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Bertha Badt-Strauss

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Datei:Bertha Badt Strauss.jpg
Bertha Badt-Strauss (um 1910)

Bertha Badt-Strauss (geboren 7. Dezember 1885 in Breslau als Bertha Badt; gestorben 20. Februar 1970 in Chapel Hill<ref>North Carolina Certificate of Death, registration district no. 6880, no. 6886; Renate Wall: Badt-Strauss, Bertha (geb. Badt). In: Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen im Exil 1933 bis 1945. Band 1. Kore, Freiburg im Breisgau 1995, S. 29–31.</ref>) war eine deutsch-jüdische Publizistin, Journalistin und Autorin.

Leben

Bertha Badt wurde in eine traditionell-religiöse jüdische Gelehrten-Familie geboren. Ihr Vater war Benno Badt (* 1844), ihre Mutter Martha Guttmann (* 1858). Der Politiker Hermann Badt ist ihr Bruder.

Badt und studierte, nach einem Aufenthalt am Londoner Queens College<ref>Martina Steer: Bertha Badt-Strauss. In: Campus Judaica. 1. Auflage. Band 22. Campus, Frankfurt am Main 2005, S. 44.</ref>, Englisch, Latein sowie Philosophie und Literaturgeschichte an der Berliner Universität, wo sie 1908, als erste Frau an der philosophischen Fakultät, über Annette von Droste-Hülshoff promovierte. Mit dem Tod ihres Vaters 1909 wechselte sie an die Universität Breslau. Dort schloss sie für einige Zeit sich der Breslauer Dichterschule an.

1913 zog sie wieder nach Berlin und heiratete dort Bruno Strauss, der Gymnasiallehrer war und über Moses Mendelssohn forschte. 1921 kam ihr Sohn Albrecht zur Welt.

Badt-Strauss war zionistisch eingestellt und begeisterte sich insbesondere für die von Martin Buber formulierte Idee einer Jüdischen Renaissance. Sie und ihr Mann lebten zeit ihres Lebens streng nach den Regeln der jüdischen Religion (koscherer Haushalt usw.).

Nach dem Ersten Weltkrieg begann sie, über jüdische Themen zu schreiben, und wurde im Laufe der Jahre zu einer der produktivsten, bekanntesten und meistgelesenen Publizistinnen im Berlin der Zwischenkriegszeit. Sie verfasste zahlreiche Artikel, wissenschaftliche Aufsätze, Lexikonbeiträge, Kurzgeschichten, Biografien und Buchbesprechungen und war Herausgeberin literarischer Werke (u. a. Droste-Hülshoff, Rahel Varnhagen), von Übersetzungen und Textkritiken.

1939 flüchtete das Ehepaar über London in die USA (Shreveport, Louisiana), wo Bruno Strauss eine Dozentenstelle erhalten hatte; der Sohn war bereits 1933 zur Ausbildung nach Großbritannien geschickt worden. In ihrer neuen Heimat publizierte Bertha Badt-Strauss weiter, wenn auch in einem bedeutend geringeren Umfang, nicht zuletzt deswegen, weil sie seit Jahren an Multipler Sklerose (MS) litt und sich ihr Gesundheitszustand in Amerika deutlich verschlechtert hatte.

Ihr Mann starb 1969, sie selbst starb ein Jahr später, am 20. Mai 1970 im Haus ihres Sohnes.

Werke (Auswahl)

auch unter dem Pseudonym: Bath-Hillel

  • Annette von Droste-Hülshoff, 1909
  • Rahel und ihre Zeit, 1912
  • Süsskind von Trimberg, 1920
  • Menschen untereinander von Rahel Varnhagen, 1928
  • Moses Mendelssohn, 1929
  • Jüdinnen, 1937
  • Herausgeberin der Briefe von Hermann Cohen, 1939
  • Jessie Sampter, 1956

Literatur

  • Jana Mikota: Jüdische Schriftstellerinnen – wieder entdeckt: Bertha Badt-Strauss auf den Spuren vergessener Jüdinnen in den 1920er und 1930er Jahren. In: Medaon 3 (2009), 4 (online).
  • Martina Steer: Bertha Badt-Strauss (1885–1970). Eine jüdische Publizistin. Frankfurt am Main 2005
  • Martina Steer: Badt-Strauss, Bertha. In: Andreas B. Kilcher (Hrsg.): Metzler Lexikon der deutsch-jüdischen Literatur. Jüdische Autorinnen und Autoren deutscher Sprache von der Aufklärung bis zur Gegenwart. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2012, ISBN 978-3-476-02457-2, S. 21–23.
  • Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.), Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933 / International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945, Vol II, 2. München: Saur 1983, ISBN 3-598-10089-2, S. 45f.
  • Badt-Strauss, Berta, in: Joseph Walk (Hrsg.): Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. München: Saur, 1988, ISBN 3-598-10477-4, S. 17
  • Renate Wall: Badt-Strauss, Bertha (geb. Badt). In: Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen im Exil 1933 bis 1945. Band 1. Kore, Freiburg im Breisgau 1995, S. 29–31.

Weblinks

Commons: Bertha Badt-Strauss – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references /> Vorlage:Hinweisbaustein