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Oliver Nachtwey

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Oliver Nachtwey 2025

Oliver Nachtwey (* 8. September 1975 in Unna) ist ein deutscher Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaftler. Er ist seit 2017 Professor für Sozialstrukturanalyse an der Universität Basel.

Leben

Nachtwey beendete 2003 sein Studium an der Universität Hamburg als Diplom-Volkswirt. Als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft forschte Oliver Nachtwey am DFG-Graduiertenkolleg Die Zukunft des europäischen Sozialmodells an der Georg-August-Universität Göttingen,<ref>Diss-Projekt im Rahmen des Kollegs "Zukunft des europäischen Sozialmodells". Georg-August-Universität Göttingen;</ref> wo er 2008 mit der Arbeit Legitimitätsprobleme der Marktsozialdemokratie – Politische Ökonomie und die politische Semantik sozialer Gerechtigkeit promoviert wurde.

Von 2008 bis 2010 war Nachtwey als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig. Von 2010 bis 2014 war er Mitarbeiter am Fachbereich Wirtschaftssoziologie an der Universität Trier. Zum 1. Oktober 2014 wechselte er an die Technische Universität Darmstadt.<ref>Dr. Oliver Nachtwey, Vertretungsprofessur für Allgemeine Soziologie. In: www.ifs.tu-darmstadt.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Oktober 2016; abgerufen am 12. Oktober 2016.</ref> Seit August 2017 ist Nachtwey Inhaber der Professur für Sozialstrukturanalyse an der Universität Basel.<ref>Oliver Nachtwey neuer Professor an der Universität Basel. In: basellandschaftlichezeitung.ch. 24. Februar 2017, abgerufen am 5. Dezember 2018 (mit Foto).</ref>

Oliver Nachtwey war in sozialen Bewegungen und in der Globalisierungskritik aktiv. 2002 war er Mitglied der Linksruck-Bundesleitung.<ref>Christine Buchholz, Anne Karrass, Ingo Schmidt, Oliver Nachtwey: Unsere Welt ist keine Ware. Handbuch für Globalisierungskritiker. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002, ISBN 978-3-462-03164-5, S. 39.</ref> Er ist Mitglied des Beirats des Zentrums Emanzipatorische Technikforschung (CET/ZET).<ref>Beirat. In: Zentrum für emanzipatorische Technikforschung e.V. Abgerufen am 3. Februar 2026.</ref> Er verfasst regelmäßig Beiträge für die Zeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik. Außerdem veröffentlichte er Beiträge in der tageszeitung, in der Jungen Welt, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung<ref>Oliver Nachtwey: Geschichte ohne Parteibewusstsein. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 18. Januar 2012, ISSN 0174-4909.</ref> und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Für sein Buch Die Abstiegsgesellschaft (2016) erhielt Nachtwey 2017 den von der Friedrich-Ebert-Stiftung vergebenen Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik.<ref>Oliver Nachtwey für „Die Abstiegsgesellschaft“ ausgezeichnet. In: boersenblatt.net. 4. Januar 2017, abgerufen am 5. Dezember 2018.</ref>

2020 befragte Nachtwey für eine Studie der Universität Basel über eintausend Menschen aus dem Milieu der Proteste gegen Schutzmaßnahmen zur COVID-19-Pandemie in Deutschland („Querdenker“).<ref>Florentin Schumacher: Im Land der Querdenker, Impfgegner und Globuli-Anhänger. In: FAZ.net, 21. März 2021.</ref> Er forscht unter anderem zu der Frage, warum die COVID-Impfquote in deutschsprachigen Ländern niedriger ist als im Rest Westeuropas.<ref>Warum ist die Impfquote in deutschsprachigen Ländern niedriger als in Westeuropa? Interview mit Oliver Nachtwey. Der Standard, 12. November 2021; abgerufen am 17. November 2021.</ref>

