ref> Der nächste Bahnhof ist im Nachbarort Kläden an der Bahnstrecke Stendal–Uelzen.
Literatur
- Renate Pieper: Geschichtliches aus 39 Orten der Einheitsgemeinde Stadt Bismark (Altmark). Bismark 2019, S. 62–67, Darnewitz.
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
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Weblinks
- Einheitsgemeinde Stadt Bismark (Altmark): Kläden und Darnewitz. In: stadt-bismark.de. 5. August 2022.
- Darnewitz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="AB-RB-Magdeburg 1928">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 209.</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 20. September 2022.</ref>
<ref name="EW-2021">Axel Junker: Positive Tendenz bei Umzügen. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 14. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 18.</ref>
<ref name="EW-2022">Yulian Ide: Hurra! Wir wachsen wieder! In: Stendaler Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 21. Januar 2023, DNB 1047269554, S. 19–20.</ref>
<ref name="EW-2023">Axel Junker: Bismark verliert weiter Einwohner. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker (E-Paper). 13. Januar 2024, DNB 1002381223, S. 20.</ref>
<ref name="Hauptsatzung">Hauptsatzung der Einheitsgemeinde Bismark (Altmark), §15 Ortschaftsverfassung. (PDF) 31. Oktober 2018, abgerufen am 5. Dezember 2021.</ref>
<ref name="Findlingspark">Peter Pickelmann: Findlingspark Darnewitz. Abgerufen am 18. September 2022.</ref>
<ref name="Gemeidelex-1873">Vorlage:Gemeindelexikon Preußen 1871</ref>
<ref name="Geotopkataster">Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt: Geotopkataster – Findling im Findlingspark Darnewitz. Abgerufen am 18. September 2022.</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="HOB-12, Kläden">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Kunstdenkmale-Stendal">Friedrich Hoßfeld, Ernst Haetge: Der Kreis Stendal Land (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 3). Hopfer, 1933, DNB 362544441, S. 55–56.</ref>
<ref name="Landbuch">Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 315 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />uni-potsdam.de ( vom 14. Dezember 2019 im Internet Archive)).</ref>
<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>
<ref name="MTB-3336">Messtischblatt 3336: Schinne. Reichsamt für Landesaufnahme, 1938, abgerufen am 6. Januar 2022.</ref>
<ref name="Pieper 2019">Renate Pieper: Geschichtliches aus 39 Orten der Einheitsgemeinde Stadt Bismark (Altmark). Bismark 2019, S. 62–67, Darnewitz.</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Kläden. Abgerufen am 20. September 2022.</ref>
<ref name="Riedel-5, S. 37">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-5, S. 346">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-5, S. 377">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Sagenschatz">Lehrer Lehrmann: Altmärkischer Sagenschatz (= Lehrerverband der Altmark [Hrsg.]: Beiträge zur Volks- und Heimatkunde der Altmark. Band 2). Klinkhardt, 1908, ZDB-ID 1198714-5, S. 226, Spukstellen (Digitalisat).</ref>
<ref name="Sültmann-1932">nach Friedrich Hoßfeld: Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Stendal. In: Altmärkische Tageszeitung. Juli 1932, ZDB-ID 2511766-X, Beilage „Die Altmärkische Heimat“.</ref>
<ref name="Zahn-Wüstungen">Wilhelm Zahn: Die Wüstungen der Altmark. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 49–51, Nr. 51. Darnewitz (uni-jena.de).</ref> </references>
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