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Polarit

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Polarit
Datei:Palarstanide, Plumbopalladinite, Polarite & Atokite.jpg
Ein Schliff mit den Palladiummineralien: Palarstanid, Plumbopalladinit, Polarit und Atokit in einer vollständig analysierten Probe
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1969-032<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Plr<ref name="Warr" />

Chemische Formel
  • Pd(Bi,Pb)<ref name="StrunzNickel" /><ref name="IMA-Liste" />
  • Pd2PbBi<ref name="Lapis" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

II/C.20-100<ref name="Lapis" />

2.AC.40
02.08.06.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol orthorhombisch-pyramidal; mm2
Raumgruppe Ccm21 (Nr. 36, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/36.2<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 7,19 Å; b = 8,69 Å; c = 10,68 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 16<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4<ref name="Lapis" /> (VHN50 = 168–232 kg/mm2<ref name="Handbookofmineralogy" />)
Dichte (g/cm3) berechnet: 12,51<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit nicht definiert
Farbe weiß mit gelblichen Farbstich<ref name="Handbookofmineralogy" />
Strichfarbe nicht definiert
Transparenz undurchsichtig (opak)<ref name="Handbookofmineralogy" />
Glanz Metallglanz<ref name="Handbookofmineralogy" />

Polarit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ mit der chemischen Zusammensetzung Pd(Bi,Pb)<ref name="StrunzNickel" /><ref name="IMA-Liste" /> und damit chemisch gesehen eine legierungsartige Verbindung aus Palladium und Bismut mit dem Stoffmengenverhältnis von ungefähr 1 : 1. Bei natürlichen Polariten ist meist ein Teil des Bismuts durch Blei vertreten (substituiert).

Polarit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und entwickelt bis zu 0,3 mm große Körner von weißer Farbe mit gelblichen Farbstich.

Etymologie und Geschichte

Eine erste kurze Beschreibung des Minerals erfolgte bereits 1966 durch L. J. Cabri und R. J. Traill in einer Abhandlung über neue Palladiumminerale aus Norilsk, Westsibirien, die bereits die korrekte chemische Zusammensetzung ermittelten, das Mineral jedoch nicht benannten.<ref name="AM52" /><ref name="AM55" />

Alexander Dmitrijewitsch Genkin ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); 1919–2010, siehe Genkinit), T. L. Jewstignejewa, N. W. Tronewa und L. N. Wjalsow ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) veröffentlichten 1969 eine detaillierte Beschreibung des Minerals und seines Fundorts im russischen Fachmagazin Записки Всесоюзного Минералогического Общества ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) und gaben ihm den Namen Polarit in Anlehnung an dessen Typlokalität, die im Polarural, dem nördlichsten Gebirgszug des Urals liegt.

Als genaue Typlokalität gilt die Mayak-Mine im südöstlichen Teil der Lagerstätte Talnakh nahe dem Ort Talnach in der Region Krasnojarsk.<ref name="Typlokalität" />

Genkin, und sandten ihre Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1969 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1969-032<ref name="IMA-Liste" />), die den Polarit als eigenständige Mineralart anerkannte.

Ein 1974 als Borishanskiit anerkanntes Mineral (IMA 1974-010) wurde 2022 als identisch mit Polarit erkannt und von der IMA diskreditiert (IMA 22-D).<ref name="Newsletter68" />

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Polarit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/C.20-100. Dies entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : S,Se,Te ≈ 1 : 1“, wo Polarit zusammen mit Breithauptit, Cherepanovit, Freboldit, Kotulskit, Langisit, Nickelin, Ruthenarsenit, Sederholmit, Sobolevskit, Sorosit, Stumpflit, Sudburyit, Vavřínit und Wassonit die „Nickelingruppe“ mit der Systemnummer II/C.20 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Polarit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze (Sulfide, Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulfarsenide, Sulfantimonide, Sulfbismutide)“ und dort in die Abteilung „Legierungen und legierungsartige Verbindungen“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Legierungen von Halbmetallen mit Platin-Gruppen-Elementen (PGE)“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 2.AC.40 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Polarit die System- und Mineralnummer 02.08.06.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=1:1“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 02.08.06.

Kristallstruktur

Polarit kristallisiert in der orthorhombischen Raumgruppe Ccm21 (Raumgruppen-Nr. 36, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/36.2 mit den Gitterparametern a = 7,19 Å, b = 8,69 Å und c = 10,68 Å sowie 16 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte

Polarit bildet sich unter hydrothermalen Bedingungen in Kupfer-Nickel-Eisen-Adern. Es ist vergesellschaftet mit Chalkopyrit, Talnakhit, Cubanit, Stannopalladinit, Paolovit, Sobolevskit, Sperrylit, Cabriit, Palarstanid, Sphalerit und Silber.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Als seltene Mineralbildung konnte Polarit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher knapp 20 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2025).<ref name="Mindat-Anzahl" /> Außer an seiner Typlokalität, der Mayak Mine konnte das Mineral noch an drei weiteren Stellen in der Cu-Ni-Lagerstätte Talnach auf der Taimyrhalbinsel in der Region Krasnojarsk entdeckt werden. Daneben fand sich Polarit in Russland noch im Ognit-Komplex (auch Medek) im Uda-Birjussa-Gebiet der der Oblast Irkutsk, in der Cu-PGE-Lagerstätte Anomal’niy im Kondjor-Massiv in der Region Chabarowsk und in der Grube Srednyaya Padma auf der Halbinsel Saoneschje ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) in der Republik Karelien.

Weitere bisher bekannte Fundorte liegen in der kanadischen Provinz Ontario (Copper Cliff North Mine, Nipigon Reefs Project), der chinesischen Provinz Hebei (Pt-Pd-Lagerstätte Hongshila), der finnischen Landschaft Lappland (Sakattilampi), der Region Kindia in Guinea (Conakry Vulkanit-Komplex), der Provinz Midlands in Simbabwe (Unki Mine), der südafrikanischen Provinz Limpopo (Mokopane) und im US-Bundesstaat Alaska (Fox Gulch).<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Polarite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references> <ref name="AM52"> </ref> <ref name="AM55"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Polarite beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 13. Juni 2025. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Vorlage:IMA-Liste </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat-Anzahl"> Localities for Polarite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 13. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Newsletter68"> </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Typlokalität"> Typlokalität Mayak (Majak) beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 12. Juni 2025. </ref> <ref name="Warr"> </ref> </references>