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Clan of Xymox

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Clan of Xymox
Datei:COX-Ronny3.JPG
Ronny Moorings (2008)

Ronny Moorings (2008)

Allgemeine Informationen
Herkunft Nijmegen, Niederlande
Genre(s) Dark Wave, Gothic Rock
(seit 1984)
New Wave (1987–1989)
Dark Wave, Elektronische Musik (seit 1992)
Aktive Jahre
Gründung 1984 als Xymox
Auflösung
Website www.clanofxymox.com
Gründungsmitglieder
Ronny Moorings
Gesang, Bass
Anke Wolbert (bis 1991)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Instrumente
Ronny Moorings
Live-Musiker
Mojca Zugna
Sean de Winzer
Mario Usai
FX, Sequencer
Kristen Nevermore
FX, Sequencer
Katharina von Schlotterstein
Ehemalige Mitglieder
Keyboard
Pieter Nooten (1984–1991)
Gitarre (Live)
Frank Weyzig
Tom Ashton
Rob Vonk (1997–1999)
Paul Whittlesea
Schlagzeug (Live)
Jos Heijnen (1985)
Will van Antwerpen (1985–1995)
(alias Will Anvers)

Rui Ramos
Keyboard, FX (Live)
Pieter Nooten
Richard Wells
Sharon Soffner (1997–1999)
Nina Simic
Denise Dijkstra
Agnes Jaspers
Yvonne de Ray
Daniel Hoffmann

Clan of Xymox (zeitweise nur Xymox) ist eine niederländische Dark-Wave- und Gothic-Rock-Band, die 1984 in Nijmegen gegründet wurde. Sie gilt als eine der einflussreichsten und langlebigsten Bands des Genres und zählt zu den Pionieren des Dark Wave.<ref name="ox-fanzine">Interview – Clan of Xymox. In: Ox-Fanzine. Abgerufen am 25. März 2026.</ref><ref name="allmusic">Michael Sutton: Clan of Xymox: Biography. In: AllMusic. Abgerufen am 25. März 2026.</ref> Gründungsmitglieder waren Ronny Moorings aus Den Haag und Anke Wolbert aus Eindhoven, die während ihrer Studienzeit in Nijmegen den Entschluss fassten, die Band ins Leben zu rufen. Drittes Gründungsmitglied war Pieter Nooten. Seit dem Comeback 1997 ist Moorings das einzig verbliebene Gründungsmitglied.

Der Name Xymox wurde 1985 für das gleichnamige Debütalbum auf 4AD zu Clan of Xymox erweitert, 1987 jedoch erneut auf Xymox verkürzt. Seit dem Comeback 1997 trägt die Band wieder ihren vollständigen Namen.

Geschichte

Die Anfänge und 4AD-Ära (1984–1989)

Inspiriert von der musikalischen Aufbruchstimmung der späten 1970er und frühen 1980er Jahre, gründete Ronny Moorings sein eigenes Projekt zunächst unter dem Namen Xymox. Zusammen mit Pieter Nooten, den er vor seinem Umzug nach Amsterdam in Nijmegen kennenlernte, nahm die Band die Vinyl-EP Subsequent Pleasures auf und absolvierte erste Konzerte, unter anderem in Paris. Die Originalversion dieser EP hat sich im Laufe der Jahre zu einem vielgesuchten Sammlerstück entwickelt.

Nach einem Konzert der Cocteau Twins in Nijmegen traf Moorings auf das Duo Dead Can Dance, das die Cocteau Twins als Vorgruppe begleitete. Die sich daraus entwickelnde Freundschaft und eine gemeinsame Tournee verhalfen dem Projekt zu einem Plattenvertrag mit dem britischen Label 4AD.<ref name="allmusic" /> Nach drei Konzerten zusammen mit Dead Can Dance verließ Pieter Nooten das Projekt zunächst aufgrund persönlicher Probleme.

Das 1985 erschienene Debütalbum Clan of Xymox wurde von John Fryer im Londoner Blackwing Studio produziert und erhielt gute Kritiken. Für die anschließende Tour und die Studioarbeit kehrte Pieter Nooten zurück. Das Nachfolgealbum Medusa (1986), ebenfalls von Fryer produziert, wurde ein internationaler Erfolg und übertraf die Verkaufszahlen des Debüts deutlich. Titel wie Louise und Back Door avancierten zu Hits und steigerten den Bekanntheitsgrad von Clan of Xymox in Teilen der USA und Mexiko.<ref name="allmusic" /> Mit der Fernsehpräsenz in der britischen Sendung The Old Grey Whistle Test und der niederländischen Countdown erreichte die Band ein breiteres Publikum.

