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Obernau (Netphen)

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Obernau war zuletzt ein Ortsteil der neuen Großgemeinde Netphen im Kreis Siegen in Nordrhein-Westfalen. Er wurde aufgrund des Baus der Obernautalsperre aufgelöst. Durch den Ort floss der gleichnamige Bach Obernau. Die Gemarkung des Ortes betrug 584 ha.

Geschichte

Um 1300 fand die erste Erwähnung des Ortes als „Obirna“ statt. Zur gleichen Zeit wurden Mühlen erwähnt, die Obernauer Mühle lag in Brauersdorfer Gemarkung. Eine exakt datierte Urkunde vom 3. Juni 1311 nennt den Ort als „Overnha“.<ref>Friedrich Philippi (Hrsg.): Siegener Urkundenbuch. Band 1: Bis 1350. Kogler, Siegen, 1887, S. 76–79, Nr. 125.</ref> 1643 übten laut einem Güterverzeichnis fünf der sechs Hausbesitzer den Beruf des Köhlers aus.<ref name="Geschichte">Geschichte Brauersdorfs</ref> 1896 wurde der „Obernauer Weiher“ angelegt.

1925 waren von den 89 Einwohnern 38 katholisch, 30 evangelisch und 21 sonstiger Konfession. Die Gesamtfläche der Ortsgemarkung war 584 ha groß. Eingerichtet waren ein Postamt, eine Freiwillige Feuerwehr sowie eine Wasserversorgung und eine Elektrizitätsversorgung des Zweckverbandes Netphen. Die Gemeindevertretung bestand aus sechs Sitzen, Gemeindevorsteher war Schmallenbach.<ref name="Genealogy.net">Genealogy.net - Amt Netphen</ref> Obernau gehörte evangelisch wie katholisch zum Kirchspiel Netphen.

Zwischen 1806 und 1813 gehörte der Ort zum „Kanton Netphen“ im Großherzogtum Berg, unter preußischer Verwaltung wurde dann die „Bürgermeisterei Netphen“ geschaffen. Ab 1844 gehörte Obernau dann zum Amt Netphen.

1936 wurde an der Mündung des Nauholzbaches im Zuge von Brauersdorfer Wasserreservoiruntersuchungen ein Häuschen zur Niederschlagsmessung aufgestellt.<ref name="Geschichte" />

Im Oktober 1964 wurde Wilhelm Klein (CDU) zum Bürgermeister und Amtsvertreter gewählt. Stellvertreter wurde Karl Groos (CDU).<ref>Bürgermeister und Gemeinderäte 1964 gewählt</ref>

1964 begannen die Arbeiten an der geplanten Talsperre. Im Zuge des Baues mussten die Orte Obernau und Nauholz ganz sowie ein Teil des benachbarten Brauersdorf weichen. Die meisten Gebäude wurden „warm abgebrochen“. 1968 wurde der Ort komplett aufgelöst und abgerissen. Im Zuge der Gemeindereform, die am 1. Januar 1969 in Kraft trat, wurde Obernau zwar noch der neuen Gemeinde Netphen zugeteilt<ref>Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 71.</ref>, zu diesem Zeitpunkt bestand der Ort allerdings nicht mehr. Die Gemarkung Obernau gibt es formal noch. 1971 wurde die Talsperre fertiggestellt.

Einwohnerzahlen

Einwohnerzahlen des Ortes:<ref>Otto Schaefer: Der Kreis Siegen. Siegen 1968.</ref>

Jahr Einwohner
1818 84
1885<ref>Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Verlag des Königlich Statistischen Bureaus, Berlin 1887, ZDB-ID 1458761-0, S. 112/113.</ref> 80
1895<ref>Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Verlag des Königlich Statistischen Bureaus, Berlin 1897, S. 114/115.</ref> 84
1905 93
1910<ref>Landkreis Siegen. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. April 2023; abgerufen am 13. Februar 2026.</ref> 84
Jahr Einwohner
1925<ref name="Genealogy.net" /> 89
1933<ref name="verwaltungsgeschichte">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> 88
1939<ref name="verwaltungsgeschichte" /> 81
1950 118
1961<ref name="Bunermannkostering">Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 142 und 232.</ref> 114
Jahr Einwohner
1963<ref>Zeitzeichen: Brauersdorf - Obernau - Nauholz</ref> 107
1964<ref>"Jolanthe" erlebte Umzug nach Brauersdorf nicht mehr: sie wandert in die Kühltruhe</ref> 113
1965<ref>Volkhard Wrage: Erfolg der Territorialreform. Auswirkungen der territorialen Neugliederung der Gemeinden in ausgewählten Kreisen Nordrhein-Westfalens (= Schriftenreihe der Hochschule Speyer. Bd. 56). Duncker und Humblot, Berlin 1975, ISBN 3-428-03441-4, S. 16 (Zugleich: Speyer, Hochsch. f. Verwaltungswiss., Diss., 1974).</ref> 51
1967 36
1968<ref name="Bunermannkostering"/> 10

Einzelnachweise

<references />

Quellen

Koordinaten: 50° 55′ 26,4″ N, 8° 9′ 18,4″ O

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