Ludwigs Erbe
Das Triptychon Ludwigs Erbe ist ein Kunstwerk des Bildhauers Peter Lenk am Rathaus in Ludwigshafen am Bodensee. Bundesweite Aufmerksamkeit erregte das Relief wegen der nackten Darstellung bekannter Politiker.<ref>Mitteldeutsche Zeitung – Wenn Frau Merkel nach Stoibers Penis greift….</ref>
Vorgeschichte
Das Kunstprojekt wurde im Jahre 2003 vom lokalen Touristik-Förderverein initiiert und in einer Gemeinderatssitzung unter dem Arbeitstitel „Toilettendrama und Feudalismus“ grundsätzlich genehmigt.<ref name="Blättle42-37-S2">Amtliches Mitteilungsblatt der Gemeinde Bodman-Ludwigshafen s’Blättle 42, Nummer 37 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, S. 2</ref>
Anders als in Medienberichten, unter anderem von dpa<ref>beispielhaft: Bericht in den Stuttgarter Nachrichten vom 7. September 2008: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref> und Bild-Zeitung<ref>Ausriss aus der Bild-Zeitung auf bildblog.de„Bild“ entdeckt Großteil in „Porno-Denkmal“</ref> behauptet, wurde das Kunstwerk nicht durch die Gemeinde („aus Steuergeldern“) finanziert. Der Verein Kunstfreunde Bodman-Ludwigshafen e.V. beteiligte sich mit 30.000 €<ref name="Blättle42-37-S2" /> bis 35.000 EUR<ref name="Becker-Interview">Georg Becker: Lenk: „Man stellt mich als geldgeilen Künstler dar“ auf suedkurier.de vom 23. April 2009</ref> an den Erstellungskosten für das Kunstwerk, darin befand sich lediglich eine Spende der Gemeinde in Höhe von 1500 €.<ref name="Blättle42-37-S2" />
Nach Lenks Darstellung wurde dem Kunstverein lediglich der Mittelteil des Triptychons übereignet. Die beiden anderen Teile seien zunächst in seinem Besitz verblieben und sollten im Jahr 2010 der Gemeinde zum Kauf angeboten werden.<ref name="Becker-Interview" /> Dem widersprach die Vertreterin des Touristik-Fördervereins, Regine Rodewald, und zitierte aus dem Sitzungsprotokoll:
„An der Wand der öffentlichen Toilette im Zollhaus soll ein Relief in Form eines Triptychons entstehen. Kosten 30.000 Euro, da Herr Lenk kein Honorar berechnet, sondern nur die Herstellungskosten“
Im Juli 2010 beschloss der Gemeinderat den Kauf der beiden Seitenflügel zum Preis von 40 000 Euro.<ref>Georg Becker: Lenks Lust, Südkurier vom 15. Juli 2010, Zugriff am 15. Februar 2011</ref> Im November beschloss der Kunstverein die Übertragung des Mittelteils an die Gemeinde. Jene verpflichtet sich im Gegenzug, das Relief in seiner Gesamtheit am derzeitigen Platz und für jedermann öffentlich zugänglich zu belassen. Der Verein Kunstfreunde Bodman-Ludwigshafen darf das Relief weiterhin Besuchergruppen präsentieren.<ref>Lenk-Relief: Auch der Mittelteil geht an die Gemeinde, Südkurier vom 11. November 2010, Zugriff am 15. Februar 2011</ref>
Das Relief
Im Titel spielt Lenk auf den Großherzog Ludwig von Baden an,<ref>Gisela Mackensen, dpa: „Satire-Bildhauer Lenk stellt Bonzen bloß“ vom 7. September 2008. Online u. a. hier (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> der das Großherzogtum Baden und damit das nach ihm benannte Ludwigshafen zwölf Jahre lang regierte. Im Mittelteil des Triptychons thront dieser über der Szenerie, in der im Weiteren hauptsächlich aktuelle Personen und Ereignisse persifliert werden. Zu erkennen sind u. a. die früheren Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Günther Oettinger und Hans Filbinger, der in Bodman-Ludwigshafen wohnende Anwalt Ingo Lenßen sowie als weiterer lokaler Bezug Wilderich Graf von und zu Bodman, auf dem Rücken einen Kessel als Anspielung auf die bekannte Brand-Episode in der Geschichte des Hauses Bodman.
Auf dem rechten Teilbild sind fünf nackte Politiker dargestellt, die sich gegenseitig an die Geschlechtsorgane fassen.<ref>Mitteldeutsche Zeitung – Wenn Frau Merkel nach Stoibers Penis greift….</ref> Die auf dem Teilrelief „Global Players“ dargestellten fünf nackten Personen sollen Hans Eichel,<ref name="steinbrück"/> Gerhard Schröder, Angela Merkel, Edmund Stoiber und Guido Westerwelle sein.<ref>Timo Frasch: „Nicht ohne seinen Pimmel“, in: FAZ vom 21. September 2008, Nr. 38, S. 4</ref>
Weiterhin sind bekannte Top-Manager abgebildet, die in Goldmünzen baden wie die Comic-Figur Dagobert Duck. Dargestellt sind Josef Ackermann, Daimler-Chef Dieter Zetsche mit Schwurhand, der ehemalige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch und Ex-EnBW-Chef Utz Claassen.<ref>„Nackte Kanzlerin tanzt mit Schröder“ in taz.de 18. September 2008</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Weblink offline IABot
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Botmarkierungen 2019-04
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Webarchiv
- Kunstwerk im öffentlichen Raum in Baden-Württemberg
- Kultur (Bodman-Ludwigshafen)
- Peter Lenk
- Kultur (Landkreis Konstanz)
- Ludwig I. (Baden)