Zum Inhalt springen

Sanafir

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. November 2025 um 08:11 Uhr durch imported>Sokrates 399 (Der Spiegel ist nicht der Autor, sondern der Herausgeber und/oder das Werk; Kleinigkeiten.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Sanafir

Datei:Sanafir.png
Satellitenbild von Sanafir
Gewässer Straße von Tiran,
Rotes Meer
Geographische Lage 27° 56′ 2″ N, 34° 41′ 56″ OKoordinaten: 27° 56′ 2″ N, 34° 41′ 56″ O
 {{#coordinates:27,933888888889|34,698888888889|primary
dim=8700 globe= name=Sanafir region=SA-07 type=isle
  }}
Länge 8,7 km
Breite 5,9 km
Fläche 33 km²
Höchste Erhebung Raʾs Ṣināfīr
49 m
Einwohner unbewohnt
Datei:Strait tiran 83.jpg
Karte der Tiran-Straße, mit Sanafir im Osten
Karte der Tiran-Straße, mit Sanafir im Osten

Sanafir (arabisch جزيرة صنافير, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist eine saudische Insel im Roten Meer einige Kilometer südöstlich des Eingangs zum Golf von Akaba. Sie gehört zusammen mit der westlich benachbarten Insel Tiran bis heute zum ägyptischen Ras-Mohammed-Nationalpark.<ref>Ägypten: Gericht stoppt Insel-Übergabe an Saudi-Arabien. In: Spiegel Online. Abgerufen am 21. Juni 2016.</ref>

Geographie

Die Insel ist Teil der Straße von Tiran. Heute gehört die etwa 33 km² große Insel ebenso wie Tiran zum Ras-Mohammed-Nationalpark. Die Insel ist etwa neun Kilometer vom saudi-arabischen Festland (Raʾs al-Qaṣba) entfernt, und von Ägypten (Sinai-Halbinsel) knapp 23 km. Die Nachbarinsel Tiran liegt 2,8 km westlich von Sanafir, von dieser getrennt durch die Meeresstraße Ḥalq al-Qarūš. Zwischen den beiden Inseln liegt das Riff Šaʿb Abū Tinūn.

Im Osten der Insel erheben sich zahlreiche zerklüftete Kalksteinhügel, der höchste jedoch, der 49 Meter hohe Raʾs Ṣināfīr, liegt nahe dem südwestlichen Ende der Insel.

Geschichte

Die Zugehörigkeit von Tiran und Sanafir war länger zwischen Saudi-Arabien und Ägypten umstritten.

1906 übernahm Großbritannien die Kontrolle über die Inseln in einem Vertrag mit dem Osmanischen Reich. Auf diesen wurden die ägyptischen Ansprüche auf Tiran und Sanafir begründet. Saudi-Arabien gab hingegen an, 1950 die beiden Inseln an Ägypten verpachtet zu haben, um eine Besetzung durch Israel zu verhindern.<ref name="SZ">Paul-Anton Krüger: Des Königs neue Inseln. In: Süddeutsche Zeitung, 12. April 2016.</ref> Am 22. Mai 1967 wurde die Meerenge von Ägypten mit Hilfe der Inseln blockiert, was für Israel der Auslöser zum Sechstagekrieg war. Wie schon während der Sueskrise 1956, besetzte Israel die Inseln und behielt die Kontrolle bis 1982, als man sich wieder vom Sinai zurückzog.<ref name="SZ" /><ref>Robert Priewasser: Tiran Island and Straits of Tiran. Unexplained Sovereignty over an Island in the Context of the Arab-Israeli Conflict. Akademikerverlag, Saarbrücken 2013</ref> Danach waren auf Tiran 1900 Angehörige des ägyptischen Militärs und ein Dutzend Amerikaner der Multinational Force and Observers (MFO) stationiert. Die definitive Souveränität über Tiran und Sanafir wurde von Ägypten und Saudi-Arabien, aufgrund der geostrategischen Bedeutung als einzigem Zugang Israels zum Roten Meer, bewusst im Unklaren belassen.

Am 9. April 2016 gab die Regierung Ägyptens bekannt, die Herrschaft über die Inseln offiziell an Saudi-Arabien abtreten zu wollen. In Ägypten kam es daraufhin zu Protesten gegen die Regierung.<ref>Al-Sisi "verschenkt" Inseln an Saudi-Arabien – Ägypter sind sauer. Ägypten "verschenkt" Inseln an Saudi-Arabien. In: SZ.de. Herausgeberrat der Süddeutschen Zeitung, 11. April 2016, abgerufen am 17. April 2016: „Das Kabinett in Kairo hatte am Samstag bekannt gegeben, die Souveranität über die beiden Inseln an Saudi-Arabien übertragen zu wollen.“</ref> Die Demonstranten sahen die Übergabe als Verkauf ägyptischen Territoriums an.<ref name="SZ" /> Die Übergabe an Saudi-Arabien wurde am 21. Juni 2016 von einem ägyptischen Gericht vorläufig gestoppt, da ein Verkauf ägyptischer Ländereien durch die Verfassung verboten ist.<ref>Ägypten: Gericht stoppt Übergabe von Inseln an Saudi-Arabien shz.de, 21. Juni 2016.</ref> In zweiter Instanz erlaubte am 20. September 2016 ein Berufungsgericht in Kairo die Übergabe. Die Regierung hatte argumentiert, Ägypten hätte die Inseln nie besessen, sondern lediglich verwaltet.<ref>Egyptian court approves transfer of Red Sea islands to Saudi Arabia Middle East Eye, 29. September 2016.</ref> Ende Dezember 2016 bereitete die ägyptische Regierung unter Präsident Abd al-Fattah as-Sisi die Rückgabe an Saudi-Arabien vor.<ref>Egypt’s government approves transfer of islands to Saudis. AP, 30. Dezember 2016.</ref>

Anfang 2017 entschied das oberste ägyptische Gericht, dass die Inseln Tiran und Sanafir ägyptisches Staatsgebiet bleiben und die Abtretung bzw. Rückgabe an Saudi-Arabien durch Präsident Abd al-Fattah as-Sisi unzulässig ist.<ref>Sisi darf Inseln nicht abtreten., Tagesschau.de, 16. Januar 2017.</ref>

Anfang April 2017 „kassierte“ wiederum ein Sondergericht für Schnellverfahren in Kairo das Urteil des höchsten Verwaltungsgerichts, das die Übergabe im Januar untersagt hatte. Am 14. Juni 2017 stimmte das ägyptische Parlament der Übergabe zu.<ref>Steht der Auszug der Palästinenser bevor? faz.net, 16. Dezember 2017.</ref> Damit kann die Übergabe der Inseln Tiran und Sanafir an Saudi-Arabien nun umgesetzt werden.<ref>Ägyptisches Gericht lässt Übergabe von Inseln an Saudi-Arabien zu, euronews.com, 3. April 2017.</ref>

Als Teil des saudi-arabischen Neom-Projekts ist eine Querung über die Straße von Tiran mit einer Brücke zwischen den Inseln Tiran und Sanafir geplant. Mit der Brücke entstünde eine Landverbindung von Nordafrika auf die Arabische Halbinsel und damit nach Vorderasien.<ref>Ex-Siemens-Chef soll für Saudi-Arabien futuristische Megastadt planen. In: sueddeutsche.de. 24. Oktober 2017, abgerufen am 25. Oktober 2017.</ref>

Weblinks

Commons: Sanafir – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein