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Corinna Harfouch

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Corinna Harfouch auf der Berlinale 2024
Unterschrift Corinna Harfouch
Unterschrift Corinna Harfouch

Corinna Harfouch ['haʁfu:χ], ursprünglich [ḥar'fu:ʃ] (* 16. Oktober 1954 in Suhl als Corinna Meffert) ist eine deutsche Schauspielerin. In ihrer Karriere spielte sie in zahlreichen Theaterinszenierungen und in mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen mit. Für zahlreiche Rollen, die sie verkörperte, wurde sie ausgezeichnet.

Herkunft und Ausbildung

Corinna Harfouch wurde als Tochter der Horterzieherin Marianne Meffert, geb. Kleber, und des Lehrers Wolfgang Meffert in Suhl in der DDR geboren. Sie wuchs in Großenhain in Sachsen auf und besuchte dort von 1961 bis 1973 die Schule.<ref name=":0">Corinna Harfouch im Munzinger-Archiv, abgerufen am 4. Dezember 2022 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> Ihre Abiturprüfungen legte sie an der Erweiterten Oberschule ab. Ihre Bewerbung an einer Schauspielschule wurde abgelehnt.<ref name=":1">Susan Vahabzadeh: Corinna Harfouch. Als Polizistin wäre sie in Pension. Im "Tatort" startet sie. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 82. München 8. April 2023, S. 4.</ref> Nach einer Ausbildung zur Krankenschwester begann sie 1975 an der Technischen Universität Dresden ein Studium zur Textilingenieurin.<ref name=":0" /> Am Pioniertheater Natalia Saz erwarb sie erste schauspielerische Fertigkeiten. Sie studierte von 1978 bis 1981 Schauspiel an der Staatlichen Schauspielschule Berlin<ref>Schauspielerin Corinna Harfouch - „Auf der Bühne fühle ich mich sicher“. Deutschlandfunk Kultur, 5. Dezember 2018, abgerufen am 6. November 2019.</ref> und war Meisterschülerin bei Vera Oelschlegel im Theater im Palast (TiP).<ref name=":0" />

Privates

Corinna Harfouch war in erster Ehe mit dem syrischen Informatiker Nabil Harfouch (geboren 1949 in Damaskus) verheiratet, der in den 1970er Jahren im Bereich Informationstechnik an der Technischen Universität Dresden forschte. Mit ihm hat sie eine gemeinsame Tochter.<ref name="weltde"></ref> Aus ihrer Beziehung mit dem Musiker Stefan Maaß entstammt ein Sohn (geboren 1980), der Komponist und Schauspieler Johannes Gwisdek.<ref name="weltde">CORINNA HARFOUCH. In: welt.de vom 22. Januar 2008. Abgerufen am 22. Oktober 2020.</ref><ref>Michael Schacht: Erstmals spricht der Kino-Star Michael Gwisdek über sein größtes Familiengeheimnis: Ich bin nicht der Vater unseres Sohnes. In: bild.de vom 4. Februar 2011. Abgerufen am 22. Oktober 2020.</ref> Von 1985 bis 2007 war Corinna Harfouch mit dem Schauspieler Michael Gwisdek verheiratet.<ref name="weltde"></ref> Aus dieser Ehe ging ein weiterer Sohn (geboren 1984) hervor, der Schauspieler und Musiker Robert Gwisdek.<ref name="weltde"></ref> Zwischenzeitlich war Harfouch mit Bernd Eichinger liiert und lebte in München; heute lebt sie mit dem Schauspieler Wolfgang Krause Zwieback zusammen in der Schorfheide in Brandenburg.<ref>Exklusiv in der B.Z. erklärt der neue Freund von Corinna Harfouch ihr neues Glück. In: B.Z., 16. Dezember 2004.</ref><ref>Schön spröde: Die Schauspielerin Corinna Harfouch. In: Brigitte Woman, 21. Juni 2012.</ref><ref>Ich bin nicht der Vater unseres Sohnes. In: Bild, 4. Februar 2011.</ref><ref>Michael Kötz: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Laudation auf Corinna Harfouch (Memento des Vorlage:IconExternal vom 6. November 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.festival-des-deutschen-films.de, 11. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein 2015, 1. Juli 2015</ref> Ihre Schwester ist die Schauspielerin Catherine Stoyan.

Karriere

Theater

Harfouch spielte noch während ihrer Schauspielausbildung am Theater. 1982/83 Engagement am Städtischen Theater Karl-Marx-Stadt (Chemnitz).<ref>Darstellende Kunst – Mitglieder – Corinna Harfouch. In: www.adk.de. Abgerufen am 26. März 2025.</ref> Ihren größten Bühnenerfolg in der DDR hatte sie als Lady Macbeth unter der Regie von Heiner Müller an der Volksbühne Berlin. Nach der Wende war sie zunächst am Deutschen Theater in Berlin, wechselte aber zur Volksbühne Berlin zurück, wo sie eine der wichtigsten Protagonistinnen des Intendanten Frank Castorf wurde. Ein festes Engagement am Theater ging sie nach 1990 nicht mehr ein.<ref name=":1" /> Aufsehenerregend war ihre Interpretation des Generals Harras in Des Teufels General von Carl Zuckmayer. Für diese Rolle wurde sie 1997 von den deutschen Kritikern zur Schauspielerin des Jahres gewählt.

