Tripartite
Die Tripartite ist eine wirtschafts- und sozialpolitische Institution in Luxemburg, die als grundlegend gilt für das sog. „Luxemburger Modell“.<ref>« {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) » (Raymond Klein: Tournant dangereux. Woxx, 23. Dezember 2011)</ref> Im engeren Sinne ist sie eine konjunkturpolitische Verhandlungsrunde, an der Patronat („Arbeitgeber“), Gewerkschaften sowie Regierungsvertreter gleichermaßen teilnehmen, um einen Konsens über die Diagnose der aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie die Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes herzustellen.
Die Tripartite wurde zuerst zum damals akuten Problem der Stahlindustrie geschaffen, dann jedoch auch auf andere Wirtschaftsbranchen ausgedehnt und dauerhaft etabliert. Im Jahre 2011 war die Gesprächsrunde jedoch aufgrund verhärteter Fronten, vor allem über die Frage des Indexlohns, erneut nicht zustande gekommen.<ref>OGBL: Warum scheiterte die Tripartite zwischen der Regierung, den Arbeitgebern und den Gewerkschaften ? / UEL: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tripartite : L'UEL fait appel à l'unité nationale pour garantir le modèle luxembourgeois ( des Vorlage:IconExternal vom 3. Februar 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Geschichte
Entstanden ist sie in den Jahren zwischen 1975 und 1985, als die Überproduktion zu einem weltweiten Preisverfall in der Stahlindustrie und zu einer schweren Wirtschaftskrise im Lande führte. Diese Herausforderung veranlasste die Luxemburger Regierung zu mehrfachen institutionellen Neuerungen: die Einführung von Arbeiten im Allgemeininteresse («travaux extraordinaires d’intérêt général» – (TEIG)) in 1975 und die Einrichtung einer «division anti-crise» (DAC) in 1977.
Der „soziale Dialog“ wird durch „Kollektivverträge“ zwischen den Tarifparteien ergänzt.<ref>Mario Hirsch: Le «modèle luxembourgeois», gage de stabilité politique et sociale. Presseamt der Luxemburger Regierung.</ref>
Aktuelle Situation
In der Tripartite-Gesprächsrunde, die im Frühjahr 2010<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Comité de coordination tripartite: deuxième réunion. ( des Vorlage:IconExternal vom 16. April 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Regierungs-Kommuniqué, 24. März 2010.</ref> eröffnet wurde, erkannte die Gewerkschaft OGBL in den Verlautbarungen der Patronatsverbände die erklärte Absicht zur Abschaffung des „Luxemburger Modells“ und drohte in diesem Falle mit einem Generalstreik.<ref>Das luxemburgische Sozialmodell ist einen Generalstreik wert! Mitgeteilt vom Geschäftsführenden Vorstand des OGBL am 26. März 2010.</ref> Für den Leitartikler der unabhängigen Wochenzeitung D’Lëtzebuerger Land rührt der Anpassungsdruck zum Systemwechsel aus Luxemburgs wichtigstem Exportland her.<ref>Romain Hilgert: Modell Deutschland. D’Lëtzebuerger Land, 26. März 2010.</ref>
Im Gegenzug zu den von dem Ökonomen Lionel Fontagné angestellten Berechnungen und die methodologische Analyse des Statec bezüglich der Messbarkeit des volkswirtschaftlichen Outputs<ref>Mesures output des prix et volumes des services non marchands. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot statec N° 9/2009.</ref> gerade im Hinblick auf Dienstleistungen, die für die Luxemburger Wirtschaft besonders relevant sind, hat die Chambre des Salariés in ihrer Reihe Econews<ref>Eco-News. Chambre des Salariés, 23. Februar 2010.</ref> die lohnpolitische Anwendbarkeit der Produktivitätsberechnungen, wie sie von Seiten des Patronats aufgestellt wurden, grundlegend angezweifelt.
Zum ersten Male seit 1982 waren im Jahre 2010 die Tripartite-Verhandlungen an der Unnachgiebigkeit der Verhandlungspartner gescheitert.<ref>Frédérique Moser: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />La Tripartite à l’index. ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Mai 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. paperjam, 28. April 2010.</ref>
Tripartite Kommission, Schweiz
In der Schweiz wurden mit der Personenfreizügigkeit tripartite Kommissionen auf Bundes- und Kantonsebene eingeführt. Vertreter von Behörden, Arbeitgebern und Gewerkschaften beobachten den Arbeitsmarkt und kontrollieren die Einhaltung von Normalarbeitsverträgen.<ref>Tripartite Kommission des Bundes</ref><ref>Tripartite Kommission. Kanton Zürich, abgerufen am 6. Juni 2024.</ref>
Siehe auch
Literatur
- Patrick Thill, Adrien Thomas: Le „modèle social luxembourgeois“ au défi de la crise. CEPS/INSTEAD, Publications of REPREM, 2009, Gouvernance & Emploi n°12. ceps.lu
- Frédéric Rey: La pratique de la comparaison internationale à l’épreuve du modèle luxembourgeois de relations professionnelles. CEPS/INSTEAD, Working Papers 2010-06.
Einzelnachweise
<references />
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2023-01
- Wikipedia:Veraltet seit 2010
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2019-05
- Wikipedia:Weblink offline IABot
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