1988 erschien die Single Blind Hearts / A Million Things, mit der die Band – namentlich nun wieder auf „Xymox“ verkürzt – in den USA auf Platz 1 der Import-Charts gelangten. Nach einer US-Tour trennte sich die Band von 4AD und unterschrieb einen Plattenvertrag bei dem Major-Label Polygram/Wing Records. Das darauffolgende Album Twist of Shadows (1989) wurde zum kommerziell erfolgreichsten Werk der Band mit weltweit über 300.000 verkauften Exemplaren.<ref name="allmusic" /> Die Single Imagination, gesungen von Anke Wolbert, erreichte Platz 85 der Billboard Hot 100 und erhielt Airplay bei MTV, während Obsession in den Billboard Alternative Songs vertreten war.<ref name="allmusic" />

Die Xymox-Ära (1989–1997)

In den folgenden Jahren kam es zu tiefgreifenden Veränderungen: Pieter Nooten verließ die Band endgültig, und auch Anke Wolbert stieg 1991 nach dem Album Phoenix aus. Moorings nahm in der Folge weitgehend im Alleingang die Alben Metamorphosis (1992) und Headclouds (1993) auf, die stark vom damaligen Manchester Rave inspiriert waren und nicht mehr an die vorherigen Erfolge anknüpfen konnten. Die Band war zeitweilig in der Versenkung verschwunden.

Rückkehr zum Dark Wave (seit 1997)

1997 beendete Ronny Moorings die Xymox-Ära, zog in die Niederlande zurück und später nach Leipzig, und meldete sich mit einer neuen Besetzung und dem vollständigen Bandnamen zurück. Das Album Hidden Faces erschien beim deutsch-amerikanischen Independent-Label Tess Records und markierte die Rückkehr zum Dark-Wave-Sound.<ref name="orkus-20years">20 years ago: Interview with Clan of Xymox. In: Orkus! Abgerufen am 25. März 2026.</ref> Es folgten Creatures (1999) und Notes from the Underground (2001), das von Kritikern als eines der besten Alben der Band bezeichnet wurde und den ersten Platz in den US-amerikanischen Musicfolio Charts erreichte.

In den 2000er Jahren etablierte sich die Band mit regelmäßigen Veröffentlichungen und weltweiten Tourneen. Farewell (2003) erreichte die höchsten Chartplatzierungen der Bandgeschichte, Breaking Point (2006) folgte nach dem Umzug der Band nach Leipzig. Nach einem Labelwechsel zur Trisol Music Group erschienen In Love We Trust (2009), Darkest Hour (2011), das Coveralbum Kindred Spirits (2012) sowie Matters of Mind, Body & Soul (2014) und Days of Black (2017).

Ab 2020 veröffentlichte die Band in rascher Folge Spider on the Wall (2020), Limbo (2021)<ref name="postpunk-limbo">Clan of Xymox release new album "Limbo" and announce NA tour dates. In: Post-Punk.com. Abgerufen am 25. März 2026.</ref> und Exodus (2024),<ref name="ss-exodus">Clan Of Xymox: Neues Album "Exodus". In: Sonic Seducer. Abgerufen am 25. März 2026.</ref><ref name="orkus-exodus">Clan of Xymox – Über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In: Orkus! Mai 2024, abgerufen am 25. März 2026.</ref> begleitet von der EP Blood of Christ.<ref name="ss-bloodofchrist">Clan Of Xymox: Neue EP "Blood Of Christ". In: Sonic Seducer. Abgerufen am 25. März 2026.</ref><ref name="regen-exodus">Review: Clan of Xymox – Exodus / Blood of Christ. In: ReGen Magazine. Abgerufen am 25. März 2026.</ref>

Musikstil

Der Sound von Clan of Xymox durchlief im Laufe der Jahrzehnte mehrere Wandlungen. In der Frühphase auf 4AD (1984–1988) prägten Post-Punk-Gitarren, atmosphärische Synthesizer und melancholischer Gesang den Klang – stilistisch vergleichbar mit Labelkollegen wie Cocteau Twins und Dead Can Dance. Das Trio Moorings, Wolbert und Nooten brachte dabei unterschiedliche Songwriting-Ansätze ein, wobei insbesondere Nootens eher elektronische und Wolberts poppigere Beiträge dem Sound Tiefe verliehen.<ref name="allmusic" />

Mit dem Wechsel zu Polygram/Wing Records und dem Album Twist of Shadows (1989) nahm die Band eine zugänglichere New-Wave-Richtung an und erzielte damit ihren größten kommerziellen Erfolg. Nach dem Wegfall der beiden Mitgründer experimentierte Moorings Anfang der 1990er Jahre mit Rave- und elektronischer Tanzmusik (Metamorphosis, Headclouds), die sich deutlich vom früheren Stil unterschied.

Seit dem Comeback 1997 kehrte die Band zum Dark-Wave-Grundklang zurück, ergänzt durch stärkere elektronische Elemente und clubtaugliche Beats. Alben wie Notes from the Underground und Farewell verbanden melancholische Melodien mit tanzbaren Strukturen, wobei die Gitarren zugunsten der Synthesizer und Drum Machines zurücktraten. Diese Mischung aus atmosphärischem Dark Wave und Electro-Elementen prägt den Sound der Band bis heute.<ref name="ox-fanzine" />