Mit Carolin Amlinger wurde Nachtwey im März 2023 für das gemeinsame Buch Gekränkte Freiheit (2022) für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch und Essayistik nominiert.<ref>Nominiert in der Kategorie SACHBUCH/ESSAYISTIK. In: preis-der-leipziger-buchmesse.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. März 2023; abgerufen am 23. März 2023.</ref> Für das gemeinsam mit Amlinger veröffentlichte Buch Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus wurde den beiden der Geschwister-Scholl-Preis für das Jahr 2025 zugesprochen.<ref>Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey erhalten den Geschwister-Scholl-Preis 2025. In: suhrkamp.de. 10. Oktober 2025, abgerufen am 10. Oktober 2025.</ref>

Datei:Geschwister-Scholl-Preis 2025 - 3.jpg
Geschwister-Scholl-Preis 2025: v. li: OB Dieter Reiter, Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey, Klaus Füreder

Schriften

Monografien

  • mit Carolin Amlinger: Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus. Suhrkamp, Berlin 2025, ISBN 978-3-518-43266-2.
  • mit Carolin Amlinger: Gekränkte Freiheit. Aspekte des libertären Autoritarismus. Suhrkamp, Berlin 2022, ISBN 978-3-518-43071-2.
    • englische Übersetzung: Offended Freedom. The Rise of Libertarian Authoritarianism. Polity, 2025.
  • mit Ulrich Brinkmann: Postdemokratie und Industrial Citizenship. Erosionsprozesse von Demokratie und Mitbestimmung. Beltz Juventa, Weinheim 2017, ISBN 978-3-7799-3740-1.
  • Die Abstiegsgesellschaft. Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne. Suhrkamp, Berlin 2016, ISBN 978-3-518-12682-0.<ref>Carsten Hueck: Oliver Nachtwey: „Die Abstiegsgesellschaft“ – Abwärts ins Prekariat. Deutschlandfunk Kultur, 18. Juli 2016, abgerufen am 5. Dezember 2018.</ref><ref>Die Abstiegsgesellschaft. ZDFmediathek, 11. Juli 2016, 19:20 Uhr, 6 min., abgerufen am 1. Dezember 2016 (Interview mit dem Autor, Video verfügbar bis 18. Juli 2021).</ref>
    • Englische Ausgabe: Germany’s Hidden Crisis. Social Decline in the Heart of Europe. Übersetzt von Loren Balhorn und David Fernbach. Verso, London 2018, ISBN 978-1-78663-634-8.
  • Marktsozialdemokratie. Die Transformation von SPD und Labour Party. VS-Verlag, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-16805-0.
  • Weltmarkt und Imperialismus. Neuer ISP-Verlag, Karlsruhe 2005, ISBN 978-3-89900-021-4.

Herausgeberschaften

  • mit Christine Buchholz, Anne Karrass, Ingo Schmidt: Unsere Welt ist keine Ware. Handbuch für Globalisierungskritiker. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002, ISBN 978-3-462-03164-5.
  • Walden Bello: De-Globalisierung. Widerstand gegen die neue Weltordnung. Herausgegeben gemeinsam mit Peter Strotmann. VSA-Verlag, 2005, ISBN 3-89965-091-3 (Band als PDF frei zugänglich).
  • mit Christina Kaindl, Christoph Lieber, Rainer Rilling, Tobias ten Brink: Kapitalismus.reloaded: Kontroversen zu Imperialismus, Empire und Hegemonie. VSA, Hamburg 2007, ISBN 978-3-89965-181-2.
  • mit Stephanie Schmoliner und Heike Walk: Gezeitenwechsel. Krise – Gewerkschaft – Umbruch. Lucius & Lucius, Stuttgart 2009. In: Neue soziale Bewegungen Jg. 22, H. 4.
  • mit Florian Butollo: Karl Marx: Kritik des Kapitalismus. Schriften zu Philosophie, Ökonomie, Politik und Soziologie. Suhrkamp, Berlin 2018, ISBN 978-3-518-29854-1.
  • mit Nicole Mayer-Ahuja: Verkannte Leistungsträger:innen. Berichte aus der Klassengesellschaft. In: edition suhrkamp, Sonderdruck. Suhrkamp, Berlin 2021, ISBN 978-3-518-03601-3.
  • mit Mirela Ivanova und Helene Thaa: Kapitalismus und Kapitalismuskritik. Campus, Frankfurt am Main/New York 2022, ISBN 978-3-593-51623-3.

Weblinks

Literatur
Homepages
Beiträge
Audios

Einzelnachweise

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