An der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz spielte sie die Titelrolle in Phaidras Liebe von Sarah Kane unter der Regie von Christina Paulhofer. Außerdem spielte sie von November 2004 an zusammen mit Ulrich Matthes am Deutschen Theater (DT) Berlin die Rolle der Martha in Edward Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf? unter der Regie von Jürgen Gosch. Am Maxim-Gorki-Theater in Berlin stand sie ab Februar 2022 in der Titelrolle in Queen Lear unter der Regie von Christian Weise auf der Bühne.<ref name=":1" />

Film und Fernsehen

Ihr Filmdebüt gab Harfouch unter der Regie von Klaus Gendries als Schwester Erika in dem Fernsehfilm Verlobung in Hullerbusch. Es folgten weitere kleinere Rollen in Film und Fernsehen wie etwa 1987 in Hark Bohms Der kleine Staatsanwalt, wo sie an der Seite von Michael Gwisdek spielte. Ihre erste größere Rolle hatte sie 1988 in der Titelrolle der Maria Rheine in dem Spielfilm Die Schauspielerin, in dem sie eine Theaterschauspielerin darstellte, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus als Jüdin verkleidet, um ihren Geliebten nicht zu verlieren. Im selben Jahr war sie unter der Regie von Michael Gwisdek an der Seite von Hermann Beyer in Treffen in Travers als Gattin eines Revolutionärs zu sehen. Ihre Kinder, Johannes und Robert Gwisdek, spielen in dem Film zwei Dorfjungen. Für beide letztgenannten Rollen wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Im wiedervereinigten Deutschland spielte sie u. a. in Joseph Vilsmaiers Charlie & Louise – Das doppelte Lottchen. In Sherry Hormanns Filmkomödie Irren ist männlich war sie 1996 als Ehefrau des zeugungsunfähigen Anwalts Thomas Neumann an der Seite von Herbert Knaup und Natalia Wörner zu sehen. Einem breiten Publikum wurde sie 2002 durch den Fernsehfilm Vera Brühne bekannt, in dem sie die in den 1960er Jahren wegen Doppelmordes verurteilte Vera Brühne verkörperte. Ihre Darstellung der Hexe Rabia von Katzenstein in dem Kinderfilm Bibi Blocksberg brachte ihr 2003 den Deutschen Filmpreis ein. Im Jahre 2004 übernahm sie die Rolle erneut in Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen. Auch 2004 spielte sie in Bernd Eichingers Kinofilm Der Untergang über die letzten Tage des Dritten Reichs die historische Rolle der Magda Goebbels, die ihre eigenen Kinder vergiftete. Im Jahre 2005 verkörperte sie in Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern die tschechische Schriftstellerin Božena Němcová. Im Jahre 2006 war sie in Tom Tykwers Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders in der Rolle der Madame Arnulfi zu sehen. Für ihre Rolle der bei ihrer alkoholkranken Mutter lebenden Iris in dem Spielfilm Frei nach Plan wurde sie gemeinsam mit Dagmar Manzel, Christine Schorn und Kirsten Block auf dem Internationalen Filmfestival Shanghai ausgezeichnet.

Im Jahre 2012 stand Harfouch für die Krimikomödie Schmidt & Schwarz als Kriminalkommissarin Carolin Schwarz gemeinsam mit ihrem ehemaligen Mann Michael Gwisdek vor der Kamera. In dem deutsch-tschechischen Fernsehfilm Kranke Geschäfte übernahm sie 2020 die Rolle der Ärztin Dr. Sigurd, die sich an Medikamentenstudien, die von westlichen Pharmafirmen mit DDR-Bürgern als Probanden gegen erhebliche Devisen-Zahlungen an den DDR-Staat durchgeführt wurden, beteiligt.

Seit Ostern 2023 bis Anfang 2026 gehörte sie als Nachfolgerin von Meret Becker zur festen Besetzung des ARD-Tatorts aus Berlin.<ref>Corinna Harfouch wird neue "Tatort"-Kommissarin in Berlin. Abgerufen am 29. März 2020.</ref><ref name=":1" />

Im Jahre 2024 wurde Harfouch für ihre Hauptrolle in dem Spielfilm Sterben von Matthias Glasner mit dem Deutschen Filmpreis geehrt.

Corinna Harfouch gehörte 2003 zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie. Im Jahre 2019 gründete Harfouch gemeinsam mit dem deutschen Literaturwissenschaftler Erdmut Wizisla in Klandorf, einem Ortsteil der Gemeinde Schorfheide, einen Theaterverein; dessen Räumlichkeiten sind in einer einstigen Dorfgaststätte und sollen den Ort in kultureller Hinsicht bereichern.

Filmografie

Kino

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Fernsehen

Fernsehfilme

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Fernsehserien und -reihen

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Synchronrollen

Theatrografie

  • 2026: Spirit And The Dust. Musical von Noah Haidle (Deutsches Theater Berlin)

Hörspiele

Hörbücher

Auszeichnungen

Datei:Corinna Harfouch - Boulevard der Stars.jpg
Stern von Harfouch auf dem Boulevard der Stars in Berlin

Literatur

  • Hans-Michael Bock: Corinna Harfouch – Schauspielerin. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 17, 1990.
  • F.-B. Habel, Volker Wachter: Lexikon der DDR-Stars. Schauspieler aus Film und Fernsehen. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-304-7.
  • C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 269 f.
  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. John Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 533 f.
  • F.-B. Habel: Lexikon. Schauspieler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2009, ISBN 978-3-355-01760-2.
  • Matthias Braun, Christian Krause: Harfouch, Corinna. In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, S. Vorlage:VonBis (bundesstiftung-aufarbeitung.de).

Weblinks

Commons: Corinna Harfouch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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