Rezeption und Bedeutung

Clan of Xymox gelten als eine der prägenden Bands des Dark Wave und Gothic Rock und werden von AllMusic als Pioniere des Genres eingeordnet.<ref name="allmusic" /> Ihr Debütalbum auf 4AD trug maßgeblich dazu bei, den Begriff „Dark Wave“ in der Musikpresse zu etablieren. Ihre Verschmelzung von Post-Punk, elektronischen Elementen und introspektiven Texten beeinflusste zahlreiche nachfolgende Bands des Genres, darunter Diary of Dreams, deren Gründer Adrian Hates frühe Clan-of-Xymox-Aufnahmen als wichtige Inspiration nannte.<ref name="allmusic" />

International erzielte die Band in den späten 1980er Jahren beachtliche kommerzielle Erfolge: Twist of Shadows verkaufte sich weltweit über 300.000 Mal, die Single Imagination erreichte Platz 85 der Billboard Hot 100.<ref name="allmusic" /> Seit der Rückkehr 1997 hat sich die Band vor allem in der Gothic-Szene als feste Größe etabliert und ist regelmäßiger Headliner auf Festivals wie dem Wave-Gotik-Treffen in Leipzig.<ref name="ox-fanzine" /> 2026 tritt die Band auf allen drei großen deutschen Gothic-Festivals auf: dem Wave-Gotik-Treffen,<ref>Wave-Gotik-Treffen 2026 – Bands. In: wave-gotik-treffen.de. Abgerufen am 27. März 2026.</ref> dem Amphi Festival<ref>Clan of Xymox – Amphi Festival 2026. In: amphi-festival.de. Abgerufen am 27. März 2026.</ref> und dem Mera Luna.<ref>Mera Luna Festival 2026 – Lineup. In: festivalhopper.de. Abgerufen am 27. März 2026.</ref>

Songs von Clan of Xymox fanden auch Verwendung in internationalen Filmproduktionen. In den 1980er Jahren untermalte der Song Stranger die letzte Szene der 21. Episode der Fernsehserie The Hitchhiker. Der Track In Your Arms Again vom Album Darkest Hour wurde 2011 in David Finchers Film Verblendung eingesetzt.<ref>The Girl with the Dragon Tattoo (2011) – Soundtrack. In: IMDb. Abgerufen am 25. März 2026.</ref> Für den Soundtrack des Thrillers The Guest von Adam Wingard wurden 2014 gleich drei frühe Songs verwendet: Masquerade, A Day und Cry in the Wind.

Diskografie

Alben

  • 1985: Clan of Xymox
  • 1986: Medusa
  • 1989: Twist of Shadows
  • 1991: Phoenix
  • 1992: Metamorphosis
  • 1993: Headclouds
  • 1997: Hidden Faces
  • 1999: Creatures
  • 2001: Notes from the Underground
  • 2003: Farewell
  • 2006: Breaking Point
  • 2009: In Love We Trust
  • 2011: Darkest Hour
  • 2014: Matters of Mind, Body & Soul
  • 2017: Days of Black
  • 2020: Spider On The Wall (Album)
  • 2021: Limbo
  • 2024: Exodus

Maxis und EPs

  • 1984: Subsequent Pleasures (Mini-Album)
  • 1985: A Day / Stranger (EP)
  • 1985: A Day (Maxi-Single)
  • 1986: Louise / Michelle (Maxi-Single)
  • 1986: Muscoviet Musquito (Maxi-Single)
  • 1988: Blind Hearts / A Million Things (Maxi-Single)
  • 1989: Obsession (Maxi-Single)
  • 1989: Imagination (Maxi-Single)
  • 1991: Phoenix of My Heart (Maxi-Single)
  • 1991: At the End of the Day (Maxi-Single)
  • 1992: Dream On (Maxi-Single)
  • 1993: Reaching Out (Maxi-Single)
  • 1993: Spiritual High (Maxi-Single)
  • 1997: Out of the Rain (Maxi-Single)
  • 1998: This World (Maxi-Single)
  • 1999: Consolation (Maxi-Single)
  • 2000: Liberty (Maxi-Single)
  • 2002: There's No Tomorrow (Maxi-Single)
  • 2006: Weak in My Knees (EP)
  • 2007: Heroes (Maxi-Single)
  • 2009: Emily (Maxi-Single)
  • 2020: She (EP)
  • 2020: Lovers (EP)
  • 2020: All I Ever Know (EP)
  • 2024: Blood of Christ (EP)

Remixe für andere Künstler

Sonstige Veröffentlichungen

  • 1994: Subsequent Pleasures (Re-Release)
  • 1995: Remix (unauthorized, "contains only RADIO edits, contains NO real remixes, COX says : DON'T BUY !"<ref>https://clanofxymox.com/discography</ref>)
  • 1996: Total Mayhem (Game, CD-Rom)
  • 1999: Revenant (Game, CD-Rom)
  • 2000: Live
  • 2001: The John Peel Sessions
  • 2002: Remixes from the Underground
  • 2004: The Best of
  • 2008: Visible (DVD)
  • 2011: Live at the Castle Party (CD+DVD, live)
  • 2012: Kindred Spirits (Coveralbum)
  • 2014: Subsequent Pleasures (Re-Issued und Remastered)
  • 2021: The John Peel Sessions (Re-Issued und Remastered)

Weblinks

Commons: Clan of Xymox – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />